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  • Die EIB und das usbekische Ministerium für Investitionen und Außenhandel unterzeichnen eine Absichtserklärung zur Rettung des Aralsees
  • Die Absichtserklärung ebnet den Weg für Investitionen von 100 Millionen Euro in Bewässerungsanlagen und in die Bodensanierung in der Region Karakalpakistan, in der 1,8 Millionen Menschen leben
  • Dem Aralsee soll mehr Wasser aus dem Fluss Amudarja zugeführt werden

Die Europäische Investitionsbank und das usbekische Ministerium für Investitionen und Außenhandel haben heute in Taschkent eine Absichtserklärung unterzeichnet. Die Erklärung ebnet den Weg für ein Investitionsprogramm von 100 Millionen Euro, das die internationalen Anstrengungen zur Rettung des Aralsees untermauern soll.

Als Klimabank der EU wird die EIB den usbekischen Staat dabei unterstützen, eines seiner vorrangigen nationalen Ziele zu erreichen, die Umwelt in der Region des Aralsees, der Heimat von etwa 1,8 Millionen Menschen, zu schützen, und den Übergang zu einer grüneren Wirtschaft zu erleichtern.

Die EIB plant ein Zwei-Phasen-Investitionsprogramm für den Aralsee, der 1970 noch das viertgrößte Binnengewässer der Welt war. In der ersten Phase werden die veralteten Bewässerungsanlagen im Flusstal des Amudarja, einem wichtigen Zulauf des Aralsees, saniert und modernisiert. In der zweiten Phase werden landwirtschaftliche Flächen in der Gegend wiederhergestellt, in die jahrzehntelang über unzulängliche sowjetische Bewässerungssysteme Salzwasser eindrang und die nun mit einer Salzkruste bedeckt sind.

Durch die beiden Maßnahmen wird dem Amudarja weniger Wasser für die Bewässerung entnommen, und mehr Wasser gelangt in den Aralsee. Mithilfe der EIB kann Usbekistan außerdem weiteren Umweltschäden in der Region des Aralsees vorbeugen und die klimatischen, ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der übertriebenen und unsachgemäßen Bewässerung im usbekischen Teil des Aralseebeckens mildern. Die Partnerschaft wird zu einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Wirtschaft in Usbekistan beitragen.

Die sich seit den 1960er-Jahren verschlechternde Umweltsituation rund um den Aralsee beeinträchtigt die Lebensbedingungen und die Wirtschaftslage der Bevölkerung im Flusstal des Amudarja, der usbekischen Region Karakalpakistan. Die negativen Klima- und Umweltauswirkungen sind auf der ganzen Welt und damit weit über die usbekischen Grenzen hinaus spürbar.

Im Anschluss an die Absichtserklärung will die EIB nun ein Darlehen für das Investitionsprogramm genehmigen. Sobald das Darlehen genehmigt und unterzeichnet ist, wird das Programm gemeinsam mit dem usbekischen Staat und der Europäischen Union über den Multi-Partner-Treuhandfonds der Vereinten Nationen für die Sicherheit der Menschen am Aralsee durchgeführt. Der Fonds wurde gemeinsam von den Vereinten Nationen und Usbekistan ins Leben gerufen, um die Hilfszahlungen in der Region zu koordinieren.

Vazil Hudák, EIB-Vizepräsident: „Die EIB, die Klimabank der EU, und der usbekische Staat gehen heute eine Partnerschaft ein, um sich den internationalen Bemühungen anzuschließen, den Aralsee für künftige Generationen zu retten. Wir werden gemeinsam gegen eine der schlimmsten vom Menschen verursachten Umweltkatastrophen angehen und die Wirtschaft für die Menschen in Usbekistan umweltfreundlicher gestalten. Die EIB freut sich, zusammen mit ihren usbekischen Partnern, der EU und der internationalen Gemeinschaft auf eine langfristige, nachhaltige Lösung für den Aralsee hinzuarbeiten. Die Absichtserklärung ist für Usbekistan, Zentralasien, Europa und die ganze Welt eine gute Nachricht, und ich bin sehr stolz darauf, die EIB bei diesem historischen Anlass zu vertreten.“

Botschafter Peter Burian, EU-Sonderbeauftragter für Zentralasien: „Ich begrüße diesen wichtigen Beitrag, den die EIB zur Beseitigung der Folgen einer der größten menschengemachten Umweltkatastrophen leisten will. Sie unterstützt damit die vom usbekischen Präsident Mirsijojew angestoßenen Maßnahmen, die drastischen Auswirkungen des verschwindenden Aralsees zu mildern und die ökologischen und sozioökonomischen Bedingungen der ansässigen Bevölkerung zu verbessern. Dieser wichtige Schritt deckt sich vollkommen mit einer der Prioritäten der kürzlich verabschiedeten EU-Strategie für Zentralasien, die darauf abzielt, die mit den Ländern der Region bestehende Partnerschaft zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit zu intensivieren.“