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  • Mit 100 Millionen Euro sollen die Trinkwasserversorgung der usbekischen Bevölkerung und die landesweiten Abwasserdienste verbessert werden
  • Weitere 100 Millionen Euro fließen in die Erhöhung der Energieeffizienz und Energieeinsparungen in der Industrie

Die Republik Usbekistan und die Europäische Investitionsbank (EIB) haben zwei wegweisende Darlehen unterzeichnet und damit ein neues Kapitel in ihren Beziehungen aufgeschlagen – zum Nutzen des Landes und der Umwelt 

Das Darlehen über 100 Millionen Euro für Wasser- und Abwasserprojekte wird im Rahmen der von der EU geförderten Klima- und Umweltfazilität vergeben. Usbekistan soll damit seine hohe Abhängigkeit von ausländischen Wasserressourcen verringern und die Nutzung seiner wenigen eigenen Trinkwasserquellen verbessern. Rund 80 Prozent des in Usbekistan genutzten Wassers kommen aus den Nachbarländern.

Mit dem zweiten Darlehen, einem Durchleitungsdarlehen über 100 Millionen Euro, können kleine, mittlere und Midcap-Unternehmen sowie andere Einrichtungen des privaten Sektors in Energieeffizienz investieren. Die EIB unterstützt mit diesen Mitteln das Ziel der usbekischen Regierung, die Energieintensität des Landes bis 2030 um mindestens 50 Prozent zu senken. Gerade die Industrie weist hier ein hohes Verbesserungspotenzial auf.

Vazil Hudák, für Zentralasien zuständiger Vizepräsident der EIB: „Die EIB vergibt zum ersten Mal Darlehen in Usbekistan, und das nur ein Jahr, nachdem sie ihre Tätigkeit in dem Land aufgenommen hat. Wir unterstützen damit die Wirtschaft des Landes und tun auch etwas gegen die negativen Auswirkungen des Klimawandels. Mit den beiden Darlehen fördern wir die Wasserinfrastruktur und den Umstieg auf effizientere und umweltfreundlichere Technologien. Die EIB finanziert ökologisch sinnvolle Investitionen in energieintensiven Industriezweigen und trägt so dazu bei, mit bezahlbarer und sauberer Energie und Klimaschutzmaßnahmen die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen.“ 

Sukhrob Kholmuradov, stellvertretender Ministerpräsident und Vorsitzender des Staatlichen Investitionsausschusses der Republik Usbekistan: „Wir freuen uns darüber, dass die EIB in Usbekistan aktiv ist. Mit diesen zwei ersten Darlehen für den Wasser- und Energiesektor tritt unsere Zusammenarbeit in eine neue Phase: Unsere Rahmenvereinbarung mit der EIB über ihre Tätigkeit in Usbekistan wird nun durch konkrete Maßnahmen in die Praxis umgesetzt. Wir wissen das Engagement der EIB für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land zu schätzen. Jetzt können wir die dringendsten Projekte im Bereich der sozialen Infrastruktur angehen. Außerdem fördern wir dabei umweltfreundliche Energien und die Entwicklung neuer energieeffizienter Technologien.“

Botschafter Peter Burian, EU-Sonderbeauftragter für Zentralasien: „Wir begrüßen die Entscheidung der EIB, erstmals zwei Darlehen an die Republik Usbekistan zu vergeben. Die Förderung der Entwicklung und ökologischen Nachhaltigkeit in Zentralasien ist eine Priorität der EU und der usbekischen Regierung. Die Unterstützung für Projekte in den Bereichen Wasserwirtschaft und Energieeffizienz stärkt diese Zusammenarbeit in besonderem Maße. Das Darlehen der EIB zeigt, wie sehr sich die Zusammenarbeit zwischen der EU und Usbekistan in den letzten Jahren intensiviert hat. Unsere usbekischen Partner sollten diese Kooperation voll ausschöpfen. Für die Bereiche Entwicklung und Umwelt gilt ganz besonders, dass sich greifbare Ergebnisse nur durch gemeinsames Handeln und Zusammenarbeit erzielen lassen – die Beziehungen zwischen der EU und Usbekistan sind ein gutes Beispiel dafür.“

Beide Projekte werden in Zusammenarbeit mit der Weltbank entwickelt. Erwartet wird auch technische Hilfe aus der Investitionsfazilität für Zentralasien. Diese Fazilität wird von der Europäischen Kommission verwaltet und unterstützt die Länder Zentralasiens bei vorrangigen Investitionen, die nachhaltiges Wachstum für alle fördern.