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Die 100. Finanzierung des Juncker-Plans in Frankreich beläuft sich auf 70 Millionen Euro. Die Mittel sind für die Unternehmen SOREGIES, SRD und SERGIES der Gruppe Energies Vienne bestimmt, bei der es sich um eines der größten lokalen Energieversorgungsunternehmen handelt. Der Finanzierungsvertrag wurde gestern offiziell in Poitiers vom EIB-Vizepräsidenten Ambroise Fayolle unterzeichnet, der seinen Besuch im Departement Vienne nutzte, um ein Vorzeigeprojekt zu besichtigen, das derzeit von SERGIES gebaut wird: die Fotovoltaikanlage in Dangé-Saint-Romain. Vor Ort waren auch lokale Persönlichkeiten, Unternehmensvertreter und Politiker. Unter ihnen die Präsidentin der Gruppe Energies Vienne Nicole Merle, die EU-Abgeordnete Elisabeth Morin-Chartier sowie die französischen Abgeordneten des Departements Vienne Jean-Michel Clément und Nicolas Turquois.

Die Mittel aus der Finanzierung sollen es der Gruppe ermöglichen, die Umsetzung ihres ehrgeizigen Investitionsprogramms über 600 Millionen Euro für den Zeitraum bis 2025 fortzusetzen. Dieser umfasst den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Einführung von intelligenten Zählern sowie den Ausbau und die Erneuerung der Strom- und Gasnetze. Das Investitionsprogramm von Energies Vienne steht vollkommen im Einklang mit einem der Hauptziele des sogenannten Juncker-Plans, der Investitionsoffensive für Europa: der Unterstützung von für die Zukunft der Europäischen Union strategisch wichtigen Energievorhaben. Aufgrund der EU-Garantie kommen Energies Vienne besonders attraktive Finanzierungskonditionen und eine Laufzeit zugute, die zu dieser Art von Projekt passt.

Vizepräsident Ambroise Fayolle bei der feierlichen Unterzeichnung: „Wir freuen uns sehr über die Unterzeichnung der 100. Finanzierung im Rahmen des Juncker-Plans in Frankreich, die dem strategischen Sektor der erneuerbaren Energien im Departement Vienne zugutekommt.  Für die EIB ist diese Finanzierung symbolträchtig, da es sich um die erste Direktfinanzierung einer lokalen gemischtwirtschaftlichen Gesellschaft im französischen Energiesektor handelt. Ich würde mich freuen, wenn diese Art von Finanzierung auch in anderen Regionen wiederholt werden könnte. Mit dieser ersten Finanzierung wollen wir den Unternehmen und Projektträgern ein Signal geben. Über den Juncker-Plan kann deren Energievorhaben eine direkte europäische Finanzierung zugutekommen, die auf die Entwicklungsbedürfnisse dieses Sektors zugeschnitten ist.“

Die Präsidentin der Gruppe Energies Vienne Nicole Merle: „Als Zusammenschluss der Gebietskörperschaften des Departements Vienne bereitet der Verband Energies Vienne seit einem Jahrhundert die energetische Zukunft der Region vor. Wir bauen derzeit die intelligenten Netze und die erneuerbaren Energien aus. Bei den erneuerbaren Energieträgern übernimmt die Gruppe eine Vorreiterrolle in Frankreich. Die EIB-Mittel tragen dazu bei, diese Entwicklungen noch zu beschleunigen. Philippe Chartier, der Vorstandsvorsitzende der SORÉGIES, betonte seinerseits die „Bedeutung der Unterstützung der Europäischen Investitionsbank für die Energiebranche“. Er sagte: „Die EIB ist eine bedeutende Finanzierungsinstitution der Europäischen Union, deren strategische Ziele vollständig mit denen der Gruppe Energies Vienne übereinstimmen.“

Das Ergebnis von 16 Monaten Unterstützung

Nach einem ersten Kontakt im Jahr 2013 ist der Finanzierungsvertrag das Ergebnis von Gesprächen zwischen der Gruppe Energies Vienne und der EIB, die 16 Monate dauerten. In dieser Zeit hat die Gruppe eine umfangreiche Kapitalumstrukturierung vorgenommen, bevor die EIB Anfang 2017 befand, dass sie nunmehr für eine Finanzierung im Rahmen des Juncker-Plans in Betracht komme. Das ganze Jahr lang schlossen sich daran aufseiten der EIB Besuche vor Ort sowie gründliche technische, rechtliche und finanzielle Prüfungen in den Unternehmen der Gruppe an. Das Darlehen über 70 Millionen Euro bildet den Abschluss dieses Zeitraums von Verhandlungen und Unterstützung.

Die Mittel werden auf Aufforderung in mehreren Tranchen entsprechend den Bedürfnissen der Unternehmen wie folgt ausgezahlt: 10 Millionen Euro für die SOREGIES, 27 Millionen Euro für die SRD und 33 Millionen Euro für die SERGIES.

Ein Projektbeschleuniger

Diese EIB-Finanzierung wird es der Gruppe Energies Vienne ermöglichen, die Umsetzung ihrer Projekte zu beschleunigen. So kann sie ihre Expansion schneller vorantreiben, und zwar sowohl im Departement, als auch in der Region Nouvelle-Aquitaine und frankreichweit.

Auf Fotovoltaik-Freiflächenanlagen entfallen 22,5 Millionen Euro der EIB-Mittel in Höhe von insgesamt 70 Millionen Euro. Das Darlehen ermöglicht die Finanzierung von zwei weiteren Anlagen im Departement Vienne in Saint-Sauveur und in Pindray.

So beschleunigt das EIB-Darlehen erheblich das Erreichen der wichtigsten Ziele der Gruppe: Sie will bis 2025 den Erneuerbaren-Energien-Anteil ihres Energiemix von 20 auf 45 Prozent erhöhen.

Auf dem historischen Gebiet des Verbands wird ein Teil der EIB-Finanzierung außerdem für die Einführung von intelligenten Zählern sowie für den Ausbau und die Erneuerung des Stromnetzes durch die unabhängige Stromnetzbetreiber-Tochtergesellschaft SRD verwendet werden.

Verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger in benachbarten Regionen

Die Gruppe Energies Vienne kann außerdem ihr Know-how verstärkt an andere Regionen weitergeben. So baut die SOREGIES beispielsweise Gasnetze im Departement Vienne sowie außerdem in den Departements Vendée, Indre-et-Loire und Maine-et-Loire aus. In dem zuletzt genannten Departement – Maine-et-Loire – baut das Unternehmen derzeit eine Biogas-Hauptleitung mit einer Länge von 43 Kilometern, die mehrere Ortschaften des Gebiets der Mauges versorgen wird. In die Leitung werden bis zu 50 Prozent Biogas eingespeist, die von drei örtlichen Biogasanlagen gewonnen werden.