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Mit einem neuen Durchleitungsdarlehen für die Banque de l’Habitat erleichtert die Europäische Investitionsbank (EIB) tunesischen Unternehmen den Zugang zu Bankfinanzierungen. Damit können mehr als 250 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und mehr als 1 600 Arbeitsplätze in Tunesien unterstützt werden. Dieses umfangreiche Finanzierungsprojekt ist das erste der EIB zugunsten einer öffentlichen Bank in Tunesien seit 2012.

Der Finanzierungsvertrag von 120 Millionen Euro wurde in Tunis von Ahmed Rjiba, Generaldirektor der Banque de l’Habitat (BH), und Flavia Palanza, bei der EIB für KMU-Finanzierungen in den Nachbarländern zuständig, unterzeichnet. Finanzminister Ridha Chalgoum und Zied Ladhari, Minister für Entwicklung, Investitionen und internationale Zusammenarbeit, der im Namen der tunesischen Regierung auch die staatliche Garantie zur Absicherung dieses Darlehens unterzeichnete, waren ebenfalls anwesend.

Die EIB bietet vorteilhafte Laufzeit- und Zinskonditionen. Dadurch kann die Banque de l’Habitat die Konditionen der Projektträger spürbar verbessern und zur Konsolidierung des Bankensektors beitragen, indem sie ihnen eine Diversifizierung ihrer Finanzierungsquellen und eine Reduzierung ihrer Finanzierungskosten ermöglicht. Die Darlehen sind insbesondere für KMU, aber auch für kleine und sehr kleine Unternehmen bestimmt, die einen Mehrwert erbringen und Arbeitsplätze schaffen. Der Zivilgesellschaft kommt im Rahmen dieser Finanzierungsvereinbarung ebenfalls eine wichtige Rolle zu – in Bezug auf eine höhere Sensibilisierung und die Betreuung der finanzierten Unternehmen.

Mit den Darlehensmitteln sollen Projekte in verschiedenen Industrie- und Dienstleistungsbranchen finanziert werden, etwa in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), im privaten und öffentlichen Gesundheitswesen, in der Pharmaindustrie, im Kultursektor und in der Lebensmittelbranche, aber auch im Energiesektor mit den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Ein besonderer Fokus wird dabei auf den Export und den Zugang zu neuen Auslandsmärkten gelegt.

„Diese Finanzierungsvereinbarung unterstreicht unser Engagement für öffentliche Banken in Tunesien und soll tunesischen Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen erleichtern“, betonte Flavia Palanza, bei der EIB für KMU-Finanzierungen in den Nachbarländern zuständig. „Ich freue mich sehr über den Abschluss dieser Vereinbarung mit der Banque de l’Habitat, mit der wir seit zahlreichen Jahren eine vertrauensvolle und ausgezeichnete Partnerschaft pflegen. Indem wir kleinen Projektträgern und Unternehmen die notwendigen Mittel zur Weiterentwicklung bereitstellen, unterstützen wir den einheimischen Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Entwicklung Tunesiens – beides wichtige Prioritäten der EIB. Mit diesem neuen Darlehen möchten wir gemeinsam mit der Zivilgesellschaft ein starkes Signal an die mittleren, kleinen und sehr kleinen Unternehmen aussenden und der tunesischen Jugend berufliche Perspektiven eröffnen.“

„Die Banque de l’Habitat freut sich sehr über dieses Darlehen, das zeigt, dass die EIB Vertrauen in Tunesien und in unsere Bank hat“, erklärte Ahmed Rjiba, Generaldirektor der Banque de l’Habitat. „Es zeigt außerdem die Wertschätzung der BH durch eine renommierte europäische Finanzinstitution, insbesondere was die Fortschritte bei der Umsetzung unseres Umstrukturierungsprogramms anbelangt. Wir setzen damit unsere enge, seit über 22 Jahren bestehende Zusammenarbeit mit der EIB fort. Dank dieser Kooperation können wir unsere Wirtschaft und unsere KMU besser fördern und neue Arbeitsplätze schaffen. Das Darlehen hilft uns auch dabei, unsere langfristige Finanzierung zu sichern, und es leistet einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung unseres Geschäftsplans 2017–2021. Es ist sicherlich der Ausgangspunkt für die Entwicklung weiterer Kooperationsmöglichkeiten.“ Ahmed Rjiba unterstrich noch einmal die Bedeutung der staatlichen Garantie, mit der Tunesien bestätigt, dass die BH ein gutes Modell einer öffentlich-privaten Partnerschaft ist. 

Diese Finanzierung der EIB steht im Einklang mit der Nachbarschaftspolitik der Europäischen Union, bei der die Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen eine wichtige Säule darstellt. Sie entspricht auch den Prioritäten der von der EIB ins Leben gerufenen „Resilienzinitiative“, mit der Arbeitsplätze geschaffen und kleine und mittlere Unternehmen in den von der Flüchtlingskrise betroffenen Ländern gefördert werden sollen.

Als führende internationale Geldgeberin für die Entwicklung in Tunesien hat die EIB im November 2016 bei der internationalen Konferenz „Tunesien 2020“ zugesagt, das Land bei seinem Wandel mit 2,5 Milliarden Euro bis ins Jahr 2020 zu unterstützen. Im Mittelpunkt dieser außerordentlichen Bemühungen steht die Förderung des Privatsektors und des Unternehmertums. Ziel ist es, ein inklusives und nachhaltiges Wachstum zu fördern und dabei Arbeitsplätze für die junge Generation zu schaffen.