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Kürzere Wartezeiten, moderne Infrastruktur und mehr Sicherheit – das sind nur einige der Vorteile, die der neue Grenzübergang in Bavra Armeniens Bürgern bietet. Damit werden der internationale Handel, Verkehr und Tourismus gefördert, und Armenien wird besser in der Region und in der Welt vernetzt.

Serzh Sargsyan, Präsident der Republik Armenien, Vardan Harutyunyan, Leiter der Bundessteuerbehörde der Republik Armenien, Piotr Antoni Świtalski, Botschafter und Leiter der EU-Delegation für Armenien, Bradley Busetto, UN-Koordinator/UNDP-Vertreter vor Ort, Sébastien Husson de Sampigny, Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Investitionsbank (EIB) für den Südkaukasus, Vertreter von Grenzmanagementbehörden und internationalen Organisationen sowie das diplomatische Korps und Medienvertreter nahmen heute an der offiziellen Eröffnungszeremonie für den Grenzübergang Bavra teil. Der neue Übergang entstand im Rahmen des von der EU finanzierten und vom UNDP umgesetzten Projekts zur „Modernisierung der armenischen Grenzübergänge Bagratashen, Bavra und Gogavan“.

Die Eröffnung markiert zusammen mit den Grenzübergängen Bagratashen und Gogavan, die am 4. November 2016 offiziell eingeweiht wurden, einen weiteren Schritt hin zu einer effizienteren Arbeit der Grenzbehörden und höheren Sicherheit. Bavra bietet noch weitere Vorteile. Dieser moderne Grenzübergang trägt mit seinen qualifizierten Grenzbeamten dazu bei, den Handel und Transit von Gütern zu erleichtern, die Abfertigungszeiten und -kosten zu verringern und geschäftliche und private Reisen komfortabler zu machen. In der Umfrage des Jahres 2017 der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache (Frontex) zu den Grenzübergangen der östlichen Partnerschaft erzielte der Grenzübergang Bagratashen (zusammen mit dem internationalen Flughafen Zvartnots) bei der Zufriedenheit der Reisenden die höchste Punktzahl. Kriterien waren Infrastruktur, Sicherheit, Professionalität der Grenzbeamten, Zugang zu zusätzlichen Informationen und Einrichtungen für Kinder und ältere Menschen.

„Die Eröffnung des vollständig umgebauten Grenzübergangs Bavra ist ein hervorragendes Beispiel für die Kooperation zwischen der EU und Armenien. Er verbessert die Anbindung Armeniens und trägt zum Handel und zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bei. Der modernisierte Grenzübergang Bavra entspricht internationalen Standards und ist für Unternehmen und Bürger komfortabel. Zusammen mit den Grenzübergängen Bagratashen und Gogavan gibt es nun drei verschiedene Routen für den Güterverkehr zwischen Armenien und Georgien und anderen Zielländern. Das kommt auch der Entwicklung der Regionen zugute, durch die diese Routen verlaufen“, erklärte der armenische Botschafter Piotr Świtalski. „Die EU wird ihre Unterstützung auf diesem Gebiet fortsetzen und arbeitet eng mit allen armenischen Kollegen zusammen, um dieses Konzept auch auf andere Grenzübergänge Armeniens zu übertragen“.

Sébastien Husson de Sampigny, Leiter der Regionalvertretung der EIB für den Südkaukasus, sagte: „Ich freue mich, dass die Europäische Investitionsbank zur Modernisierung der drei Grenzübergänge zwischen Armenien und Georgien beigetragen hat. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass dies den Reiseverkehr und den Güteraustausch enorm erleichtert. Das kommt der gesamten Region sowie der Europäischen Union zugute.“

„Die bessere Anbindung Armeniens an die Region und die übrige Welt kann erheblich zur Ausweitung von Handel, Transit, Tourismus und ausländischen Direktinvestitionen beitragen und so alle vorrangigen Vorhaben des Landes unterstützen. Eine modernere Grenzinfrastruktur und ein effizienteres Grenzmanagement werden die Wirtschaftsagenda der Regierung vorantreiben und Armenien zu einem Transitland für Güter machen, die für Georgien, den Iran und andere Länder bestimmt sind“, sagte Bradley Busetto, der UN-Koordinator/UNDP-Vertreter vor Ort. Busetto dankte den EU-Institutionen, der armenischen Regierung und allen anderen Beteiligten für die hervorragende Zusammenarbeit bei der Umsetzung aller Grenzmanagement-Initiativen und bekräftigte die Bereitschaft und Entschlossenheit des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme, UNDP), die armenische Regierung bei der Umsetzung ihres ambitionierten Programms zur Reform des Grenzmanagements weiter zu unterstützen.

Die armenische Regierung erhielt für das Projekt ein Darlehen von der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 30,8 Millionen Euro, das für die Infrastruktur und Ausrüstung der drei Grenzübergänge eingesetzt wurde. Ergänzt wurde dieses Darlehen durch einen Zuschuss der Europäischen Union in Höhe von 17,6 Millionen Euro. Das UNDP, das ebenfalls eine Finanzhilfe von 1,9 Millionen Euro leistete, war federführend bei der Projektdurchführung.

Ein von der französischen Gesellschaft SADE geführtes Konsortium war für die Bauarbeiten verantwortlich, das belgische Unternehmen SAGEGE Consulting Engineers führte die Bauaufsicht.

Das UNDP arbeitet mit Menschen aller gesellschaftlichen Ebenen zusammen, um krisenfeste Nationen zu schaffen und ein Wachstum voranzutreiben und aufrechtzuerhalten, das die Lebensqualität der Menschen verbessert. Das Entwicklungsprogramm hilft in fast 170 Ländern und Gebieten und bietet eine globale Perspektive und lokales Verständnis, um das Leben der Menschen zu verbessern und widerstandsfähige Nationen zu schaffen. Das UNDP für Armenien wurde im März 1993 eingerichtet und unterstützt die armenische Regierung, ihre Entwicklungsschwerpunkte umzusetzen und die UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

Die Europäische Kommission ist die Exekutive der EU. Die Europäische Union besteht aus 28 Mitgliedstaaten, die ihr Know-how und ihre Ressourcen teilen und einen gemeinsamen Weg gehen. In den vergangenen fünfzig Jahren schufen sie eine Region der Stabilität, Demokratie und nachhaltigen Entwicklung, geprägt von kultureller Vielfalt, Toleranz und individuellen Freiheiten. Die Europäische Union möchte ihre Erfolge und ihre Werte mit den Ländern und Völkern jenseits ihrer Grenzen teilen.

Die Europäische Investitionsbank (die Bank der Europäischen Union) unterstützt Projekte in Armenien. Grundlage hierfür ist ein Finanzierungsmandat des Rates der Europäischen Union und des Europäischen Parlaments für die Länder der östlichen Nachbarschaft. Bis zum heutigen Tag hat die EIB der Republik Armenien zehn Darlehen in einem Gesamtbetrag von 207 Millionen Euro gewährt. Im Rahmen des aktuellen Mandats für den Zeitraum 2014–2020 kann eine Finanzierung durch EIB-Darlehen von insgesamt bis zu 4,8 Milliarden Euro für Vorhaben bereitgestellt werden, die sowohl für die EU als auch für ihre östlichen Nachbarn von erheblichem Interesse sind. Unterstützt werden Projekte, die in diesen Ländern den Privatsektor fördern oder zum Ausbau der sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur und zum Klimaschutz beitragen. Darüber hinaus richtete die Bank auf eigenes Risiko eine Nachbarschafts-Finanzierungsfazilität in Höhe von drei Milliarden Euro ein.