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Worum geht es

Auf Dächern, Wänden und Fassaden kehrt die Natur in Serbiens Städte zurück.

Warum das wichtig ist

In Städten quer durch Europa steigen Temperaturen, Luftverschmutzung und Energiekosten. Deshalb wird grüne Infrastruktur zum Muss. Dachgärten und begrünte Fassaden senken die Hitze. Sie reduzieren den Stromverbrauch und machen dicht besiedelte städtische Gebiete gesünder und lebenswerter.

Ein 200 Quadratmeter großes Gründach kann pro Jahr bis zu 260 Kilogramm Sauerstoff produzieren.

Grüne Dächer, kühle Städte

Der schwierige Berufseinstieg als Landschaftsarchitekt brachte Dejan Lazić auf eine Idee: Natur, Technik und Nachhaltigkeit zu praktischen Lösungen für Städte verbinden. 2001 gründete er Green Decor: Ein serbisches Unternehmen für Gründächer, -wände und -fassaden.

Lazić ging ins Risiko. Er investierte seine gesamten Ersparnisse – 8 000 Euro – ohne einen einzigen sicheren Auftrag. Was sein Unternehmen aus der Masse hob, waren Tempo, technische Verlässlichkeit und der frühe Fokus auf modulare Lösungen, die sich auf öffentlichen wie privaten Gebäuden schnell installieren lassen.

„Wir wollten die Natur zurück in die Stadt holen: mit technisch zuverlässigen, energieeffizienten und dauerhaften Lösungen“, sagt Lazić.

Green Decor war das erste Unternehmen in Serbien, das Saatgut auf schwer erreichbaren Flächen wie steilen Straßenböschungen im Nassansaat-Verfahren ausbrachte. Auf dieser Erfahrung aufbauend entwickelte das Team modulare Systeme für Gründächer, -wände und -fassaden, zugeschnitten auf die Klimabedingungen vor Ort.

Was zeichnet das System aus

  • Vorgezogene Pflanzenkassetten, angepasst an das lokale Wetter
  • Minimale bauliche Maßnahmen
  • Schnelle Montage und geringer Aufwand für den Unterhalt
  • Bessere Dämmung, sauberere Luft, mehr Artenvielfalt
„Wir bieten ein vollständiges, montagefertiges Produkt, das langlebig und pflegeleicht ist.“
Dejan Lazić

Green Decor

EU-Unterstützung für grüne Innovationen

Green Decor entwickelte seine Lösung zusammen mit dem Siniša-Stanković-Institut für biologische Forschung. Finanziell gefördert wurde das Projekt von der Schweizer Regierung unter der Initiative „EU für die grüne Agenda in Serbien“. Sie hilft Unternehmen, aus klimafreundlichen Ideen bankfähige Projekte zu machen. Die technisch und finanziell von der Europäischen Union unterstützte Initiative wird in Partnerschaft mit dem Ministerium für Umweltschutz durchgeführt und vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zusammen mit Schweden und der Europäischen Investitionsbank umgesetzt. Weitere Gelder kommen von Schweden, der Schweiz und Serbien. Die technische Hilfe wird von den EIB-Beratungsdiensten verwaltet.

Öffentliche Finanzierung spielt eine Schlüsselrolle: Viele grüne Innovationen erfordern hohe Anfangsinvestitionen mit einer langen Amortisationszeit – Hürden, die private Investitionen ohne gezielte Förderung oft ausbremsen. Seit 2022 hat die Initiative Projekte von 52 Millionen Euro unterstützt.

Warum es auf öffentliche Förderung ankommt

  • Grünen Innovationen fehlt oft die Anschubfinanzierung
  • Von den Klimavorteilen profitiert nicht nur der einzelne Investor
  • Technische Hilfe sorgt dafür, dass Ideen den Markt in der Breite erreichen

Expertinnen-Einblick: Warum Gründächer gerade jetzt den Unterschied machen

Kristina Kanapinskaite ist bei der EIB Global als Abteilungsleiterin für den Westbalkan und die Türkei zuständig.

F: Wie können wir diesen neuen Trend finanzieren?

A: Wir bringen Geschäftsbanken mit Unternehmen zusammen, um grüne Ideen zu entwickeln und daraus bankfähige Projekte zu machen. Damit leisten wir einen beachtlichen Beitrag zur grünen Wende in Serbien.

Zentrale Trends

  • Die Nachfrage nach energieeffizienten Gebäuden steigt
  • Naturbasierte Lösungen werden Teil der Stadtplanung
  • Blended-Finance-Modelle für grüne Projekte

Was kommt als Nächstes

In vielen Städten dürften verpflichtende Standards für grüne Infrastruktur eingeführt werden.

UNDP Serbia

Vom Balkon bis zum Stadtpark

Heute beschäftigt Green Decor 15 Mitarbeitende, darunter Ingenieurinnen, Techniker und umgeschulte Gärtnerinnen und Gärtner. Seine Projekte reichen vom 15-Quadratmeter-Balkon in der Innenstadt von Belgrad bis zu einem 6 500 Quadratmeter großen Gründach im Košutnjak-Park, dem größten seiner Art in der Region.

Das modulare Gründachsystem des Unternehmens ist beim Amt für geistiges Eigentum als original serbisches Produkt registriert. Es soll den städtischen Wärmeinsel-Effekt mindern, den Regenwasser-Abfluss verlangsamen und die Luftqualität verbessern.

Gängige Gründach-Mythen

  • „Gründächer sind teuer.“
    Lösungen von Green Decor kosten rund 50 Euro pro Quadratmeter – weniger als viele Alternativen
  • „Gründächer zu pflegen ist aufwendig.“
    Die Pflanzen sind auf lokale Bedingungen ausgelegt und benötigen nur saisonale Pflege

Key Facts: Gründächer in Serbien

  • Bis zu 30 Prozent Stromersparnis beim Kühlen
  • 260 Kilogramm Sauerstoff pro Jahr von einem 200-Quadratmeter-Dach
  • 94 grüne Projekte, die seit 2022 unter der Initiative gefördert wurden

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