„Das ist nicht einfach. Das erfordert viel Arbeit und Energie. Aber nur so geht es.“
Invested by Europe ist ein Podcast über die europäische Wirtschaft. Von Wohnraum, Energie und Innovation bis hin zu Infrastruktur, Sicherheit und Verteidigung: Fachleute verraten in jeder Folge, wo die großen Herausforderungen liegen. Wir wollen wissen, was sich ändert, welche Lösungen es gibt und wie Europa in seine Zukunft investiert. Alle Podcast-Folgen auf unserer Website.
Darum geht es in dieser Folge
Viele europäische Städte leiden unter hohen Mieten. Junge Leute verschieben die Familiengründung. Menschen in systemrelevanten Berufen wohnen weit entfernt vom Arbeitsort. Haushalte mit wenig Geld leben zusammengepfercht in Wohnungen, die nicht dem heutigen Standard entsprechen. In dieser Folge von Invested by Europe sprechen wir mit Grzegorz Gajda. Er ist Stadt-Experte bei der EIB und verrät uns, was bezahlbarer Wohnraum wirklich bedeutet, für wen er gedacht ist und warum das Angebot meist nicht ausreicht. Ausgehend von Erfahrungen in Europa und darüber hinaus beleuchten wir, welche Rolle der Staat, private Akteure und langfristige Finanzierungen spielen. Und warum bezahlbarer Wohnraum wichtig ist für gesellschaftliche Stabilität, Wachstum und nachhaltige Städte.
Kurzfassung
Jobs konzentrieren sich in Städten, aber Bauland ist dort knapp und teuer. Für die Preise sind allerdings nicht primär die Baukosten verantwortlich. Vielmehr bestimmen die Einkommen, was Wohnraum kostet. Und weil viele weniger als den Durchschnittslohn verdienen, können große Teile der Bevölkerung auf dem freien Wohnungsmarkt kaum mithalten.
Meist macht die Politik die Regeln für bezahlbaren Wohnraum. Klare Vorgaben – wer ist wohnberechtigt, wonach richtet sich die Miete und welche Förderung gibt es – können Investitionen aktivieren. Sind die Regeln jedoch unzureichend oder nicht kohärent, stagniert das Angebot. In vielen Ländern kommen 40 bis 70 Prozent der Menschen für bezahlbaren Wohnraum infrage: Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung, Lehr- und Pflegekräfte und weitere systemrelevante Berufsgruppen.
Der Staat kann helfen, indem er Regeln setzt, Grundstücke bereitstellt und privates Kapital anzieht. Das reicht von großen Investoren bis zu Genossenschaften, die im deutschsprachigen Raum eine wichtige Rolle spielen. Auch die Folgekosten von Nichtstun werden thematisiert: Städte wachsen in die Fläche. Emissionen und die Ausgaben für Infrastruktur steigen, Grünflächen verschwinden.
Lösungen:
- Langfristige Finanzierungsmodelle mit attraktiven, planbaren Finanzierungskosten (hier kann die EIB helfen)
- Wohnungen für eine breite Gruppe von Menschen zu Mieten, die sie sich leisten können
- Stadtplanung, die Brachflächen entwickelt – etwa alte Lagerhallen oder frühere Bahnareale
- Gewerbeflächen, zum Beispiel Läden im Erdgeschoss, die den Wohnbau mitfinanzieren
Fazit
- Bei bezahlbarem Wohnraum geht es vor allem um Einkommen, nicht um Baukosten. Daher haben es viele Menschen am freien Wohnungsmarkt schwer
- Klare Regeln und eine langfristige Finanzierung sind entscheidend, um öffentliche und private Investitionen im großen Stil anzuziehen
- Wenn bezahlbare Wohnungen fehlen, wachsen Städte in die Fläche. Das treibt die Kosten für Infrastruktur in die Höhe und schadet der Umwelt. Unter dem Strich wird das oft teurer als neue Wohnungen zu bauen
Unser Gast
Grzegorz Gajda ist Experte für Städte bei der Europäischen Investitionsbank. Er berät Projektträger zu Stadt- und Wohnprojekten in der EU und darüber hinaus. Zuvor arbeitete er bei der International Finance Corporation und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, wo er Projekte zur Energieeffizienz von Wohngebäuden und zur Stadtentwicklung in Mittel- und Osteuropa betreute. Er hat einen Masterabschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Universität Warschau.
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