Innovationen und digitale Technologien – unerlässlich für den Klimaschutz und ein wettbewerbsfähigeres Europa

Um bis 2050 klimaneutral und wettbewerbsfähiger zu werden, braucht die Europäische Union Innovationen. Deshalb ist es wichtig, Unternehmen bei der Entwicklung digitaler Lösungen zu unterstützen. Denn mehr grüne Innovationen stärken die Marktposition der Unternehmen und fördern ihr Wachstum.

Die aktuellen Krisen haben es gezeigt: Digital aufgestellte Firmen können in einem volatilen Umfeld am besten bestehen. Während des Ukrainekriegs, der Pandemie und sogar in der Finanzkrise ab 2008 erwiesen sich Unternehmen, die in Onlinehandel, Cloud Computing, künstliche Intelligenz, fortgeschrittene Robotik, Big Data und 3-D-Druck investierten, als weitaus krisenfester. Sie trafen schnellere Entscheidungen und hatten zufriedenere Kunden, geringere Betriebskosten und eine größere Reichweite auf dem globalen Markt.

Jedoch investiert nur die Hälfte der Unternehmen in der EU in digitale Technologien. Das liegt zum einen am Mangel an digital versierten Fachkräften und zum anderen am fehlenden Kapital für den Ausbau digitaler Infrastruktur, den einige Finanzinstitute nicht als Innovation betrachten. Europäische Finanzinstitute müssen bereit sein, bei der Finanzierung digitaler Infrastruktur größere Risiken einzugehen. Denn sie wird heute überall benötigt, in kleinen wie großen Städten. Digitale Technologien bringen Innovationen auf den Weg, fördern Inklusion und lassen Einzelpersonen und Unternehmen an der dynamischen, modernen Wirtschaft teilhaben. Für kleine Firmen ist die Digitalisierung überlebenswichtig.

Die EIB-Gruppe ist sich dessen bewusst und hilft Unternehmen finanziell bei der Umsetzung innovativer Lösungen und der Einführung digitaler Technologien. Ende Februar tauschten sich deshalb Fachleute auf dem ersten Forum der EIB-Gruppe in Luxemburg über Themen wie Dekarbonisierung, Klimaschutz, Digitalisierung und Innovation aus. In die Gespräche flossen die neuesten Erkenntnisse der Abteilung Volkswirtschaftliche Analysen der EIB ein, die am 28. Februar ihren jährlichen Investitionsbericht veröffentlichte. Der Schwerpunkt der Gespräche lag auf den Themen Innovation und Digitalisierung – wie es in allen Vorstandsetagen der Fall sein sollte.

Im globalen Dorf sind wir alle miteinander vernetzt

Wir befinden uns inmitten der größten digitalen Transformation aller Zeiten. Elektroautos sind bereits unterwegs, bald sogar fahrerlos. Das Gros der Informationen wird in der Cloud gespeichert. Drohnen liefern Produkte energieeffizient von A nach B, und schon bald könnten sie auch uns auf kurzen Strecken befördern, noch dazu umweltfreundlicher. Smartwatches überwachen unsere Gesundheit rund um die Uhr. In Afrika können Menschen in abgelegenen Dörfern Bankkonten eröffnen und Kredite aufnehmen, um Firmen zu gründen und unabhängig zu werden – Mobile Banking und satellitengestützte Internetverbindungen machen es möglich. Digitale Innovationen zählen zu den wichtigsten Themen unserer Zeit.



Damit alle die Vorteile der Technologie nutzen können, braucht es einen wirtschaftlichen und sozialen Wandel. Weltweit haben schätzungsweise drei Milliarden Menschen noch nie das Internet genutzt oder im Web gesurft. Die Europäische Investitionsbank räumt der digitalen Mobilität und Konnektivität innerhalb und außerhalb Europas deshalb Priorität ein und will vor allem mehr Wohnungen und Büros mit schnellen Glasfaserverbindungen ausstatten. Besonders wichtig war das in der Pandemie, als viele Menschen zu Hause arbeiteten und Kinder online unterrichtet wurden. Mithilfe von Geldern der EIB-Gruppe erhielten 2022 rund 6,6 Millionen Menschen Zugang zum 5G-Netz.

Grüne und digitale Lösungen bringen Innovationen hervor

Schätzungsweise 50 Prozent der Technologien, die wir zur Bekämpfung der Erderwärmung benötigen, sind noch nicht entwickelt oder stecken noch in den Kinderschuhen. Nur mit massiven Investitionen werden wir diese neuen Technologien zur Reife bringen. Letztes Jahr investierte die EIB 18 Milliarden Euro in Innovationen und in den Aufbau digitaler Kompetenzen. Investitionszurückhaltung in diesen Bereichen bremst die europäische Wirtschaft aus. Wenn wir dagegen mehr in Innovationen investieren, sind wir besser für die Zukunft und weitere Krisen gewappnet.

Die Digitalisierung sorgt dafür, dass Windkraftanlagen mit maximaler Leistung laufen und weniger Reparaturen und Energieverluste anfallen, weil die Anlagen per Internet fernüberwacht werden und Drohnen etwaige Probleme inspizieren. Die digitale Landwirtschaft verbindet Maschinen mit dem Internet und erhält so Informationen über Bodenbeschaffenheit, Wetter und Saatgutverfügbarkeit. Das macht die Lebensmittelproduktion effizienter, und es fällt weniger Abfall an. 5G-Netze sind bis zu 90 Prozent energieeffizienter als ältere Netze, weil sie schneller sind und weniger Strom verbrauchen. Verkehrskameras und Datenanalysen von Verkehrsströmen reduzieren Staus in Großstädten. Dadurch sparen wir Kraftstoff, und es kommt seltener zu tödlichen Unfällen.

All diese Innovationen verdeutlichen, warum wir Unternehmen und Forschende stärker bei der Entwicklung von Technologien helfen müssen, von denen wir heute noch nichts ahnen. So entwickeln wir revolutionäre Produkte, um die Erderwärmung zu stoppen und unsere Lebensqualität zu verbessern.

Im Zeitraum 2018–2022 investierte die EIB-Gruppe rund 83 Milliarden Euro in Digitalisierung, Innovation, Beschäftigung sowie Aus- und Weiterbildung. Wir sind bereit, diese Mittel aufzustocken, weil Digitalisierung und Innovation die grüne Wende der europäischen Wirtschaft entscheidend voranbringen.