Unser Klimabank-Fahrplan zeigt, wie wir mit unseren Klimafinanzierungen den europäischen Grünen Deal unterstützen und Europa klimaneutral machen wollen

Die Europäische Investitionsbank-Gruppe stellt sich einem der wichtigsten Probleme unserer Zeit. Unser Klimabank-Fahrplan weist den Weg zu nachhaltigen Investitionen. Er ist unsere Strategie, um dem Klimawandel zu begegnen und die Umwelt in diesem entscheidenden Jahrzehnt zu schützen.

Der Fahrplan gibt die Richtung für unsere Arbeit in den Jahren 2021 bis 2025 vor und wurde am 11. November 2020 vom Verwaltungsrat der EIB genehmigt.

Stephen O'Driscoll, Leiter der Abteilung Ökologische, klimatische und soziale Aspekte (ECSO) bei der Europäischen Investitionsbank: „Wir gehen in unserer Arbeit einen völlig neuen Weg, der die DNA der Bank grundlegend verändert. Wir beschleunigen den Wandel durch grüne Finanzierungen und setzen alles in Bewegung, um dem Green Deal zum Erfolg zu verhelfen.“

Die Bank verfolgt bereits seit 2015 eine ehrgeizige Klimastrategie. Vor etwa einem Jahr kam dann die Idee eines neuen Klimafahrplans auf. Der Europäische Rat und mehrere EU-Länder hatten die EIB-Gruppe gebeten, den europäischen Grünen Deal stärker zu unterstützen und die Entwicklung zu einem CO2-neutralen Europa bis 2050 anzuschieben.

Der Fahrplan zeigt, dass die Klima- und Umweltkrise für die Europäische Investitionsbank größte Dringlichkeit hat. Er spiegelt unsere Ziele als Klimabank der EU: die Ausrichtung unserer gesamten Arbeit auf das Pariser Übereinkommen, die Förderung CO2-armer Technologien und der Widerstandsfähigkeit weltweit und die Durchsetzung der UN-Entwicklungsziele. Denn der Klimawandel kennt keine Grenzen.

>@Masha Basova/Shutterstock
©Masha Basova/Shutterstock

Innovation und neue Finanzinstrumente

Im Klimabank-Fahrplan erklären wir, wie wir unsere neuen Verpflichtungen erfüllen werden. So wollen wir vor allem:

  • unsere Finanzierungen für Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit bis 2025 von aktuell rund 30 Prozent auf mindestens 50 Prozent ausweiten
  • alle neuen Finanzierungen an den Grundsätzen und Zielen des Pariser Übereinkommens ausrichten
  • zwischen 2021 und 2030 Investitionen in Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit von einer Billion Euro anstoßen
  • unser Versprechen einlösen, keine Energieprojekte auf Basis traditioneller, fossiler Brennstoffe mehr zu finanzieren
  • unsere Führungsposition auf den Finanzmärkten behaupten. Die EIB begab als erste Institution grüne Anleihen und ist in diesem Segment bis heute der größte supranationale Emittent
  • den Schwerpunkt auf saubere Energie, innovative Technologien und Digitalisierung legen – diese Bereiche spielen eine wichtige Rolle bei der Modernisierung und Dekarbonisierung der Industrie
  • neue Instrumente einführen, die zuverlässige Klimadaten nutzen, um die Klimarisiken besser zu verstehen
  • verstärkt Projekte finanzieren, mit denen Länder sich jetzt an den Klimawandel anpassen und ihre Wirtschaft besser für die Zukunft rüsten können

Im Klimabank-Fahrplan zeigen wir, wie wir denjenigen Regionen und Ländern vermehrt helfen werden, die stark von energieintensiven Industriezweigen wie Kohlebergbau oder Stahlproduktion abhängen. Diesen Regionen wird es besonders schwerfallen, sich auf eine neue, grüne Wirtschaft umzustellen, und wir wollen während des schwierigen Übergangs niemanden zurücklassen.

Deshalb hat der Fahrplan auch eine große soziale Komponente: Wir verstärken unseren Einsatz für einen „gerechten Übergang“ und soziale Gerechtigkeit. Durch mehr Schulungen, neue Arbeitsplätze und Beratung wollen wir denjenigen Menschen helfen, deren Lebensgrundlage durch den Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft und die Folgen des Klimawandels gefährdet ist. Aus dem gleichen Grund werden wir auch weltweit mehr Entwicklungsprojekte fördern.

Nancy Saich, die Klimaexpertin der Bank: „Wenn es um die Gefährdung der Lebensgrundlage durch den Klimawandel geht, fällt den Menschen in den Entwicklungsländern die Anpassung finanziell meist am schwersten. Das gilt vor allem für die am wenigsten entwickelten Länder und die kleinen Inselstaaten.

Häufigere und schwerere Dürren und extreme Wetterereignisse, steigende Meeresspiegel, Verlust der biologischen Vielfalt und andere Einflüsse – dies alles erhöht die Risiken für kleine Unternehmen und für die Lebensmittel- und Wasserversorgung und macht das Leben letztlich gefährlicher.“

Der Weg zum Klimabank-Fahrplan

Auf der UN-Klimakonferenz im Jahr 2015 in Paris sagte die Europäische Investitionsbank für die folgenden fünf Jahre Klimafinanzierungen von jährlich 20 Milliarden US-Dollar zu. Dieses Ziel dürften wir übertreffen. Seit 2012 haben wir mit 170 Milliarden Euro Klimaschutzprojekte im Volumen von mehr als 600 Milliarden Euro ermöglicht – in Europa und weltweit. Damit senken wir Emissionen und helfen den Menschen, sich auf den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt einzustellen.

Wir erhöhen nun unseren Einsatz im Kampf gegen den Klimawandel und versuchen, unsere Arbeit auf die neue EU-Klassifikation für nachhaltige, grüne Aktivitäten auszurichten. Damit sorgt die EU für eine einheitliche Grundlage bei grünen Investitionen. Die EIB-Gruppe fordert schon lange klare internationale Leitlinien, damit diese Investments keine Ausnahme mehr bleiben, sondern zur Norm werden.

Alle Länder stehen in den nächsten zehn Jahren vor großen Veränderungen. Die Bank wird mit neuen Partnern zusammenarbeiten und ihren Radius in der Welt noch vergrößern, um ihre Klimaziele zu erreichen.

 „Die Zeit drängt“, mahnt O’Driscoll. „Wir sind daher offen für jede Kooperation, um diese schwere Aufgabe anzugehen.