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Publikationsinformationen
14 Okt. 2025
54 Pages (PDF/DE)
ISBN: 978-92-861-6004-2 (PDF/DE)
DOI: 10.2867/3015413
- EIBIS
- Wirtschaft
Tags
Beschreibung
Die Umfrage der EIB zur Investitionstätigkeit ist eine jährliche Befragung von rund 13 000 Firmen in allen EU-Ländern und umfasst auch eine Stichprobe aus den Vereinigten Staaten. Darin finden sich Angaben zu Merkmalen und zur Leistung der Unternehmen, zu ihrer bisherigen Investitionstätigkeit und weiteren Planung sowie zu Finanzierungsquellen und -schwierigkeiten.
Berichte für die einzelnen Länder
Die wichtigsten Ergebnisse
Investitionswachstum lässt nach
Den Unternehmen fällt es derzeit schwer zu planen, weil sie noch nicht absehen können, wie sich US-Zölle und potenziell tiefgreifende geopolitische Veränderungen künftig auswirken. Diese beiden Punkte hätten das Potenzial gehabt, die Investitionstätigkeit deutlich zu bremsen. Doch laut der EIB-Investitionsumfrage 2025 zeigen sich die Investitionen bisher erstaunlich robust – auch wenn die Unternehmen die wirtschaftlichen Aussichten und das politische und regulatorische Umfeld mittlerweile vorsichtiger beurteilen.
Die Investitionsumfrage der Europäischen Investitionsbank zeigt, dass 86 % der EU-Unternehmen nach wie vor Investitionen planen (EIB-Investitionsumfrage 2024: 87 %), wobei sich diese Bereitschaft abschwächt. Nur noch ein kleiner Anteil der Firmen will 2025 seine Investitionen eher erhöhen als senken, und das Investitionswachstum lässt nach. In den USA ist die Entwicklung ähnlich.
Die Investitionsschwerpunkte sind auf beiden Seiten des Atlantiks unterschiedlich. Während EU-Unternehmen eher in den Ersatz ihrer Produktionsmittel investieren, setzen ihre US-Pendants auf eine Ausweitung der Produktionskapazität. In der EU fließen 35 % der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (Forschung und Entwicklung, Schulung und Software), hingegen weniger in Grundstücke, Gebäude und Infrastruktur als bei US-Firmen (17 % ggü. 22 %).
Der Ersatz von Produktionsmitteln hat für EU-Unternehmen in den nächsten drei Jahren weiter Vorrang vor einem Produktionsausbau, während US-Firmen neue Kapazitäten schaffen werden.
Neuordnung der globalen Lieferketten
EU-Unternehmen sind stark in den Welthandel eingebunden, vor allem große Unternehmen und das verarbeitende Gewerbe. Die aktuellen geopolitischen Risiken und Handelsspannungen bereiten ihnen Sorgen, während sie die Lieferkettenprobleme mittlerweile gelassener sehen. Die Unternehmen investieren in effizientere und stabilere Lieferketten, stellen ihre Strategie jedoch nicht komplett um.
Nur 7 % der Importeure in der EU haben ihre Einfuhr von Waren und Dienstleistungen reduziert. 19 % diversifizieren oder erhöhen die Zahl der Lieferländer.
Die Zollproblematik hat die US-Unternehmen stärker getroffen. Die Änderungen bei Zöllen und Zolltarifen bereiten ihnen mehr Sorgen als ihren europäischen Pendants (77 % ggü. 48 %). Als Reaktion auf den politischen Druck und die Zölle haben sie ihre Bestände vor einem Preisanstieg erhöht. Zudem haben sie ausländische durch nationale Zulieferer ersetzt und ihre Lieferländer diversifiziert. Kurz: Sie richten sich in puncto Handel und Globalisierung neu aus.
Lesen Sie mehr zum Thema: Wie EU- und US-Unternehmen mit höheren Zöllen umgehen
Grüne Wende: EU-Firmen bleiben auf Kurs
EU-Unternehmen sind sich der Folgen der Dekarbonisierung und des Übergangs zu grünen Energien stärker bewusst als US-Firmen. Gerade Unternehmen in Osteuropa und in einigen mitteleuropäischen Ländern nehmen Übergangsrisiken wahr, während ihre nordeuropäischen Pendants eher auf die Chancen blicken.
- 36 % der Unternehmen in der EU (ggü. 27 % in den USA) werten den Übergang zu strengeren Klimastandards und -vorschriften in den nächsten fünf Jahren als Risiko
- 27 % der EU-Unternehmen betrachten dies als Chance; in den USA sind es 23 %
- Große Unternehmen sehen den Übergang im Vergleich zu kleinen und mittleren Unternehmen häufiger als Risiko und als Chance
Die Firmen in der EU gehen die Reduzierung von Treibhausgasemissionen aktiver an. Mit 92 % ist der Anteil der Unternehmen, die Maßnahmen für weniger Emissionen ergreifen, höher als in den USA. EU-Unternehmen investieren auch eher in nachhaltigen Verkehr und erneuerbare Energien sowie in andere Umweltmaßnahmen wie etwa Abfallreduzierung und Recycling.
Insgesamt sind den Unternehmen die physischen Risiken des Klimawandels stärker bewusst, und sie werden in puncto Anpassung allmählich aktiv. Auf beiden Seiten des Atlantiks gibt es einen hohen Anteil von Firmen, denen Kosten durch extreme Klimaereignisse entstehen (68 % in Europa und 64 % in den USA).
Der Anteil der Unternehmen, die Maßnahmen gegen physische Risiken ergreifen, wächst stetig und hält sich etwa die Waage (USA: 55 %, EU: 53 %). Allerdings sind Anpassungsstrategien oder -investitionen bei den US-Unternehmen häufiger. Insgesamt nehmen die Investitionen in die Klimaanpassung zu.
Lesen Sie mehr zum Thema: Wie sich EU-Firmen an den Klimawandel anpassen
Digitale Kluft zwischen USA und EU schrumpft
EU-Unternehmen haben bei der Einführung digitaler Technologien zugelegt und nun fast zu den US-Firmen aufgeschlossen (EU: 77 %, USA: 78 %). Das gilt vor allem für große Unternehmen und das verarbeitende Gewerbe. Auch bei der Einführung von KI-Technologien sind sie schnell.
- Eine neue Frage in der EIB-Investitionsumfrage 2025 zeigt, dass der Grad der Einführung von generativer KI auf beiden Seiten des Atlantiks in etwa gleich hoch ist: 37 % in der EU, 36 % in den USA
Für US-Firmen, die Big-Data- oder KI-Technologien nutzen, gilt allerdings: Sie setzen diese in mehr Geschäftsbereichen ein. Die EU-Unternehmen müssen die Vorteile, die KI bietet, also noch stärker ausschöpfen.
Lesen Sie mehr zum Thema: Wo stehen EU-Firmen bei KI, Big Data und anderen digitalen Tools?
Sonstige wichtige Ergebnisse
- Die EIB-Umfrage 2025 verdeutlicht, wie wichtig es ist, Regulierungsvorschriften, Verfahren und den Marktzugang in der EU zu vereinfachen. EU-Unternehmen wenden viel Zeit für die Erfüllung regulatorischer Anforderungen auf, und die Kosten dafür werden auf 1,1 % des Umsatzes geschätzt – bei kleinen und mittleren Unternehmen gar auf bis zu 1,8 %
- Für eine wettbewerbsstärkere EU und ein schnelleres Wachstum muss der Binnenmarkt vertieft werden. 62 % der EU-Firmen empfinden den Markt für ihr Hauptprodukt als fragmentiert – der gleiche Anteil wie 2024
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