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Der öffentliche Sektor und die Privatwirtschaft investieren Jahr für Jahr mehr Geld in grüne Technologien. Trotz der vielen Millionen Euro dauert es immer noch viel zu lange, um neue Produkte zu entwickeln und zu verbreiten. Zudem sind grüne Technologien nach wie vor zu teuer.

EIB-Präsident Werner Hoyer und Bill Gates sprachen am Montag in Brüssel über Wege, wie sich Technologien schneller weiterentwickeln, Kosten senken und nachhaltige Projekte rascher auf den Markt bringen lassen. Dem Treffen sind in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Begegnungen vorausgegangen.

Präsident Hoyer unterstrich das Bestreben der Europäischen Investitionsbank, mehr langfristige Partnerschaften im Kampf gegen den Klimawandel aufzubauen. Am Montag ging es unter anderem um Catalyst, ein globales Finanzierungsprogramm für grüne Technologie. Die neue Initiative wurde von Breakthrough Energy ins Leben gerufen – einem von Bill Gates begründeten Netzwerk, das mehr Geld für Projekte zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen mobilisieren soll. Die EIB investiert seit 2019 in den Breakthrough Energy Europe Fund, der Technologien für saubere Energie fördert. Im selben Jahr vereinbarte die Bank auch eine Zusammenarbeit mit der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, um weltweit mehr Investitionen in nachhaltige Entwicklung, Gesundheit und Gerechtigkeit zu ermöglichen.

Mehr Effizienz

Auf seinem Blog Gates Notes bekräftigt Bill Gates die Hoffnung, dass das Catalyst-Programm die Preise für grüne Technologien senken und bei der Innovation aufs Tempo drücken wird. Die meisten grünen Technologien sind nämlich immer noch teurer und keineswegs besser als ihre konventionelle Alternative. Vielleicht passiert mit den grünen Technologien ja dasselbe wie damals mit Mikrowellengeräten, so sein Kalkül: Als die Nachfrage nach dem praktischen Haushaltshelfer Fahrt aufnahm, sich immer mehr Unternehmen am Markt tummelten und Effizienzeffekte eintraten, bröckelten die anfangs hohen Preise rasch.

Präsident Hoyer und Bill Gates sondierten am Montag, wie die Bank und die Europäische Kommission mit dem Catalyst-Programm zusammenarbeiten können, um in Europa mehr Investoren für die Langzeit-Energiespeicherung, nachhaltige Flugkraftstoffe, Negativemissionstechnologien und grünen Wasserstoff zu gewinnen.

Das Gespräch ist deshalb so wichtig, weil das Catalyst-Programm mit der Europäischen Kommission seine erste Finanzierungspartnerschaft abschließen wird. Im Juni vereinbarten beide Seiten, in den nächsten fünf Jahren bis zu 820 Millionen Euro zugunsten groß angelegter Demonstrationsprojekte für hochmoderne Batterietechnik und grüne Kraftstoffe zu mobilisieren. Ziel ist, die Technologie schnell auf den Markt zu bringen und zur Klimaneutralität der Europäischen Union bis 2050 beizutragen. Noch vor dem nächsten UN-Klimagipfel im November in Schottland dürfte eine Absichtserklärung unterzeichnet werden. 

Bei der Suche nach neuen Investitionsprojekten für das Catalyst-Programm und der Organisation ihrer Finanzierung dürfte der Europäischen Investitionsbank eine Schlüsselrolle zukommen.