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EIB
  • Münchner Start-up entwickelt mit dem Microliner ein vollelektrisches Kurzstreckenflugzeug mit neun Sitzen und null Emissionen im Flug – für eine Stärkung innereuropäischer Verbindungen
  • Neue Anlage in Oberpfaffenhofen soll die Arbeit an dem Flugzeug und die Batteriefertigung vorantreiben
  • Unterstützung durch den EU-Innovationsfonds sorgt für Schub – Erstflug für 2027 geplant, erster kommerzieller Flug für 2030

Die Europäische Investitionsbank (EIB) berät das deutsche Luftfahrtunternehmen VÆRIDION bei der Entwicklung eines vollelektrischen Regionalflugzeugs. Die Unterstützung bei der Projektentwicklung erfolgt im Rahmen des Innovationsfonds der EU und soll das Microliner-Programm des Unternehmens in Richtung Marktreife voranbringen und fit machen für künftige Investitionen.

Ivor van Dartel, CEO und Mitgründer von VÆRIDION: „Elektrische Regionalflugzeuge können das Reisen zwischen kleineren Städten und Regionen grundlegend verändern – nicht erst 2050, sondern schon im nächsten Jahrzehnt. Mit dem Microliner wollen wir sauberes und erschwingliches Fliegen auf Strecken ermöglichen, die heute entweder gar nicht oder mit konventionellen Kerosin-Flugzeugen bedient werden. Dabei nutzen wir die 2 300 Regionalflughäfen, die es in Europa bereits gibt. Die EIB berät uns mit Scale-up-Know-how zu Fragen wie Projektstrukturierung, Risikomanagement und Zugang zu öffentlichen und privaten Finanzierungen. So wird aus einem vielversprechenden Prototyp ein bankfähiges Projekt, das sich im großen Maßstab umsetzen lässt.“

EIB-Vizepräsident Ioannis Tsakiris: „Die Dekarbonisierung der Luftfahrt gehört für Europa zu den komplexesten Aufgaben im Klimaschutz. Mit unserer Beratung zur Projektentwicklung im Rahmen des Innovationsfonds helfen wir innovativen Unternehmen, die die Art, wie wir reisen, komplett verändern können. Das Microliner-Projekt von VÆRIDION zeigt, wie neue Elektroflugzeuge Regionalflüge sauberer und leiser machen können und wichtige Verbindungen zwischen Regionen in ganz Europa erhalten.“

VÆRIDIONs Vision für elektrische Regionalflugzeuge

VÆRIDION wurde 2021 gegründet und hat seinen Hauptsitz in München sowie eine Niederlassung in Delft. Das Unternehmen entwickelt und produziert kleine, vollelektrische Regionalflugzeuge. Sein Ingenieurteam, das auf Erfahrung in führenden Luftfahrt-, Hightech- und Automobilunternehmen zurückblickt, arbeitet gemeinsam am Microliner, einem vollelektrischen Regionalflugzeug mit neun Sitzen für Kurzstrecken bis zu 400 Kilometern.

Der Microliner fliegt mit null Emissionen (kein CO₂, keine Stickstoffoxide, keine Kondensstreifen). Er soll deutlich leiser und energieeffizienter sein als herkömmliche Flugzeuge und eröffnet Anbietern damit eine neue Option für kostengünstige und klimafreundliche Regionalverbindungen. Der erste Kundenauftrag ist bereits unter Dach und Fach, außerdem hat VÆRIDION Partnerschaften mit etablierten Akteuren der Branche geknüpft.

Der Microliner ist für abgelegene Regionen gedacht, die per Autobahn oder Hochgeschwindigkeitszug schlecht erreichbar sind. So sollen lange Autofahrten oder mehrfache Umstiege im Bahnverkehr entfallen. Das Ziel sind leise, elektrische Flüge ab bestehenden Kleinflughäfen, um mittelgroße Städte, Inseln und ländliche Regionen wieder anzubinden, die im Linienbetrieb nicht mehr angeflogen werden. Der Microliner kann sowohl große Drehkreuze anfliegen als auch Tausende kleiner Regionalflugplätze in Europa und den USA, sodass keine neuen Start- und Landebahnen oder teure Bodeninfrastruktur gebaut werden müssen.

Im Rahmen seines Entwicklungsprogramms plant VÆRIDION ein eigenes Fertigungszentrum am Flughafen Oberpfaffenhofen. Dort sollen die firmeneigenen Batterien produziert und montiert werden. Zugleich soll der Standort als Testzentrum für die Vorbereitung des Erstflugs dienen und die Grundlage für eine spätere Serienproduktion des Microliners legen. Sobald das Flugzeug im Einsatz ist, soll es zur Dekarbonisierung des Kurzstreckenluftverkehrs beitragen und die regionale Anbindung verbessern.

VÆRIDION peilt den Erstflug des Microliners für 2027 an. Nach der Zertifizierung soll das Flugzeug ab 2030 den Linienbetrieb aufnehmen. Ab dann könnten elektrische Microliner nach Ansicht des Unternehmens auf einem großen Teil der heutigen europäischen Kurzstrecken-Routen eine emissionsfreie Alternative zu Propellerflugzeugen bieten.

EIB-Beratung: Vom Prototyp zur Marktreife

Das Beratungsteam der EIB unterstützt VÆRIDION bei der Erstellung eines detaillierten Geschäftsplans, einer Finanzierungsstruktur und einer Risikoanalyse, damit private Investoren und öffentliche Geldgeber den Weg vom Prototyp zur Serienproduktion begleiten.

Die Europäische Investitionsbank berät VÆRIDION gezielt bei der Verfeinerung der technischen Konzeption, des Geschäftsplans und der Investitionsstruktur. Das soll das Microliner-Projekt für öffentliche und private Investoren attraktiver machen und so weit vorbereiten, dass künftige Anträge beim Innovationsfonds und anderen Finanzierungsquellen gestellt werden können. Dies gilt besonders für den Übergangszeitraum von der Entwicklung bis zur Zulassung und Produktion.

Hintergrundinformationen  

VÆRIDION

VÆRIDION definiert den regionalen Luftverkehr neu – mit dem Microliner, einem zu 100 Prozent elektrischen Flugzeug, das eine saubere und erschwingliche Mobilität auf regionalen und bislang unterversorgten Strecken bieten soll. Das Unternehmen mit Hauptsitz in München und einer Niederlassung in Delft entwickelt ein Flugzeug mit konventionellem Start- und Landeverfahren (eCTOL) für bis zu neun Passagiere. Es soll unter IFR-Bedingungen Strecken von bis zu 400 Kilometern zurücklegen und den betrieblichen und ökologischen Anforderungen regionaler Fluggesellschaften entsprechen. Das komplett neu entwickelte Design zeichnet sich durch einen von Segelflugzeugen inspirierten Flügel mit integrierten modularen Batterien und ein mehrmotoriges Einpropeller-Antriebssystem aus. Das Ergebnis ist das energieeffizienteste Flugzeug seiner Klasse – keine Science-Fiction, sondern realistische, emissionsfreie Mobilität vor dem Jahr 2030.

EIB-Gruppe

Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (ElB-Gruppe) ist der Finanzierungsarm der Europäischen Union und eine der weltgrößten multilateralen Entwicklungsbanken. Ihre Anteilseigner sind die 27 Mitgliedstaaten. 2025 unterzeichnete die EIB-Gruppe 100 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen und Beratung für mehr als 870 wirkungsstarke Projekte in acht Kernbereichen, die die strategischen Ziele der EU unterstützen: Klima und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovationen, Sicherheit und Verteidigung, territorialer Zusammenhalt, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, starke globale Partnerschaften sowie die Spar- und Investitionsunion. Neben der Vergabe langfristiger Darlehen für große Infrastrukturprojekte mobilisiert die EIB-Gruppe privates Kapital für risikoreiche innovative Projekte und Unternehmen. Auf den europäischen Märkten für Venture Debt, Risikokapital, Garantien und Verbriefungen kommt ihr eine wachsende Bedeutung zu.

Unterstützung bei der Projektentwicklung im Rahmen des EU-Innovationsfonds (IF-PDA)

Die Beratungsteams der Europäischen Investitionsbank und die Europäische Kommission unterstützen gezielt die Entwicklung innovativer Projekte. Dadurch können Projektträger leichter Mittel aus dem Innovationsfonds und anderen EU-Finanzierungsprogrammen abrufen, nationale Zuschüsse in Anspruch nehmen und privates Kapital anziehen. Ziel ist es, die Projekte finanziell und technisch umsetzungsreif zu machen. Unterstützt werden Vorhaben, die maßgeblich zur Treibhausgasminderung beitragen können.

Der EU-Innovationsfonds gehört weltweit zu den größten Förderprogrammen für die Demonstration innovativer CO2-armer Technologien. Er hilft, industrielle Lösungen auf den Markt zu bringen, die Europa dekarbonisieren, den Übergang zur Klimaneutralität fördern und dabei europäische Unternehmen wettbewerbsfähiger machen. Rund 40 Milliarden Euro werden durch den Fonds zwischen 2020 und 2030 zusammenkommen (durch den Verkauf von Emissionshandelszertifikaten, basierend auf einem CO2-Preis von 75 Euro pro Tonne).

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Referenz

2026-081-DE