- Neue Vereinbarung zwischen der EIB-Gruppe und der BNL BNP Paribas mobilisiert 335 Mio. Euro für Investitionen und Betriebskapitalbedarf von rund 300 italienischen Unternehmen
- Über 167,5 Mio. Euro für die wirtschaftliche Entwicklung in Kohäsionsregionen und rund 100 Mio. Euro für den Agrarlebensmittelsektor
- Synthetische Verbriefung von Hypothekendarlehen der BNL BNP Paribas: Der EIF stellt eine Garantie für eine Mezzanintranche, die EIB stellt eine Rückgarantie
Die EIB-Gruppe und die BNL BNP Paribas haben eine neue Vereinbarung unterzeichnet, um 335 Millionen Euro für die Realwirtschaft zu mobilisieren. Damit werden Investitionen und der Betriebskapitalbedarf von rund 300 italienischen Unternehmen finanziert. Bekannt gegeben wurde die Vereinbarung von EIB-Vizepräsidentin Gelsomina Vigliotti und Elena Goitini, CEO der BNL und Chefin der BNP Paribas-Gruppe in Italien.
Sowohl die Europäische Investitionsbank (EIB) als auch der Europäische Investitionsfonds (EIF) sind an der Finanzierung beteiligt. Sie setzt die langfristige, enge Partnerschaft zwischen der EIB-Gruppe und der BNL BNP Paribas fort, die seit 2018 bereits durch vier weitere Verbriefungstransaktionen vertieft wurde. Zusammen haben diese Initiativen mehr als 1 000 Unternehmen unterstützt und über 2,3 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen für die Realwirtschaft mobilisiert.
Konkret sieht die Vereinbarung eine synthetische Verbriefung von Hypothekendarlehen der BNL BNP Paribas vor. Der Europäische Investitionsfonds stellt dabei eine Garantie für eine Mezzanin-Tranche von 111,6 Millionen Euro, die wiederum vollständig von der EIB abgesichert wird. Das setzt bei der BNL regulatorisches Kapital frei und ermöglicht ihr die Vergabe von neuen Krediten über insgesamt 335 Millionen Euro an kleine und mittlere italienische Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten sowie an Midcaps mit weniger als 3 000 Beschäftigten.
Daneben verfolgt die Vereinbarung zwei strategische Ziele für das Wachstum des Landes: Zum einen soll sie die wirtschaftliche Entwicklung in Süditalien stärken und damit regionale Unterschiede verringern. Zum anderen unterstützt sie den Agrarlebensmittelsektor, der rund 15 Prozent des italienischen BIP erwirtschaftet und eine Schlüsselrolle für Beschäftigung, Nachhaltigkeit und regionale Entwicklung spielt. Rund die Hälfte des Gesamtbetrags (167,5 Millionen Euro) ist für Projekte oder Unternehmen in Kohäsionsregionen vorgesehen. Etwa 30 Prozent (mehr als 100 Millionen Euro) gehen an Unternehmen im Agrarlebensmittelsektor.
EIB-Vizepräsidentin Gelsomina Vigliotti: „Mit dieser Vereinbarung bekräftigt die EIB-Gruppe ihr Engagement für das Unternehmertum in Italien. Dank wirksamer Finanzierungsinstrumente und enger Zusammenarbeit mit dem Bankensektor können wir umfangreiche Mittel mobilisieren und damit die Realwirtschaft stärken, den territorialen Zusammenhalt fördern und strategische Bereiche wie den Agrarlebensmittelsektor unterstützen.“
Elena Goitini, CEO der BNL und Chefin der BNP Paribas Gruppe in Italien: „Unternehmertum und Produktion stehen im Mittelpunkt unserer Strategie als Bank und als Gruppe. Mit der EIB-Gruppe an unserer Seite können wir Geld und Know-how bereitstellen, um italienische Unternehmen wettbewerbsfähiger und innovativer zu machen. Dabei unterstützen wir sie als Partner bei der grünen und digitalen Transformation und bei der Stärkung der Marke ‚Made in Italy‘.“
Hintergrundinformationen
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten. Ausgehend von acht Kernprioritäten finanzieren wir Investitionen, die zu den Zielen der EU beitragen. So fördern wir die Bereiche Klima und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovationen, Sicherheit und Verteidigung, Kohäsion, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, die Kapitalmarktunion und ein stärkeres Europa in einer stabileren und friedlichen Welt. Die EIB-Gruppe, zu der neben der EIB auch der Europäische Investitionsfonds (EIF) gehört, unterzeichnete 2024 nahezu 89 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen für mehr als 900 wirkungsstarke Projekte, die Europa wettbewerbsfähiger und sicherer machen. Alle von der EIB-Gruppe finanzierten Projekte entsprechen dem Pariser Klimaabkommen – so wie in ihrem Klimabank-Fahrplan zugesagt. Fast 60 Prozent ihrer jährlichen Finanzierungen fließen in Projekte, die direkt zu Klimaschutz, Klimaanpassung und einer gesünderen Umwelt beitragen. Die Gruppe setzt sich für eine stärkere Integration der Märkte ein und mobilisiert mit ihrem Engagement zusätzliche Investitionen. 2024 stieß sie Investitionen von mehr als 100 Milliarden Euro in Europas Energiesicherheit an und mobilisierte weitere 110 Milliarden Euro für Start-ups und Scale-ups. Rund die Hälfte der EIB-Finanzierungen innerhalb der EU fließt in Kohäsionsregionen, wo das Pro-Kopf-Einkommen unter dem EU-Durchschnitt liegt. Auf unserer Website finden Sie hochwertige, aktuelle Fotos vom Sitz der EIB.
Der Europäische Investitionsfonds (EIF) gehört zur Europäischen Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe). Er verhilft kleinen und mittleren Unternehmen in Europa über eine Vielzahl ausgewählter Finanzintermediäre zu besseren Finanzierungsmöglichkeiten. Der EIF konzipiert, fördert und implementiert Eigenkapital- und Fremdfinanzierungsinstrumente für KMU. Damit unterstützt er die Ziele der EU in den Bereichen Unternehmertum, Wachstum, Innovation, Forschung und Entwicklung, grüner und digitaler Wandel sowie Beschäftigung.
Die BNL BNP Paribas ist seit über 110 Jahren im Geschäft. Sie ist in ganz Italien aktiv und gehört zu den führenden italienischen Bankengruppen. Die BNL bietet ihren Kunden (Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen) ein breites Angebot an Produkten und Dienstleistungen. Seit 2006 gehört die BNL zur BNP Paribas-Gruppe, die in 64 Ländern tätig ist. Die Gruppe beschäftigt rund 178 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter etwa 145 000 in Europa, wo sie vier Heimatmärkte hat: Belgien, Frankreich, Italien und Luxemburg. Die BNP Paribas hat eine starke Stellung in ihren vier wichtigsten Geschäftsfeldern “Commercial, Personal Banking & Services”; “Investment & Protection Services” und “Corporate & Institutional Banking”. Wie die Gruppe generell, macht sich die BNL BNP Paribas besonders für wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit stark. Diese Strategie verkörpert die Entschlossenheit der Gruppe, mit ihrem Geschäft eine positive Wirkung für Kunden, Beschäftigte und die Gesellschaft insgesamt zu erzielen und damit zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen.