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  • Gemeinsame Finanzierung von EIB und NIB ist Teil eines Gesamtpakets für ein großes Stahlwerk von H2 Green Steel im schwedischen Boden
  • Anlage für grünen Stahl soll bis zu 95 Prozent weniger CO2 ausstoßen als herkömmliche Werke
  • Investition gilt als wegweisendes europäisches Vorzeigeprojekt für die schwer zu dekarbonisierende Primärstahlindustrie

Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Nordische Investitionsbank (NIB) beteiligen sich an der Projektfinanzierung für eine große Produktionsanlage von H2 Green Steel in Nordschweden. Von der EIB kommen 314 Millionen Euro, davon 200 Millionen Euro mit Absicherung durch eine Garantie der Europäischen Kommission unter dem Programm „InvestEU“. 114 Millionen Euro stellt die EIB als Durchleitungsdarlehen über Geschäftsbanken bereit, die bei der Projektfinanzierung mit dabei sind. Die NIB beteiligt sich mit 57 Millionen Euro, davon 9 Millionen unter InvestEU.

Das wegweisende europäische Vorzeigeprojekt ist ein wichtiger Schritt zur Dekarbonisierung der Primärstahlindustrie, die besonders umweltbelastend ist. Die Anlage wird hochwertige grüne und nachhaltige Flachstahlprodukte herstellen, hauptsächlich für die Automobilindustrie, die Baubranche, für Haushaltsgeräte, Industrieausrüstung und den Energiesektor. Bei der Produktion mit neuester Technologie wird die bislang übliche Kohle durch Wasserstoff ersetzt, der per Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Quellen hergestellt wird.

EIB-Vizepräsident Thomas Östros: „Die Stahlindustrie ist ein strategischer Kernsektor der EU-Wirtschaft. Für unser Ziel der Klimaneutralität bis 2050 brauchen wir eine Transformation der Branche. Es ist wichtig, dass die EIB als Klimabank der EU Vorreiter wie H2 Green Steel beim Aufbau einer bahnbrechenden Technologie unterstützt, mit der Primärprodukte aus Flachstahl CO2-arm produziert werden. Das Projekt ebnet den Weg zu umweltfreundlichem Stahl. Es unterstützt maßgeblich die Klimaanstrengungen in den sogenannten „schwer zu dekarbonisierenden“ Sektoren, unter denen der Stahl eine große Rolle spielt.“

André Küüsvek, Präsident und CEO der NIB: „H2 Green Steel baut in Nordschweden in großem Stil die Produktion von grünem Wasserstoff auf. Die brauchen wir dringend für die schwer zu dekarbonisierende Industrie. Mit ihrem erstklassigen Know-how und ihrer Spitzentechnologie bringt die Firma die Dekarbonisierung von Stahl maßgeblich voran. Weil sie Kohle durch Wasserstoff aus erneuerbaren Energien ersetzt, wird die Anlage die CO2-Bilanz von Stahl deutlich verkleinern, im Sinne der ehrgeizigen Ziele für eine grünere Zukunft. Unsere Beteiligung, mit Rückendeckung von InvestEU, belegt unser Engagement für Innovation und die grüne Wende.“

EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni: „Diese Vereinbarung ist ein Paradebeispiel, wie InvestEU Europa auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützt. Ich bin stolz darauf, dass InvestEU dieses wegweisende Projekt zusammen mit der EIB und der NIB als Hauptdurchführungspartnern fördert und damit zu einer nachhaltigeren Stahlerzeugung in Schweden beiträgt. Davon profitieren Klima und Wirtschaft. Es wird helfen, die CO2-Emissionen deutlich nach unten zu bringen, und gleichzeitig innovativen Technologien Schub geben, Arbeitsplätze in Europa schaffen und unsere klimaneutrale industrielle Basis stärken.“

Henrik Henriksson, CEO von H2 Green Steel: „Niemand hat unser Projekt genauer unter die Lupe genommen als die, die es mitfinanzieren. Dieses starke Engagement von Geldgebern wie der EIB ist eine echte Anerkennung für die Qualität unseres Unternehmens. Es ist aber auch ein großer Gewinn für das Klima. Wir hoffen, das Modell stößt weitere Initiativen in schwer zu dekarbonisierenden Branchen an.“

Die herkömmliche Primärstahlerzeugung ist sehr energieintensiv und produziert gewaltige Mengen an CO2. Auf den globalen Stahlsektor entfallen derzeit etwa acht Prozent des Endenergiebedarfs und sieben Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Die Anlage für grünen Stahl wird bis zu 95 Prozent weniger CO2 ausstoßen als herkömmliche Stahlwerke und damit eine CO2-Bilanz von nahe null haben.

Die Finanzierungen sind teilweise unter dem Fenster „Forschung, Innovation und Digitalisierung“ von InvestEU abgesichert, unter dem die EU innovative Technologien für die grüne Wende fördert. Sie fügen sich auch ein in den Industrieplan zum Grünen Deal. Mit dem Plan unterstützt die Europäische Kommission den Ausbau der Produktionskapazitäten für Netto-Null-Technologien, die Europa für seine ehrgeizigen Klimaziele braucht. Das Projekt fällt zudem unter die 45 Milliarden Euro, die die EIB zusätzlich zu ihren regulären Finanzierungen für modernste Produktionsanlagen bereitstellen will, die strategische Netto-Null-Technologien nutzen.

Hintergrundinformationen

Die EIB vergibt langfristige Mittel für solide Projekte, die den Zielen und Prioritäten der EU entsprechen. Mindestens die Hälfte ihres jährlichen Finanzierungsvolumens sollen in klimarelevante Projekte fließen.

Die Nordische Investitionsbank (NIB) ist eine internationale Finanzierungsinstitution. Ihre Anteilseigner sind die acht EU-Länder Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden. Die Bank finanziert private und öffentliche Projekte innerhalb und außerhalb der Mitgliedsländer. Von den großen Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s wird sie mit AAA und Aaa bewertet, dem bestmöglichen Rating.

Das InvestEU-Programm mobilisiert umfangreiche private und öffentliche Mittel für langfristige Finanzierungen in der EU, die die Wirtschaft nachhaltig stärken. Zudem stößt es private Investitionen an, die zu EU-Zielen wie dem europäischen Grünen Deal und dem digitalen Wandel beitragen. InvestEU vereint die EU-Instrumente für Investitionen in der Europäischen Union unter einem Dach. So macht es die Finanzierung von Investitionsprojekten in Europa einfacher, effizienter und flexibler. Das Programm hat drei Bausteine: den InvestEU-Fonds, die InvestEU-Beratungsplattform und das InvestEU-Portal. Der InvestEU-Fonds wird von Finanzierungspartnern umgesetzt, die bei der Kreditvergabe auf die EU-Haushaltsgarantie von 26,2 Milliarden Euro zurückgreifen können. Diese Garantie erhöht die Risikotragfähigkeit der Partner und mobilisiert so mindestens 372 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen.

H2 Green Steel (H2GS AB) wurde 2020 gegründet und will unter Nutzung von grünem Wasserstoff die Stahlindustrie dekarbonisieren. Stahl zählt zu den größten CO2-Emittenten weltweit und ist die erste Branche, in der das Unternehmen aktiv ist. Gründer und größter Anteilseigner von H2 Green Steel ist die Vargas Holding, die auch zu den Gründern und größten Anteilseignern des schwedischen Batterieherstellers Northvolt zählt. H2 Green Steel hat seinen Sitz in Stockholm und baut im nordschwedischen Boden sein erstes grünes Stahlwerk.