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  • Energieförderung für Kraftwerk und LNG-Terminal in Vasilikos
  • Neue Mittel für Ausbau des Breitbandnetzes von Epic
  • Zypern gemessen am BIP größter Empfänger von EIB-Förderung in Europa

Die Europäische Investitionsbank hat im vergangenen Jahr vorrangige Investitionen in Zypern mit insgesamt 245 Millionen Euro unterstützt.

Das ist der fünfthöchste Betrag, den die EIB in ihrer 40-jährigen Geschichte in Zypern für transformative Projekte vergeben hat. Mit den Mitteln förderte sie neue Energieprojekte, um die CO2-Emissionen und Energiekosten zu senken, und neue Investitionen, um den Zugang zu schnellen Internetdiensten auszubauen.

Zypern ist gemessen an der Einwohnerzahl in Europa der größte Empfänger von EIB-Mitteln. Das ausstehende EIB-Engagement im Land beläuft sich auf 2,7 Milliarden Euro oder 13 Prozent des BIP.

Die Zahlen der EIB in Zypern für das vergangene Jahr wurden heute auf einer virtuellen Pressekonferenz bekannt gegeben, ebenso wie eine Kreditvereinbarung über 19 Millionen Euro mit dem zyprischen Telekombetreiber Epic für den schnelleren Ausbau des Breitbandnetzes.

Constantinos Petrides, Finanzminister und Gouverneur der EIB, Kyriacos Kokkinos, stellvertretender Minister für Forschung, Innovation und Digitalpolitik, und Lilyana Pavlova, EIB-Vizepräsidentin mit Aufsicht über Finanzierungen in Zypern, unterstrichen die Bedeutung neuer EIB-Finanzierungen und skizzierten den Schwerpunkt der zukünftigen Unterstützung. Thanos Chronopoulos, CEO von Epic, und Martin Peronnet, CEO von Monaco Telecom, erläuterten die erwarteten Auswirkungen neuer Breitband-Investitionen in Zypern und erklärten, welche Vorteile sich anderswo in Europa bereits durch eine verbesserte Konnektivität ergeben.

Constantinos Petrides, Finanzminister Zyperns und Gouverneur der Europäischen Investitionsbank: „Die EIB ist seit Jahrzehnten einer der wichtigsten und zuverlässigsten Partner Zyperns. Das kontinuierliche Engagement der EIB in unserem Land in Krisenzeiten hat sich erneut an drei der von der Regierung angekündigten Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft gezeigt, die im Zusammenhang mit einer EIB-Finanzierung stehen. Wir möchten die EIB daher bitten, ihr aktuelles Darlehensvolumen aufrechtzuerhalten und den öffentlichen und privaten Sektor Zyperns weiter zu unterstützen. Das Land ringt derzeit mit den finanziellen und sozialen Folgen der Gesundheitskrise.“

Lilyana Pavlova, Vizepräsidentin der EIB: „Mit einem Finanzierungsvolumen von 245 Millionen Euro war 2020 ein weiteres starkes Jahr für die EIB in Zypern. Wir haben visionäre Energieinvestitionen zyprischer Energiepartner zur Senkung der CO2-Emissionen gefördert und Epic dabei unterstützt, die Breitbandkonnektivität in Zypern zu verbessern. Die EIB treibt vorrangige Investitionsprojekte in Zypern voran und freut sich, Epic bei seinen Investitionen in schnelle Breitbandzugänge in Zypern unter die Arme zu greifen. Derzeit arbeitet die EIB gemeinsam mit privaten und öffentlichen Partnern daran, neue Investitionen in Bildung, bezahlbaren Wohnraum, Innovation und Klimaschutz im Land zu mobilisieren.“

Besserer Zugang zu Breitbandinternet mit Epic

Die EIB bestätigte heute Einzelheiten zur neuen langfristigen 19-Millionen-Euro-Finanzierung für Epic. Das Geld ist für den Ausbau des Breitbandnetzes mit sehr hoher Kapazität sowie damit verbundene Investitionen in Konnektivität und IT bestimmt.

Kyriacos Kokkinos, stellvertretender Minister für Forschung, Innovation und Digitalpolitik: „Fortgeschrittene Netze sind einer der wichtigsten Bausteine des digitalen Wandels der EU und entscheidend für die wirtschaftliche Erholung auf nationaler und europäischer Ebene. Der rasche Aufbau von Glasfaser- und 5G-Netzen wird erhebliche wirtschaftliche Chancen für die nächsten Jahre schaffen. Dies ist ein entscheidender Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit und ein wichtiger Wegbereiter für künftige digitale Dienste. Dafür möchte ich der EIB danken. Gleichzeitig gratuliere ich der EIB und Epic zu ihrem gemeinsamen Einsatz für dieses so wichtige Projekt, das den Ausbau von Breitbandverbindungen mit hoher Kapazität in Zypern vorantreiben soll. Das langjährige Engagement der Europäischen Investitionsbank in Zypern trägt bisher und wird auch in Zukunft entscheidend dazu beitragen, ein nachhaltiges und inklusives Wachstum zu fördern, und schafft die Voraussetzungen für einen schnelleren grünen und digitalen Wandel.“

Tausende von Unternehmen und Haushalten in Zypern werden von höheren Internetgeschwindigkeiten und dem Zugang zum FTTH-Netz (Fibre to the Home) von Epic profitieren.

Thanos Chronopoulos, CEO von Epic Ltd.: „Wir sehen uns als Katalysator für Wachstum und Veränderung. Unser FTTH-Projekt wird die digitale Erfahrung der zyprischen Haushalte und Unternehmen radikal verändern und das Wirtschaftswachstum durch neue Chancen für Innovation und Produktivität ankurbeln. Unser Ziel ist es, Zypern in das Gigabit-Zeitalter zu führen, indem wir über Glasfaser bisher unerreichte Verbindungsgeschwindigkeiten zu einem wirklich bezahlbaren Preis bieten. So wollen wir die Akzeptanz erhöhen und den aktuellen und zukünftigen digitalen Bedarf unserer Kundinnen und Kunden decken. Mit der neuen langfristigen Finanzierung der EIB über 19 Millionen Euro kann Epic den Netzausbau vorantreiben und das Breitbandangebot in Zypern neu gestalten.“

Die neue EIB-Finanzierung stützt sich auf eine Garantie des Europäischen Fonds für strategische Investitionen. Die Kundinnen und Kunden von Epic in Städten und ländlichen Gebieten erhalten dadurch Zugang zu digitalen Diensten im Gigabit-Bereich.

Martin Peronnet, CEO von Monaco Telecom, der Muttergesellschaft der Epic Ltd.: „Investitionen in höhere Breitbandgeschwindigkeiten sind für Wettbewerbsfähigkeit, Unternehmensdienstleistungen und das soziale Leben von entscheidender Bedeutung. Die coronabedingten Reisebeschränkungen in ganz Europa, die Arbeit im Homeoffice und die Lockdowns zeigen, dass Investitionen in die Netze weiter ausgebaut und digitale Innovationen angestoßen werden müssen. Diese erste Unterstützung der EIB für Epic sorgt für eine bessere Vernetzung Zyperns in den kommenden Jahren.“

Durch die Investition wird auch der ultraschnelle Breitbandzugang verbessert, bei dem das Land derzeit hinter der EU zurückbleibt.

Schnellere Energiewende in Zypern und weniger CO2-Emissionen

Letztes Jahr förderte die EIB die Energiewende unter anderem mit 150 Millionen Euro für den Bau eines neuen LNG-Terminals und mit 76 Millionen Euro (garantiert durch den Europäischen Fonds für strategische Investitionen) für den Bau eines neuen Kraftwerks in Vasilikos durch die zyprische Elektrizitätsgesellschaft EAC.

Lilyana Pavlova, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank mit Aufsicht über Finanzierungen in Zypern: „Die Europäische Investitionsbank setzt sich für die Energiewende ein – in Zypern und weltweit. Als die EIB 2019 ihre neue Finanzierungspolitik im Energiesektor festlegte, förderte sie verschiedene Gasprojekte, die sich bereits in der Prüfung befanden. Ab Ende 2021 werden wir dann ausschließlich Erneuerbare-Energien-Projekte unterstützen. Die EIB freut sich auf die Zusammenarbeit mit Energieprojektpartnern, um in Zypern künftig Investitionen in saubere Energie auf den Weg zu bringen.“

Durch das neue LNG-Terminal kann Zypern Schweröl zur Stromerzeugung zukünftig durch Erdgas ersetzen, die Energiepreise senken und die CO2-Emissionen um mindestens 30 Prozent reduzieren.

Das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Vasilikos mit einer Leistung von 160 Megawatt wird das Kraftwerk in Zypern mit dem höchsten Wirkungsgrad sein.

Es ermöglicht eine Abkehr von fossilen Brennstoffen und reduziert die Treibhausgasemissionen und andere Formen der Luftverschmutzung. Außerdem kann Zypern dadurch künftig stärker auf fluktuierende Energien wie Wind- und Sonnenenergie setzen.

Das neue Kraftwerk in Vasilikos verursacht voraussichtlich absolute CO2-Emissionen von 380 Gramm pro Kilowattstunde.

Damit liegt es unter 550 Gramm CO2 pro Kilowattstunde, dem Emissionsstandard der Europäischen Investitionsbank für die Energieerzeugung zum Genehmigungszeitpunkt des Projekts.

Nach der Genehmigung der zwei Energieprojekte durch den Verwaltungsrat im Jahr 2020 hat die EIB eine neue Finanzierungspolitik für den Energiesektor verabschiedet. Dort wurde festgelegt, dass die Bank nach 2021 keine fossilen Energieprojekte ohne CO2-Minderung mehr finanziert.