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  • EIB stellt Ergebnisse ihrer Investitionsumfrage auf gemeinsamer Konferenz mit der zyprischen Industrie- und Handelskammer in Nikosia vor
  • Finanzminister Petrides erläutert Investitionsprioritäten für Zypern
  • EIB-Vizepräsidentin Lilyana Pavlova sagt Unterstützung für wirtschaftliche Resilienz und grünen Wiederaufbau zu

Die zyprische Industrie- und Handelskammer und die Europäische Investitionsbank haben heute auf ihrer gemeinsamen Konferenz „Investitionen und Investitionsfinanzierung in Zypern“ in Nikosia die wichtigsten Ergebnisse der EIB-Investitionsumfrage 2020 für Zypern vorgestellt.

An der Veranstaltung nahmen neben Finanzminister Constantinos Petrides, dem Gouverneur der zyprischen Zentralbank Constantinos Herodotou und der Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank Lilyana Pavlova auch führende Wirtschaftsvertreter, Ökonomen und Partner aus dem öffentlichen Sektor teil.

Lilyana Pavlova, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank mit Aufsicht über Finanzierungen in Zypern: „Die EIB ist seit mehr als 40 Jahren ein wichtiger und starker Partner für Zypern und hat im vergangenen Jahr ihre Finanzierungen für die Energiewende und Telekommunikationsinvestitionen ausgeweitet. Die EIB-Gruppe spielt in dem Land eine wichtige Rolle und ist bereit, grüne und intelligente Investitionen noch gezielter finanziell und technisch zu unterstützen. Die heutigen Gespräche zeigen, dass öffentliche und private Partner sich gemeinsam verstärkt für grüne und intelligente Investitionen in Zypern einsetzen und die Wirtschaft gegenüber Covid-19 krisenfester machen wollen. Die EIB-Investitionsumfrage, die in Zypern und in ganz Europa durchgeführt wurde, verdeutlicht, welchen Herausforderungen Unternehmen aktuell bei Investitionen gegenüberstehen und welchen Investitionen künftig Vorrang einzuräumen ist.“

Ergebnisse der EIB-Investitionsumfrage für Zypern

In Zypern nahmen 180 Unternehmen an der Umfrage teil. Wie im übrigen Europa litt auch in Zypern die Investitionstätigkeit unter der Covid-19-Krise, und die Aussichten bleiben ungewiss. Covid-19 hat die Investitionsstrategien der Unternehmen für 2020 beeinträchtigt: Mehr als die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) und damit mehr als der EU-Durchschnitt (45 Prozent) investierten weniger als geplant.

Etwa drei von zehn Unternehmen (29 Prozent) wollen ihre Investitionspläne für das laufende Geschäftsjahr als Folge von Covid-19 aufgeben oder verschieben. Das sind etwas weniger als der EU-Durchschnitt (35 Prozent). Die befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Pandemie langfristig auf ihre Arbeitsweise auswirken wird, vor allem durch den verstärkten Einsatz digitaler Technologien.

Der Anteil der zyprischen Unternehmen, die langfristige Investitionshemmnisse anführen, ist in praktisch allen Kategorien viel höher als im EU-Durchschnitt. Für die Firmen sind Energiekosten, Unsicherheit und Fachkräftemangel nach wie vor die größten Hemmnisse für langfristige Investitionen. Immer mehr Unternehmen sehen im Fachkräftemangel ein Hindernis, insgesamt waren es acht Prozentpunkte mehr als in der EIBIS 2019.

Im Vergleich zu 2019 fühlen sich viel weniger Unternehmen durch fehlende Finanzierungsmittel eingeschränkt, allerdings sind es deutlich mehr als der EU-Durchschnitt.

Bei ihren Investitionen in die Digitalisierung und Innovationen hinken zyprische Unternehmen EU-weit hinterher, da etwa ein Drittel (weniger als im EU-Durchschnitt) der Firmen in Zypern angibt, im Rahmen ihrer Investitionstätigkeit neue Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen entwickelt oder eingeführt zu haben. Knapp mehr als die Hälfte aller zyprischen Unternehmen (weniger als im EU-Durchschnitt) haben bereits in Maßnahmen gegen die Auswirkungen von Wetterereignissen und zur Minderung des CO2-Ausstoßes investiert oder planen dies für die nächsten drei Jahre.

Investitionen in Zypern im EU-weiten Vergleich

Auf der Veranstaltung stellte Pedro de Lima, Leiter der Abteilung Volkswirtschaftliche Studien der EIB, die wichtigsten Ergebnisse der jährlichen EIB-Investitionsumfrage 2020 (EIBIS) für Zypern vor, die durch die analytischen Erkenntnisse des EIB-Investitionsberichts 2020/21 ergänzt wurden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten über die konjunkturelle und strukturelle Dynamik hinter den Investitionen und ihren Finanzierungsmöglichkeiten in Europa und ermöglichten so einen genauen Einblick in die Situation in den einzelnen EU-Volkswirtschaften.

Basierend auf Befragungen von 12 500 Unternehmen in allen EU-Mitgliedstaaten liefert die Investitionsumfrage der EIB wertvolle länderspezifische Informationen, die über quantitative Erkenntnisse hinausgehen. Sie gibt z. B. Auskunft über Investitionspläne, wahrgenommene Lücken, die Qualität des Kapitalstocks, die Art der Investitionen, die Finanzierungsbedingungen und die Faktoren, die Investitionen erschweren. Die Fragen kreisen um Unternehmensmerkmale und -ergebnisse, Innovation und FuE, digitale Transformation, frühere Investitionen und Zukunftspläne, Finanzierungsquellen und Herausforderungen, denen sich Unternehmen stellen müssen.