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©Romolo Tavani/Shutterstock

Die zweite Ergebnisreihe der EIB-Klimaumfrage 2020–2021 zeigt, wie die Menschen in Europa in einer sich rasch wandelnden Welt zum Klimawandel stehen. Die Ergebnisse dieser Veröffentlichung beleuchten, wie die Menschen den Klimawandel 2021 bekämpfen wollen, was sie aufzugeben bereit sind und wie die Covid-19-Pandemie ihre Reisegewohnheiten und Absichten im Kampf gegen den Klimawandel beeinflusst.

  • 72 Prozent der Menschen in Europäer glauben, ihr eigenes Verhalten kann etwas gegen den Klimawandel bewirken
  • 27 Prozent der Amerikaner geben an, sie ändern ihre Lebensweise grundlegend, um zum Klimaschutz beizutragen, gegenüber 19 Prozent der Europäer und 10 Prozent der Chinesen
  • Vor die Wahl gestellt, was sie aufgeben wollen (Flugreisen, Fleisch, neue Kleidung, Videostreaming-Dienste oder ein eigenes Auto), sagen 39 Prozent der Europäer und 38 Prozent der Amerikaner, dass der Verzicht auf das eigene Auto für sie am schwersten wäre
  • 75 Prozent der Amerikaner, 71 Prozent der Chinesen und 67 Prozent der Europäer erklären, dass sie derzeit aus gesundheitlichen Bedenken weniger oft öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Für die Menschen in Europa ist es im Kampf gegen den Klimawandel leichter, auf Flugreisen zu verzichten (40 Prozent, gegenüber 43 Prozent in China und 38 Prozent in den Vereinigten Staaten), als kein Fleisch mehr zu essen, keine neue Kleidung mehr zu kaufen, kein Auto zu besitzen oder keine Videostreaming-Dienste zu nutzen. 39 Prozent der Europäer und 38 Prozent der Amerikaner sagen jedoch, dass der Verzicht auf das eigene Auto für sie am schwersten wäre.

Das sind einige der Resultate des zweiten Teils der Klimaumfrage 2020–2021, den die Europäische Investitionsbank (EIB) heute veröffentlicht. Die EIB ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen und der weltweit größte multilaterale Geldgeber für Klimafinanzierungen.

Insgesamt geben nur 10 Prozent der Chinesen und 19 Prozent der Europäer an, sie ändern ihre Lebensweise grundlegend, um zum Klimaschutz beizutragen. Bei den Amerikanern liegt dieser Wert bei 27 Prozent.

Künftige Reisepläne werden sowohl von Pandemie als auch von Klimasorgen geprägt

Wenn die coronabedingten Reisebeschränkungen aufgehoben werden, wollen 37 Prozent der Chinesen, 22 Prozent der Europäer und 22 Prozent der Amerikaner Flugreisen aufgrund von Klimasorgen vermeiden. 42 Prozent der Menschen in Europa beabsichtigen, ihren Urlaub im eigenen Land oder in einem benachbarten Land zu verbringen, um die CO2-Emissionen zu verringern. 29 Prozent der Europäer (gegenüber 29 Prozent der Chinesen und 35 Prozent der Amerikaner) geben an, wieder wie vor der Pandemie Flugreisen zu unternehmen.

Zu Covid-19 und öffentlichen Verkehrsmitteln befragt, antworten 75 Prozent der Amerikaner, 71 Prozent der Chinesen und 67 Prozent der Europäer, dass sie derzeit weniger oft öffentliche Verkehrsmittel nutzen, weil sie sich um ihre Gesundheit sorgen.

Die Mehrheit der Befragten gibt an, dass sie sich mehr Sorgen über eine Covid-19-Infektion als über den Klimawandel machen (79 Prozent der Chinesen, 67 Prozent der Amerikaner und 58 Prozent der Europäer).

Ein globaler Vergleich – Unterschiede in der Wahrnehmung zwischen Europa, den USA und China

Unabhängig davon, wo die Befragten leben, sagen sie, es würde ihnen am leichtesten fallen, Flugreisen aufzugeben (40 Prozent der Europäer, 38 Prozent der Amerikaner und 43 Prozent der Chinesen).

Auch die gesundheitlichen Bedenken sind weltweit dieselben: 75 Prozent der Amerikaner, 71 Prozent der Chinesen und 67 Prozent der Europäer geben an, dass sie derzeit weniger oft öffentliche Verkehrsmittel nutzen, weil sie sich in der Covid-19-Pandemie Sorgen um ihre Gesundheit machen.

Obwohl die meisten Befragten sagen, dass sie sich mehr Sorgen über eine Covid-19-Infektion als über den Klimawandel machen (79 Prozent der Chinesen, 67 Prozent der Amerikaner und 58 Prozent der Europäer), glauben sie weiterhin, dass ihre Entscheidungen und ihr Verhalten zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen können. 72 Prozent der Menschen in Europäer glauben, ihr eigenes Verhalten kann etwas gegen den Klimawandel bewirken Diese Einstellung teilen 72 Prozent der Amerikaner und 84 Prozent der Chinesen. Die Zahl der Befragten, die diese Frage bejahen, stieg gegenüber 2019 überall: um drei Prozentpunkte in der Europäischen Union, sieben in den Vereinigten Staaten und zwölf in China.

Jüngere Befragte in Europa und den Vereinigten Staaten glauben deutlich häufiger als ältere Befragte, dass sie mit ihrem Verhalten etwas im Kampf gegen den Klimawandel bewirken können. In China ist diese Kluft so nicht zu beobachten. Wie die Umfrage zeigt, denken in der Europäischen Union 77 Prozent der 15–29-Jährigen, ihr Verhalten könne etwas bewirken, im Vergleich zu 64 Prozent in der Altersgruppe ab 65 Jahren. In den Vereinigten Staaten sind es 75 Prozent der 15–29-Jährigen und 56 Prozent in der Altersgruppe ab 65.

EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle: „Die Zeit nach Corona bietet die Chance für einen Quantensprung im Übergang zu einer kohlenstoffarmen und klimaresilienten Wirtschaft. Mit einem grünen Wiederaufbau könnten wir die Treibhausgasemissionen schneller in dem Maße reduzieren, wie wir es bis 2030 brauchen. Die Menschen in der ganzen Welt sind sich bewusst, dass ihr eigenes Verhalten etwas bewirken kann. Als Klimabank der EU ist es unsere Aufgabe, die grüne Wende durch die Finanzierung sauberer Energie, nachhaltiger Mobilitätslösungen und Innovationen zu beschleunigen, damit die Bürgerinnen und Bürger ihre Gewohnheiten im Kampf gegen den Klimawandel ändern können.“

Hier geht es zu den Resultaten für alle 30 teilnehmenden Länder.

Hintergrundinformationen

Die EIB-Umfrage zum Klimawandel

Die Europäische Investitionsbank hat in ihrer dritten Klimaumfrage Menschen eingehend zum Klimawandel befragt. Gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen BVA wollte sie herausfinden, welche Einstellungen und Erwartungen die Menschen in Bezug auf den Klimaschutz haben. Für die Umfrage wurde zwischen dem 5. Oktober und dem 2. November 2020 in jedem der 30 teilnehmenden Länder eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung befragt – insgesamt mehr als 30 000 Menschen.

Die Europäische Investitionsbank

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Die EIB vergibt langfristige Mittel für solide Projekte, die den Zielen der EU entsprechen, sowohl in Europa als auch weltweit. Die Europäische Investitionsbank ist in rund 160 Ländern tätig und der weltweit größte multilaterale Geldgeber für Klimaschutzprojekte. Vor Kurzem hat die EIB-Gruppe ihren Klimabank-Fahrplan verabschiedet, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen: In den nächsten zehn Jahren bis 2030 will sie eine Billion Euro für Klimaschutz und ökologisch nachhaltige Investitionen mobilisieren und bis 2025 mehr als 50 Prozent ihrer Finanzierungen für Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit bereitstellen. Gemäß diesem Fahrplan richtet die EIB-Gruppe außerdem ab Anfang 2021 alle neuen Finanzierungen an den Zielen und Grundsätzen des Pariser Abkommens aus.

BVA

BVA ist ein Meinungsforschungs- und Beratungsunternehmen, das als einer der innovativsten Marktforschungsanbieter in seinem Sektor gilt. Schwerpunkt seiner Arbeit ist das verhaltensbasierte Marketing. Durch die Kombination von Daten- und Sozialwissenschaften gelangt BVA zu aufschlussreichen und aussagekräftigen Untersuchungsergebnissen. Das Unternehmen ist Mitglied im Worldwide Independent Network of Market Research (WIN), einem globalen Netz weltweit führender Markt- und Meinungsforschungsunternehmen mit mehr als 40 Mitgliedern.