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Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) hat heute beim Web Summit 2020 ein neues Finanzierungsinstrument vorgestellt, mit dem sie KI-Unternehmen in Europa fördern will. Im Rahmen der Ko-Investitionsfazilität investiert die EIB-Gruppe parallel zu Fonds, an denen sich der Europäische Investitionsfonds (EIF) beteiligt, in Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz und diese direkt ergänzender Technologien wie Blockchain, Internet der Dinge und Robotik. Die Fazilität hat ein Volumen von maximal 150 Millionen Euro.

Im Sektor der künstlichen Intelligenz klafft eine Finanzierungslücke von vielen Milliarden Euro zwischen Europa und den USA und China. Hier setzt die Ko-Investitionsfazilität an. Sie ergänzt und nutzt das Know-how, das EIB und EIF bei dem KI-/Blockchain-Pilotprojekt von 100 Millionen Euro im Rahmen von InnovFin – Eigenkapital und bei direkten Finanzierungen der EIB für KI-Unternehmen über ihr Venture Debt-Instrument aufgebaut haben. Das neue Instrument reiht sich in eine umfangreichere Initiative ein, mit der die EIB-Gruppe und die Europäische Kommission an Europas digitaler Zukunft mitbauen wollen – unter anderem bei Hochleistungscomputern, Quantentechnologien und Cybersicherheit.

Teresa Czerwińska, Vizepräsidentin der EIB mit Aufsicht über Finanzierungen in den Bereichen Innovation und Digitalisierung: „Das Potenzial der künstlichen Intelligenz ist gewaltig. Schon heute sehen wir, welche erste Auswirkungen künstliche Intelligenz auf viele Bereiche unseres Alltags hat. In der Zukunft aber wird sie bestimmend dafür sein, wie wir arbeiten, lernen und leben. Wenn Europa wettbewerbsfähig bleiben und mitgestalten will, wie KI entwickelt und genutzt wird, ohne seine Werte aufzugeben, müssen wir uns auf künstliche Intelligenz einlassen und uns an die Spitze ihrer Entwicklung setzen. Ich bin deshalb sehr stolz auf das neue Instrument, das wir heute vorstellen. Wir kombinieren die Mittel, das Know-how und den Marktzugang von EIB und EIF und sind damit Vorreiter neuer Formen der Finanzierung für künstliche Intelligenz. Gleichzeitig tragen wir dazu bei, mehr Investitionen für diesen wichtigen Sektor zu mobilisieren.“

Alain Godard, geschäftsführender Direktor des EIF: „Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Baustein einer technologischen Revolution, die bereits im Gange ist. Die Nachfrage am Markt nach Ko-Investitionen in diesem Bereich ist stark. Das Know-how der EIB in der Bewertung eigenkapitalartiger Finanzierungen und die Marktreichweite und starke Hebelwirkung des EIF über die Fondsmanager unseres KI-Portfolios sind Garanten dafür, dass die Fazilität effizient eingesetzt wird.“

Thierry Breton, EU-Kommissar für den Binnenmarkt: „Europa kann zu einer Drehscheibe für zukunftsweisende Entwicklungen in künstlicher Intelligenz werden, es ist dafür gut aufgestellt. Wir haben die Talente und die Wirtschaftsdaten und damit einen wichtigen Wettbewerbsvorteil, wenn wir sie umsichtig einsetzen. Wir bauen derzeit an einem Rahmen, der unsere Stärken ausschöpfen und durch klare und berechenbare Regeln Vertrauen schaffen soll. Die heute bekannt gegebene Ko-Investitionsfazilität fördert Unternehmen so, dass sie dank der Konzeption und des Einsatzes vertrauenswürdiger künstlicher Intelligenz in der EU wachsen können.“

Die Mittel stehen Unternehmen in der Europäischen Union und in mit Horizont 2020 assoziierten Ländern zur Verfügung und sollen in den nächsten vier Jahren eingesetzt werden. Die EIB-Gruppe geht davon aus, dass sie in Zusammenarbeit mit privaten Investoren etwa 20–30 kleine und mittlere Unternehmen unterstützen kann. Den Schwerpunkt bilden Unternehmen in der Früh- und Wachstumsphase, die in die Entwicklung bahnbrechender KI-Anwendungen investieren. Die Mittel für potenzielle Ko-Investitionen werden in der Reihenfolge des Eingangs und der Prüfung und nach der Qualität des Vorschlags bereitgestellt. Das neue Instrument ergänzt die Fondsaktivitäten des EIF auch dadurch, dass Fondsmanager, die jeweils mehr als 1 Million Euro in wachstumsstarke europäische Unternehmen investieren, Hilfestellung erhalten. Weitere Informationen über die Ko-Investitionsfazilität für künstliche Intelligenz finden Sie hier.

InnovFin – Eigenkapital ist Teil der Initiative „InnovFin – EU-Mittel für Innovationen“, einer neuen Generation von Finanzierungsinstrumenten und Beratungsdiensten der EU. Diese Initiative wurde im Rahmen von „Horizont 2020“ entwickelt, um innovativen Firmen leichteren Zugang zu Finanzierungsmitteln zu verschaffen. InnovFin – Eigenkapital bietet Kapitalbeteiligungen und Ko-Investitionen über oder parallel zu Fonds, deren Schwerpunkt auf Frühphasenfinanzierungen für Unternehmen in innovativen Sektoren liegt, die unter Horizont 2020 fallen. Die Unternehmen sind in der EU oder in einem mit Horizont 2020 assoziierten Land eingetragen oder tätig.