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Bei den Treffen am Rande der IWF-Weltbank-Tagung haben die Agence française de développement (AFD), die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – im Auftrag der deutschen Bundesregierung – über die beachtlichen Fortschritte der Clean-Oceans-Initiative berichtet. Zudem haben sich zwei nationale Förderbanken der Initiative angeschlossen: die italienische Cassa Depositi e Prestiti (CDP) und das spanische Instituto de Crédito Oficial (ICO).

Innerhalb von zwei Jahren hat die Clean-Oceans-Initiative bereits 1,3 Milliarden Euro für die langfristige Finanzierung von Projekten bereitgestellt, durch die weniger Plastikmüll und andere Abfälle in die Ozeane gespült werden. Erreicht wird dies durch eine bessere Abwasser-, Regenwasser- und Abfallbewirtschaftung. Die drei Gründungsmitglieder haben sich das Ziel gesetzt, bis 2023 zwei Milliarden Euro für öffentliche und private Projekte zur Verfügung zu stellen.

Die meisten der bisher unterzeichneten 21 Projekte werden in Afrika, Asien und Lateinamerika durchgeführt. Als Beispiele seien genannt: die Verbesserung der Abwassersysteme in Ratmalana und Moratuwa (Sri Lanka), der Abfallwirtschaft in Lomé (Togo), des Regenwasser- und Flutmanagements in Cotonou (Benin), der Abwasseraufbereitung in Alexandria (Ägypten) und Kapstadt (Südafrika) sowie grüne Investitionen in städtische Infrastruktur im Jangtse-Delta (China).

Die Gründungsmitglieder der Clean-Oceans-Initiative freuen sich über die neuen Partner CDP und ICO, die ebenfalls zum Schutz der Ozeane und Meere beitragen wollen.

Rémy Rioux, Generaldirektor der AFD: „Weltweit zerstört Plastikmüll die Flora und Fauna der Ozeane und damit die Lebensgrundlage vieler Menschen, Wenn wir das wirksam verhindern wollen, müssen wir gemeinsam handeln. Deshalb haben EIB, KfW und AFD 2018 die Clean-Oceans-Initiative ins Leben gerufen und dafür zwei Milliarden Euro bereitgestellt. Wir freuen uns, dieses Jahr zwei weitere europäische Partner im Boot zu haben – die italienische CDP und das spanische ICO. Gemeinsam werden wir zeigen, dass öffentliche Entwicklungsbanken langfristig zum Schutz der Erde und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können – zwei Themen, die auch auf dem Gipfeltreffen „Finance in Common“ am 12. November im Mittelpunkt stehen, wo erstmals 450 öffentliche Entwicklungsbanken aus aller Welt zusammenkommen.“

EIB-Präsident Werner Hoyer: „Auch mitten in der Wirtschaftskrise, die Covid-19 verursacht hat, dürfen wir die globalen Umwelt- und Klimaprobleme nicht aus dem Auge verlieren. Die Clean-Oceans-Initiative ist heute wichtiger denn je: Durch die riesigen Mengen an Einwegschutzmasken nimmt die Umweltbelastung dramatisch zu. Doch nun beteiligen sich auch das ICO und die CDP an der Initiative, die wir vor zwei Jahren mit der AFD und der KfW begonnen haben. Der Schutz unserer Ozeane ist eine Aufgabe, die uns eint und die wir sehr ernst nehmen.“

Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der KfW: „Die Clean-Oceans-Initiative ist eine europäische Antwort auf ein globales Problem. Die vergangenen zwei Jahre haben eindrucksvoll gezeigt, wie gut das funktioniert: Wir haben unser Zwischenziel bereits klar erreicht und werden weiter gemeinsam gegen die Plastikflut kämpfen. Umso erfreulicher ist es, dass sich die spanische und die italienische Förderbank unserer Initiative angeschlossen haben.“

Fabrizio Palermo, Generaldirektor der CDP: „Wir freuen uns sehr, dass wir zusammen mit unseren europäischen Partnern zum Erfolg der Clean-Oceans-Initiative beitragen können. Diese Partnerschaft zeigt, welch wichtige Rolle die europäischen Institutionen und die öffentlichen Entwicklungsbanken bei der gemeinsamen Förderung einer nachhaltigen Entwicklung spielen können – einer Entwicklung, die die Ozeane und die Biodiversität unseres Planeten schützt. Wir werden mit vereinten Kräften Finanzströme neu ausrichten und Mittel des privaten Sektors mobilisieren, um innovative Lösungen für nachhaltig saubere Ozeane zu finanzieren.“

José Carlos García de Quevedo, Präsident des ICO: „Ich gratuliere den Gründungsmitgliedern der Clean-Oceans-Initiative, AFD, EIB und KfW, zu ihrer hervorragenden Arbeit und den großartigen Ergebnissen, die sie in den zwei Jahren bereits erreicht haben. Die Verschmutzung der Meere ist ein globales Problem. Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam handeln. Aus diesem Grund beteiligt sich das ICO als nationale Förderbank an der Initiative. Wir werden Fremdkapital, Eigenkapital und Garantien für Projekte und Unternehmen bereitstellen, die zu den Zielen der Clean-Oceans-Initiative beitragen.“

Die Clean-Oceans-Initiative ermittelt Projekte, die Plastikmüll in Flüssen, Meeren und an Land reduzieren, und konzentriert sich dabei besonders auf Fluss- und Küstengebiete in Entwicklungsländern Asiens, Afrikas und des Nahen Ostens. Ein erheblicher Anteil des Plastikmülls, der in die Weltmeere gelangt, stammt von zehn großen Flusssystemen in Afrika und Asien, wo es an geregelter Müllsammlung und ‑entsorgung ebenso mangelt wie an adäquatem Abwasser- und Regenwassermanagement.

Hintergrundinformationen

Die Agence française de développement(AFD)-Gruppe bietet Finanzierungen und technische Hilfe für Projekte in Schwellenländern und in den französischen Überseegebieten. Damit unterstützt sie auch die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung. Sie hat 85 Agenturen und ist in 115 Ländern tätig, wo sie sich gegenwärtig an mehr als 4 000 Entwicklungsprojekten beteiligt. www.afd.fr

Die Cassa Depositi e Prestiti (CDP) ist Italiens Förderbank und unterstützt seit 1850 die Wirtschaft des Landes. Sie soll in erster Linie die Entwicklung der Industrie und Infrastruktur in Italien vorantreiben und damit das wirtschaftliche und soziale Wachstum des Landes ankurbeln. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist eine nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene. Die CDP unterstützt daher italienische Unternehmen auf ihrem Innovations- und Wachstumskurs innerhalb und außerhalb des Landes. Als Finanzierungs- und Beratungspartner hilft sie Kommunen, Infrastruktur aufzubauen und öffentliche Dienstleistungen zu verbessern. Die CDP beteiligt sich aktiv an Initiativen der internationalen Zusammenarbeit, um Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern durchzuführen. Sie wird vollständig durch privates Kapital (durch den Vertrieb von Postsparbüchern und Postsparbriefen sowie durch Emissionen an nationalen und internationalen Finanzmärkten) finanziert. www.cdp.it

Das Instituto de Crédito Oficial (ICO) ist eine staatliche Einrichtung und untersteht dem spanischen Ministerium für Wirtschaft und digitale Transformation. Die Förderbank wurde sowohl für KMU als auch für große Investitionsprojekte zur Anlaufstelle für Finanzierungen. Das ICO trägt zu nachhaltigem Wachstum bei und fördert Wirtschaftsaktivitäten, die aufgrund ihrer gesellschaftlichen, kulturellen, innovativen oder ökologischen Bedeutung förder- und ausbauwürdig sind. www.ico.es

Seit 1948 setzt sich die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland dafür ein, die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lebensbedingungen weltweit zu verbessern. 2019 stellte sie 77,3 Milliarden Euro bereit. Davon flossen 38 Prozent in Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz. Die KfW hat weltweit rund 80 Büros und Repräsentanzen. www.kfw.de

Material für die Medien

Broschüre zur Clean-Oceans-Initiative: https://www.eib.org/en/publications/the-clean-ocean-initiative.htm

EIB-Initiativen zum Schutz der Ozeane: https://www.eib.org/en/about/initiatives/preserving-our-oceans/index.htm

Interview mit Günther Bräunig: https://www.kfw.de/stories/environment/nature-conservation/clean-oceans-initiative-braeunig/

KfW Stories (Englisch): https://www.kfw.de/stories/dossier-plastic-waste.html