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  • 3,1 Milliarden Euro für Gesundheitsmaßnahmen und Unternehmensförderung im Zusammenhang mit Covid-19
  • 3,5 Milliarden Euro für Investitionsvorhaben des Privatsektors und Betriebsmittelkredite
  • 3 Milliarden Euro für saubere Energie und Energieeffizienz weltweit
  • 2 Milliarden Euro für die Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke Neapel–Bari (bisher größtes Projektdarlehen der EIB)

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat heute neue Finanzierungen im Umfang von 12,6 Milliarden Euro für Projekte in Europa und anderen Regionen der Welt genehmigt.

Mehr als 3,1 Milliarden Euro entfallen auf coronabedingte Investitionen. Sie sollen öffentliche Dienstleistungen und die Gesundheitsversorgung stärken und Unternehmensinvestitionen in Sektoren fördern, die besonders stark von der Pandemie betroffen sind.

Seit Beginn der Coronakrise hat die EIB 20,1 Milliarden Euro genehmigt, damit öffentliche und private Partner in der ganzen Welt Gesundheits-, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen besser meistern können.

Auf der Sitzung per Videokonferenz genehmigte der Verwaltungsrat der EIB außerdem Investitionen in den Bereichen Landwirtschaft, Wasser, Wohnungsbau, Telekommunikation und Stadtentwicklung in Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika.

Werner Hoyer, Präsident der EIB: „Nur wenn wir den Kampf gegen den Klimawandel und die Bewältigung der Coronapandemie zusammen angehen, kann ein grüner Wiederaufbau gelingen. Die Bank der EU engagiert sich weltweit, um die Folgen von Covid-19 für das Leben der Menschen, für Unternehmen und Arbeitsplätze abzufedern – und um Investitionen auf Nachhaltigkeit, Innovation und die verheerenden Folgen des Klimawandels auszurichten. Wir arbeiten mit Tausenden von Partnern vor Ort zusammen, um in dieser schwierigen Zeit das Leben der Menschen langfristig zu verbessern. Dafür hat die Bank heute 12,6 Milliarden Euro genehmigt.“

Bislang größtes Projektdarlehen verändert Verkehr in Süditalien

Zugreisende zwischen Rom, Neapel und Bari können sich ab 2027 auf kürzere Fahrtzeiten, eine schnellere, umweltfreundliche Alternative zum Auto und bessere Verbindungen freuen.

Der Verwaltungsrat hat ein historisches Darlehen von zwei Milliarden Euro für den Bau einer Hochgeschwindigkeitsverbindung genehmigt, die die Reisezeit zwischen Neapel und Bari um 100 Minuten verkürzt. In der Bauphase sollen über 2 000 Jobs geschaffen werden. Wenn die Hochgeschwindigkeitsstrecke durch die europäische Kohäsionsregion fertig ist, entstehen 200 Arbeitsplätze.

Die neue grüne Verbindung aus dem „Sblocca Italia“-Dekret der italienischen Regierung ist Teil des TEN-V-Korridors Skandinavien–Mittelmeer. Sie fördert die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in Süditalien, macht den Schienenverkehr wettbewerbsfähiger und verringert die CO2-Emissionen.

3,6 Milliarden Euro für Unternehmen im Kampf gegen die Coronafolgen

Unternehmer und Arbeitgeber müssen weiterhin investieren können und sich auf die neuen Herausforderungen einstellen, die Covid-19 mit sich bringt.

Die neuen Corona-Finanzierungsinitiativen, die die EIB heute genehmigt hat, helfen Unternehmen in den baltischen Ländern, den Benelux-Staaten, Zypern, Frankreich, Italien, Spanien, der Ukraine, Moldau und Georgien sowie in Ostafrika, Marokko, dem Nahen Osten und dem Pazifik, die Krise zu meistern.

Ziel der Programme ist es, wirtschaftliche Schocks abzufedern, neue Investitionen zu mobilisieren und Finanzierungen für Sektoren bereitzustellen, die besonders stark von der coronabedingten Unsicherheit betroffen sind. Verwaltet werden sie von Finanzierungspartnern und zwischengeschalteten Banken vor Ort.

3 Milliarden Euro für Erneuerbare-Energien-Projekte und die Energiewende

Der Verwaltungsrat der EIB genehmigte heute Darlehen für Investitionen innerhalb und außerhalb Europas, die den Energieverbrauch reduzieren und die Erzeugung sauberer Energie steigern.

1,6 Milliarden Euro kommen kleinen, lokalen Klimaschutzprojekten in Frankreich, Italien und anderen Ländern der Europäischen Union zugute. Erfahrene Finanzierungspartner werden diese Mittel verwalten.

Weitere Darlehen fördern den Bau neuer Windparks in Bosnien und vor der niederländischen Küste, mehr Energieeffizienz in Österreich und der Ukraine, die Sanierung von Wasserkraftwerken in Georgien, die Einführung intelligenter Zähler in Litauen und die Modernisierung der Stromnetze in Madeira und Ungarn.

Mit Finanzierungen für neue, netzunabhängige Solaranlagen fördert die EIB die Energiewende – Millionen Menschen in Afrika und Lateinamerika werden erstmals zuverlässig mit sauberer Energie versorgt.

2,9 Milliarden Euro für nachhaltigen Stadt- und Fernverkehr

In Italien unterstützt die EIB Investitionen in modernes Rollmaterial für das nationale Schienennetz. Außerdem stellt sie zwei Milliarden Euro für die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Neapel–Bari bereit.

In Sarajewo und Krakau fördert die Bank Investitionen in einen besseren öffentlichen Stadtverkehr, und in Bosnien und Herzegowina hilft sie, einen wichtigen Autobahnabschnitt auszubauen.

Stadtentwicklung und sozialer Wohnungsbau

Tausende Familien In Deutschland und Frankreich werden von umfangreichen Investitionen in soziale Wohnungsbauprojekte profitieren, für die heute Finanzierungsprogramme genehmigt wurden.

Der Verwaltungsrat der EIB hat auch Geld für das Stadtentwicklungsprojekt New Slussen in Stockholm bereitgestellt, das das Gesicht der schwedischen Hauptstadt verwandeln wird.

In Belgien trägt die Bank zum Bau eines neuen Regionalkrankenhauses in Tournai und einem landesweiten Investitionsprogramm zur Modernisierung psychiatrischer Einrichtungen bei.

Ein neues Programm für die Finanzierung langfristiger Investitionen im Gesundheitssektor französischer Regionen, die medizinisch unterversorgt sind, wurde ebenfalls genehmigt.