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Auf der 25. UN-Klimakonferenz wurden fünf Städte ausgewählt, die besonders ehrgeizige und möglicherweise transformative Klimaprojekte planen. Sie könnten von der Europäischen Investitionsbank (EIB) technische Hilfe erhalten, um ihre Vorhaben auf den Weg zu bringen. Bei den Projekten geht es um kritische Klimaschutzmaßnahmen in Städten. Unter anderem sollen sie die Abfallwirtschaft verbessern, die Verschmutzung von Flüssen und Meeren eindämmen, den städtischen Verkehr nachhaltig gestalten, städtische Räume begrünen und Städte klimaresilienter machen.

Die Klimavorreiter sind: Cotonou (Benin), Makindye (Uganda), Monastir (Tunesien), Jambi (Indonesien) und Recife (Brasilien). Sie qualifizieren sich nun für die nächste Phase der Global Climate City Challenge, einer Partnerschaft zwischen dem Globalen Konvent der Bürgermeister und der Europäischen Investitionsbank. Die Initiative wird von der Europäischen Kommission unterstützt.  Die ausgewählten Klimaschutzprojekte haben Vorbildcharakter für Schlüsselsektoren und Städte des globalen Südens.

Im Rahmen der Global Climate City Challenge, die September 2018 ins Leben gerufen wurde, haben sich diese fünf Städte unter 140 eingereichten Projekten und 100 Bewerberstädten durchgesetzt. Derzeit arbeiten Fachleute für Stadtfinanzierung und Klimafragen mit den Kommunen und ihren Partnern daran, die genauen Projektanforderungen festzulegen. Bei erfolgreicher Durchführung werden die Projekte auch einen erheblichen sozialen und ökologischen Nutzen haben.

Frans Timmermans, neu ernannter Co-Vorsitzender des Globalen Konvents der Bürgermeister und Vizepräsident der Europäischen Kommission für den europäischen Grünen Deal: „Die Europäische Kommission ist stolz darauf, bei diesem wichtigen Schritt zu mehr und schnellerem Klimaschutz in Städten dabei zu sein, nicht nur in Europa, sondern weltweit.“

EIB-Präsident Werner Hoyer: „Die Städte brauchen Unterstützung, um ihre Klimaprojekte auf den Weg zu bringen, und wir als ambitionierte Klimabank der EU brauchen geeignete Vorbilder. In dieser Hinsicht hat unsere gemeinsame Global Climate City Challenge enorme Bedeutung: Sie stellt Klimavorreiter wie die fünf von heute vor. Gleichzeitig hilft sie zu ermitteln, was vor Ort wirklich gebraucht wird und wie Projekte, die das Leben der einheimischen Bevölkerung verbessern und den Klimawandel bekämpfen, bankfähig gemacht werden können.“

Michael R. Bloomberg, ehemaliger Bürgermeister von New York City und Co-Vorsitzender und Mitbegründer des Globalen Konvents der Bürgermeister: „Am Globalen Konvent der Bürgermeister beteiligen sich mehr als 10 000 Städte, die gemeinsam unzählige vielversprechende Ideen mitbringen. Die Global Climate City Challenge wird dazu beitragen, aus den besten Ideen konkrete Strategien zu entwickeln, die das Leben der Menschen verbessern und von Stadt zu Stadt übernommen werden.“ 

Geraldo Júlio, Bürgermeister von Recife (Brasilien) und Präsident des regionalen Exekutivausschusses des ICLEI Südamerika: „Dass die EIB und der Konvent der Bürgermeister Recife aus weltweit über hundert Projekten ausgewählt haben, kommt zu einem ganz besonderen Zeitpunkt, nämlich nachdem Recife die brasilianische Klimakonferenz ausgerichtet und den globalen Klimanotstand ausgerufen hat. Wir wollen diese technische Hilfe nutzen, um die Klimaagenda in Recife zu beschleunigen und auch die Regierungen anderer Länder in der Region zu inspirieren.“

Mondher Marzouk, Bürgermeister von Monastir, Tunesien: „Uns mangelt es nicht an Ideen. Unser Klimaaktionsplan ist voll davon. Aber wir brauchen Geld, um die Projekte auch tatsächlich auf den Weg bringen zu können. Jetzt ist es an der Zeit, sich ehrgeizige Ziele für Klimaschutzmaßnahmen in Städten zu setzen – und wir in Monastir sind bereit zu handeln.“

Die Projekte im Einzelnen:

  • Cotonou (Benin) will seine Abfallinfrastruktur ausbauen, die Sammel- und Recyclingverfahren verbessern, grüne Arbeitsplätze schaffen, die unternehmerische Initiative in diesem Bereich fördern und den Plastikeintrag in seine Küstenlagune eindämmen.
  • Makindye (Uganda) leitet ein Konsortium aus vier Gemeinden im Großraum Kampala und entwickelt ein umfassendes Klimaaktionsprogramm, das vor allem eine integrierte Abfallwirtschaft, aber auch Energieeffizienz und städtische Grünflächen betrifft.
  • Monastir (Tunesien) untersucht, wie die Stadt mit naturnahen Lösungen klimaresilienter werden kann. Im Mittelpunkt steht die Küstenregion der Stadt, die besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels ist.
  • Recife (Brasilien) will einen Stadtpark an einem Fluss sanieren und vergrößern, um die nachhaltige Mobilität zu verbessern, das Überschwemmungsrisiko zu senken, die Auswirkungen von Hitzewellen abzufedern und gleichzeitig mehr Kohlenstoff zu speichern.
  • Jambi (Indonesien) sucht nach klimafreundlichen Lösungen für die Verkehrsüberlastung, beispielsweise durch den Einsatz von Elektrobussen.

Die Global Climate City Challenge ist Teil eines umfassenden strategischen Konzepts, das Städten helfen soll, ihre Klimaschutzziele zu verwirklichen. Die Initiative hat gezeigt, dass die Städte in der Anfangsphase mehr Unterstützung benötigen, um ihre Klimaschutzprojekte zu definieren und auf den Weg zu bringen.  Sie veranschaulicht, warum der geplante City Climate Finance Gap Fund gebraucht wird, der Mittel für Vormachbarkeitsstudien und andere Maßnahmen in den Anfangsphasen der Projektvorbereitung bereitstellen soll.

Der neue Cities Climate Finance Gap Fund wurde im Rahmen der Initiative Leadership in Urban Climate Investment (LUCI) angekündigt, die EIB-Präsident Hoyer im September auf dem UN-Klimagipfel in New York ins Leben rief.   Der Gap Fund wird von Deutschland und Luxemburg kofinanziert und gemeinsam mit dem Globalen Konvent der Bürgermeister eingerichtet. 

Weitere Hintergrundinformationen:

Die fünf ausgewählten Projekte werden derzeit im Rahmen der Projektvorbereitung genauer definiert, bevor technische Hilfe angeboten werden kann.

Weitere Informationen über die Teilnahme der EIB an der UN-Klimakonferenz in Madrid sowie eine Auswahl von Videos, Blogs und Podcasts

Der Globale Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie

Der Globale Konvent der Bürgermeister ist mit mehr als 10 000 Städten und Gebietskörperschaften das weltweit größte Städte-Klimabündnis. Im Juni 2016 haben Bloomberg Philanthropies und die Europäische Kommission unter der Leitung von Vizepräsident Maroš Šefčovič den Konvent der Bürgermeister mit dem Compact of Mayors zum Globalen Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie zusammengeschlossen. Die Städte und Partner des Globalen Konvents der Bürgermeister für Klima und Energie verfolgen ein gemeinsames, langfristiges Ziel: die Förderung freiwilliger Maßnahmen gegen den Klimawandel und den Übergang zu einer emissionsarmen und resilienten Gesellschaft. Der Konvent hilft Städten und Gebietskörperschaften dabei, ehrgeizige, messbare und durchdachte Klima- und Energiemaßnahmen auf den Weg zu bringen. Dabei arbeitet er mit städtischen/regionalen Netzwerken, nationalen Regierungen und anderen Partnern zusammen. Geleitet wird er nun von Michael R. Bloomberg und dem Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Frans Timmermans. Der Konvent umfasst Städte auf sechs Kontinenten und in 132 Ländern und vertritt über 800 Millionen Menschen oder zehn Prozent der Weltbevölkerung.