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Die EIB finanziert das neue Investitionsprogramm der Hydrobru für die Sanierung des Abwasser- und Trinkwassernetzes und den Bau von Rückhaltebecken in der Region Brüssel-Hauptstadt

Die Europäische Investitionsbank (EIB), die Region Brüssel-Hauptstadt und der Brüsseler Wasserversorger Hydrobru haben am 23. Oktober 2014 in Brüssel eine Finanzierung zur Sanierung des Abwasser- und Trinkwassernetzes sowie den Bau von Rückhaltebecken in der Region Brüssel beschlossen.

Dieses zweite Darlehen der EIB in Höhe von 250 Millionen Euro wird knapp die Hälfte der Kosten des bis 2019 laufenden Investitionsplans decken. Der Fünfjahresplan ist Bestandteil eines umfangreichen Investitionsprogramms von rund 1,5 Milliarden Euro. Danach ist vorgesehen, bis 2034 ein Viertel oder 500 Kilometer des Brüsseler Kanalisationssystems zu sanieren.

Die EIB fördert das Vorhaben, weil es ihrem Ziel eines besseren Umweltmanagements und einer nachhaltigen Entwicklung entspricht, das wiederum in Einklang mit der Umweltpolitik der Europäischen Union und ihrem Kampf gegen den Klimawandel steht. Aus diesem Grund hat die Bank in diesem Sommer auch 100 Millionen Euro an die SBGE vergeben, die für die Abwasserreinigung in der Region zuständig ist und Hochwasserschutz betreibt.

Das Trinkwassernetz in der Region Brüssel hat eine Länge von insgesamt 2 300 Kilometern. Um eine solche Infrastruktur zukunftssichernd zu verwalten, müssen jährlich 1,0 bis 1,3 Prozent der Anlagen erneuert werden. Dieses Ziel erfüllt die Hydrobru seit über zehn Jahren mit einem Budget von jährlich 20 Millionen Euro.

Das Abwassernetz erstreckt sich über mehr als 1 900 Kilometer und leitet Schmutzwasser und Regenwasser in zwei Kläranlagen im Süden und im Norden von Brüssel ab. Es stammt aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert und ist heute so marode, dass es bereits zu Straßenabsenkungen mit entsprechend hohen Folgekosten kommt. Bei Hydrobru ist man sich des Ernstes des Lage bewusst. Der Verwaltungsrat hat das Partnerunternehmen Vivaqua mit einer Bestandsaufnahme über den Zustand des Kanalisationsnetzes beauftragt, für das Hydrobru verantwortlich ist. Mittlerweile sind über 500 Kilometer Kanalisationsleitungen überprüft worden. Die Hydrobru erhöhte das Sanierungstempo seit 2010 erheblich und setzt nun jährlich 25 Kilometer Kanalisation instand. Im Wesentlichen wurde dies durch die Darlehen der EIB und die Unterstützung der Region Brüssel-Hauptstadt ermöglicht. Das Programm ist mit einem Jahresbudget von 75 Millionen Euro ausgestattet.

Die Region hat in den vergangenen Jahrzehnten eine starke Urbanisierung verzeichnet. Dies erklärt, warum bestimmte Abschnitte derzeit bei starken Regenfällen überlastet sind. Die zu niedrige Rückhaltekapazität ist einer der Hauptgründe für die häufigen Überschwemmungen in mehreren Gemeinden. Parallel zur Kanalnetzsanierung will die Hydrobru auch Maßnahmen durchführen, um das Wasser nach starken Regenfällen besser abzuleiten. Gemeinsam mit den anderen Wasserunternehmen in Brüssel baut sie Rückhaltebecken, um die regelmäßig wiederkehrenden Überschwemmungen in bestimmten Bezirken zu verhindern. Im Rahmen des ersten Fünfjahresplans 2010-2014 wurden bereits drei Rückhaltebecken gebaut und in Betrieb genommen. Vier weitere befinden sich derzeit in Bau. Insgesamt  entsteht so eine Rückhaltekapazität von 35 000 Kubikmetern. Das entspricht einem Anstieg um 40 Prozent auf kommunaler Ebene. Weitere Projekte werden derzeit geprüft und dürften dank der heute beschlossenen Finanzierung in den kommenden Jahren durchgeführt werden.

Die EIB ist nach eingehender Prüfung des Projekts von dessen Qualität überzeugt und will das Programm gemeinsam mit der Region Brüssel-Hauptstadt, die eine Garantie stellt, finanziell unterstützen. So kann sie der Hydrobru ein günstiges Darlehen von 250 Millionen Euro gewähren und die Brüsseler Wasserkunden vor schmerzhaften Tariferhöhungen bewahren. Auch für das Programm 2010-2014 wurde bereits ein Darlehen von 168 Millionen Euro vergeben.

Der Finanzierungsvertrag wird am 23. Oktober 2014 in Brüssel bei einer Veranstaltung zum 25-jährigen Bestehen der Hydrobru abgeschlossen. Für die Hydrobru unterzeichnen Präsident Jacques Martroye de Joly und Vizepräsident Pierre Lardot d’HYDROBRU, für die EIB Vizepräsident Pim van Ballekom. Anwesend sind als Vertreter der Regionalbehörden auch Rudi Vervoort, Ministerpräsident der Regierung der Region Brüssel-Hauptstadt, Finanzminister Guy Vanhengel, die für Wasserpolitik zuständige Ministerin Céline Fremault sowie zahlreiche Vertreter der 19 Brüsseler Kommunen. 

EIB-Vizepräsident Pim van Ballekom sagte:Weder die Region noch die Brüsseler Bevölkerung können auf diese Investitionen verzichten.  Die EIB ist der größte Geldgeber im Wassersektor in Europa. Sie hat mehrere Projekte für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in Flandern und in Wallonien finanziert (Aquafin, CILE, SPGE, SWDE).  Mit ihren Darlehen an die Hydrobru und an die Société Bruxelloise de Gestion de l’Eau (SBGE) setzt die EIB dieses Engagement fort. Sie schiebt wichtige Investitionsvorhaben an und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Endkunden nicht über Gebühr belastet werden.“

Die für die Wasserpolitik zuständige Ministerin Céline Fremault ergänzte: „Die Sanierung der Kanalisation und der Bau neuer Rückhaltebecken wirken sich in mehrfacher Hinsicht positiv auf die Bürger aus, nämlich durch mehr Sauberkeit, einen besseren Hochwasserschutz und mehr Umweltschutz. Diese Maßnahmen, die den Zielen der Allianz für Beschäftigung und Umwelt entsprechen, dienen dem weiteren Ausbau des Wassersektors. Sie werden auch den Unternehmen und damit dem Arbeitsmarkt in Brüssel zugute kommen. Als Umweltministerin bin ich überzeugt davon, dass es eine gute Zukunftsstrategie für Brüssel ist, die mit dem Umweltschutz zusammenhängenden Wirtschaftssektoren in Brüssel zu entwickeln.“

Jacques Martroye de Joly, Verwaltungsratsvorsitzender der Hydrobru, sagte: „Das Darlehen der EIB und die Garantie des Staates wurden nach einer eingehenden technischen und wirtschaftlichen Analyse vergeben. Dies ist ein Beweis dafür, dass die Hydrobru ihre Aufgaben entschlossen und realistisch in Angriff nimmt. Wir werden die zeitlich und finanziell ehrgeizigen Verpflichtungen einhalten, die wir im Rahmen des ersten Fünfjahresplans 2010-2014 eingegangen sind. Nun beginnen wir die zweite Phase dieser wichtigen Zusammenarbeit, die für die Brüsseler Bevölkerung von größtem Nutzen ist.“

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