- EIB-Gruppe vergibt 822 Mio. Euro als Kredite, Garantien und Zuschüsse für neue Projekte und mobilisiert Investitionen von 1,5 Mrd. Euro
- Verkehr, Gesundheit, Bildung, Energie und KMU: Finanzierungen für sichere Straßen und Schienen, mehr Energiesicherheit, bessere medizinische Versorgung sowie klimaresilientere Unternehmen und Infrastruktur
Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) trägt weiter maßgeblich dazu bei, Marktintegration, Konnektivität und grünen Wandel im Westbalkan voranzubringen. 2025 stellte sie 822 Millionen Euro für nachhaltige Konnektivität und Klimaschutz bereit, in Einklang mit den EU-Beitrittsbemühungen der Region. Davon entfielen 664 Millionen Euro auf Kredite und Garantien sowie 6,5 Millionen Euro auf Investitionszuschüsse unter ihrer Resilienzinitiative. Über den Investitionsrahmen für den westlichen Balkan (WBIF) wurden außerdem EU-Zuschüsse von 151,1 Millionen Euro unterzeichnet. Das bekräftigt die zentrale Rolle von Team Europa bei der Mobilisierung umfangreicher Mittel für Wachstum und Konvergenz in der Region.
Auf nachhaltigen Verkehr entfielen 58 Prozent der Gesamtinvestitionen, gefolgt von Gesundheit (20 Prozent), erneuerbarer Energie (13 Prozent) und Bildung (4 Prozent). Alles in allem dürften die Mittel fast 1,5 Milliarden Euro an neuen Investitionen auf den Weg bringen. 58 Prozent der Unterstützung der EIB-Gruppe tragen direkt zu Klimaschutz und ökologischer Nachhaltigkeit bei, entsprechend dem Ziel der Bank, bis 2030 mindestens 1 Billion Euro an grünen Investitionen anzuschieben. Im vergangenen Jahr wurden 1,4 Milliarden Euro für neue Projekte in der Region genehmigt; 610 Millionen Euro wurden ausgezahlt.
EIB-Vizepräsident Robert de Groot: „Unter dem EU-Wachstumsplan gab es 2025 spürbare Fortschritte in Richtung EU-Beitritt und Marktintegration. Unsere Investitionen unterstützen diese Bemühungen: Wir verbessern die Verkehrsanbindung, stärken die Energiesicherheit durch Dekarbonisierung und Diversifizierung und fördern Kompetenzaufbau und Klimaresilienz. In Montenegro haben wir ein neues Büro eröffnet, um das Land auf seinem Weg zum EU-Beitritt noch enger zu begleiten. Und wir sind bereit, unsere Unterstützung nächstes Jahr zu intensivieren, auch bei grenzüberschreitenden Projekten.“
Die EIB festigte ihre Rolle als einer der führenden Geldgeber für nachhaltige Verkehrsinfrastruktur im Westbalkan. Im Rahmen von Team Europa schnürte die Bank große Finanzierungspakete für strategische Bahnmodernisierungen: 90,5 Millionen Euro für die Strecke Durrës–Rrogozhina in Albanien, 134 Millionen Euro für Niš–Dimitrovgrad in Serbien und 175 Millionen Euro für Bar–Golubovci in Montenegro. Da diese Projekte Teil des erweiterten TEN-V-Kernnetzes sind, profitieren sie von EU-Zuschüssen von 207 Millionen Euro über den WBIF. Mit einem 150-Millionen-Euro-Kredit fördert die EIB die Modernisierung von 540 Kilometern Regionalstraßen in Serbien – für mehr Sicherheit und klimafeste Infrastruktur. Der Korridor Vc in Bosnien und Herzegowina wurde weiter unterstützt. In Serbien verbessert der EIB-finanzierte Ausbau von Binnenwasserstraßen die Schiffbarkeit der Donau. Das stärkt die Handelsströme und die regionale Integration.
Energiesicherheit und Diversifizierung als Priorität
Stärkung der Energiesicherheit und Diversifizierung waren auch 2025 Schwerpunkte. Die EIB unterzeichnete einen Kredit über 103 Millionen Euro für den 132-MW-Windpark Poklečani in Bosnien und Herzegowina. Nach Inbetriebnahme wird er jährlich 437 Gigawattstunden Strom erzeugen. Damit können etwa 72 700 Haushalte versorgt und die CO2-Emissionen um 446 900 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Der Windpark profitiert von EU-Zuschüssen sowie technischer Hilfe und ergänzt weitere EIB-finanzierte Vorhaben in der Region: den Windpark Vlašić, ein Solarkraftwerk bei Priština, die Instandsetzung von Wasserkraftwerken in Serbien sowie anstehende Investitionen in Stromnetz-Erweiterungen in Serbien sowie in Bosnien und Herzegowina. Zusammen stärken diese Projekte die Erzeugungskapazität der Region, sie erhöhen die Systemeffizienz und verbessern die langfristige Energiesicherheit.
Robert de Groot: „Wir begrüßen die starke Dynamik bei der Dekarbonisierung und Infrastruktur-Modernisierung im Energiesektor der Region. Damit verbessert die Region ihre Energiesicherheit, sie diversifiziert die Versorgung und vertieft die Marktintegration. Für eine schnellere grüne Wende haben wir mehrere Klima-Initiativen gestartet, sodass Volkswirtschaften und Unternehmen in der Region dekarbonisieren, sich an den Klimawandel anpassen und wettbewerbsfähig bleiben können.“
Grüne Innovation in regionalen KMU verankern
Die Unternehmen in der Region senken verstärkt ihre Emissionen, auch mithilfe grüner Kreditlinien der EIB. Allein in Nordmazedonien haben schon mehr als 50 Betriebe eine zusätzliche Erneuerbare-Energien-Kapazität von 105 Megawatt installiert. In Serbien hat die Initiative „EU für die grüne Agenda in Serbien“ ein innovatives Finanzierungsmodell aufgelegt, das Geberzuschüsse mit zinsgünstigen Krediten kombiniert. Die Initiative wird vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) in Zusammenarbeit mit der EIB umgesetzt und hat seit 2022 insgesamt 94 grüne Innovationen im Wert von 52 Millionen Euro unterstützt. 2025 startete die EIB außerdem die Fazilität für Innovation und grünen Wandel. Sie stellt 187 Millionen Euro als Kredite und EU-Zuschüsse für KMU-Investitionen in Digitalisierung, nachhaltige Landwirtschaft und klimafeste Technologien bereit.
Um inklusive Beschäftigung zu fördern, weitete die Bank ihre preisgekrönte Impact-Incentive-Kreditlinie mit Partnern in Serbien sowie in Bosnien und Herzegowina aus. Damit will sie Unternehmen erreichen, die Frauen, junge Menschen und Menschen mit Behinderungen beschäftigen. Im Rahmen der „Guarantee 4 SME Resilience“-Initiative der EU unterzeichnete der Europäische Investitionsfonds (EIF) 2025 Garantien von 7,9 Millionen Euro. So werden KMU-Finanzierungen von schätzungsweise 105 Millionen Euro mobilisiert, 375 Projekte unterstützt und 5 750 Arbeitsplätze gesichert.
Bildung, Gesundheitsdienste und Sanitärversorgung stärken
Auf dem Weg in die EU spielt die Modernisierung der sozialen Infrastruktur eine zentrale Rolle, um den Lebensstandard in den Ländern des Westbalkans zu verbessern. 2025 investierte die EIB 20 Millionen Euro in die digitale Transformation des Bildungssystems von Montenegro. Gemeinsam mit dem Büro der Vereinten Nationen für Projektdienste (UNOPS) startete sie eine Bestandsaufnahme zur Sicherheit, Barrierefreiheit und Energieeffizienz von mehr als 800 Schulen. Die im vergangenen Jahr eröffnete Vladimir-Nazor-Schule in Podgorica verfügt heute dank EU-Förderung über eine moderne Ausstattung für 1 200 Schülerinnen und Schüler.
In Serbien vergab die EIB 157 Millionen Euro für die Modernisierung großer Kliniken in Belgrad, Kragujevac, Niš und Novi Sad. Damit will sie den Zugang zu hochwertiger medizinischer Versorgung sichern und die Kapazität des Gesundheitswesens verbessern. Mit einem weiteren EU-Zuschuss über 35,5 Millionen Euro wird im Belgrader Stadtbezirk Palilula ein neues Abwassernetz finanziert. Das schützt die Umwelt und verbessert die Sanitärversorgung der 86 000 Einwohnerinnen und Einwohner. In Bosnien und Herzegowina förderte die EIB weiter den Ausbau des Klinikums Banja Luka.
Beratung beschleunigt Mittelabruf und Umsetzung
Die Beratung der EIB, vor allem JASPERS, unterstützte 2025 die digitale Transformation und nachhaltige Konnektivität in der Region. Für 48 aktive Projekte erbrachten Fachleute technische Hilfe, und 20 neue Aufträge wurden gestartet. Unter dem Greening-Financial-Systems-Programm helfen Beratungsteams den Zentralbanken in Nordmazedonien, Albanien sowie in Bosnien und Herzegowina, Rahmen zur Bewertung von Klimarisiken und grüne Taxonomien zu entwickeln. So können lokale Banken KMU bei grünen Investitionen besser begleiten.
Mit der EU-Delegation und der Wirtschaftskammer Nordmazedoniens veröffentlichte die Bank den ersten Leitfaden zur Dekarbonisierung für das Land. Das kostenlose Online-Tool hilft Unternehmen, Emissionen zu messen und die Dekarbonisierung zu planen. Außerdem können Unternehmen und Geschäftsbanken auf dem Westbalkan jetzt den Green Eligibility Checker nutzen. Damit lässt sich einfacher prüfen, ob Investitionen die Finanzierungskriterien der EIB erfüllen.
Hintergrundinformationen
Die EIB und die EIB Global
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten. Die EIB vergibt Mittel für Investitionen, die zu den Kernzielen der EU beitragen. EIB-Projekte stärken die Wettbewerbsfähigkeit, eine nachhaltige Entwicklung und den sozialen und territorialen Zusammenhalt. Sie fördern Innovationen und beschleunigen den Übergang zur Klimaneutralität.
Die EIB Global ist der Geschäftsbereich der EIB-Gruppe für wirksamere internationale Partnerschaften und Entwicklungsfinanzierungen sowie ein zentraler Partner bei Global Gateway. Bis Ende 2027 will sie Investitionen von 100 Milliarden Euro mobilisieren, rund ein Drittel des Gesamtvolumens von Global Gateway. Die EIB Global arbeitet als Teil von Team Europa eng und zielorientiert mit anderen Entwicklungsfinanzierungsinstituten und der Zivilgesellschaft zusammen. Über Büros in aller Welt bringt die EIB Global die EIB-Gruppe näher zu den Menschen, Unternehmen und Institutionen vor Ort.
Die EIB ist einer der größten internationalen Geldgeber im Westbalkan. Weitere Informationen zur Arbeit der EIB in der Region
Der EIF
Der Europäische Investitionsfonds (EIF) gehört zur Europäischen Investitionsbank-Gruppe. Seine Aufgabe besteht im Wesentlichen darin, kleinsten sowie kleinen und mittleren Unternehmen in Europa den Zugang zu Finanzierungsmitteln zu erleichtern. Das Angebot des EIF umfasst Risiko- und Wachstumskapital, Garantien und Mikrofinanzprodukte. Er trägt zu den EU-Zielen für Innovation, Forschung und Entwicklung, Unternehmertum, Wachstum und Beschäftigung bei. Weitere Informationen unter https://www.eif.org.
Weitere Informationen zur Arbeit der EIB im Westbalkan unter www.eib.org/publications/the-eib-in-the-western-balkans