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©RTE - Lionel Roux Photographer

Vor zehn Monaten wurden die Bauarbeiten für die drei geplanten unterirdischen 225 000-Volt-Leitungen in Angriff genommen. Heute wurde eine neue wichtige Etappe eingeleitet: In Anwesenheit des Vorstandsvorsitzenden der RTE Dominique Maillard und des Vizepräsidenten der Europäischen Investitionsbank Philippe de Fontaine Vive wurden im Gebiet der früheren Talsperre von Malpasset bei Fréjus die ersten - per Schwertransport angelieferten - Kabel verlegt. Nach seiner Inbetriebnahme im Jahr 2015 wird das Sicherheitsnetz der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA) dieselbe Versorgungssicherheit bieten, die auch den übrigen französischen Regionen gewährleistet wird.Dieses Projekt ist für die Optimierung des französischen Stromübertragungsnetzes besonders wichtig und wird von der Europäischen Investitionsbank mit einem Darlehen über 500 Mio EUR finanziell unterstützt.

Weltrekord im Bereich der Erdkabel-Technologie

Das Sicherheitsnetz wird 2015 der langjährigen Instabilität des Stromübertragungsnetzes ein Ende bereiten. Die Bretagne und die Region PACA sind in der Tat die einzigen französischen „Versorgungs-Halbinseln“. 

Die drei geplanten unterirdischen Leitungen mit einer Spannung von je 225 000 Volt sollen die einzige 400 000- Volt-Hauptleitung unterstützen, die die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur durchquert. Mit seinen alternativen Versorgungsleitungen bietet das Sicherheitsnetz eine dauerhafte Lösung, wenn die Stromversorgung über die Hauptleitung unterbrochen wird.

Die technischen Innovationen und das Spitzen-Know-how, die in diesem Projekt gebündelt werden, ermöglichen einen neuen Weltrekord: Das Projekt sieht den Bau der längsten unterirdischen Wechselstromleitung dieser Stärke (225 000 Volt) vor. Zwischen Boutre (südlich von Manosque) und Trans (südlich von Draguignan) werden insgesamt 65 km Kabel ins Erdreich eingebracht.

Die Leitungstrasse zwischen Fréjus et Biançon, auf der die ersten Stromkabel verlegt werden, ist 25 km lang und damit 4 km länger als die längste derzeit in Frankreich betriebene unterirdische 225 000-Volt-Leitung.  Die Kabel, deren Kupferleiter einen Querschnitt von bis zu 2 500 mm2 (gegenüber 1 600 mm2 bei früheren Leitungen) erreichen können, können eine Stromleistung von bis zu 800 MW übertragen.

Stromnetz im Jahr 2015

Réseau en 2015

Eine außergewöhnliche Baustelle - Arbeiten laufen auf Hochtouren

Die ersten Kilometer Kabel werden heute entlang des Forstwegs im Gebiet der früheren Talsperre von Malpasset verlegt. Der Weg ist eine der wenigen bestehenden Verbindungen zwischen dem Verteilerposten von Fréjus und dem von Biançon, am Rande des Lac de St. Cassien. Nachdem die Bauarbeiten im März 2013 abgeschlossen wurden, wurden vor einer Woche die ersten Kabeltrommeln per Schwertransport angeliefert.

Die Arbeiten an dem Sicherheitsnetz werden im Laufe des Jahres 2013 ihren Höhepunkt erreichen. Aufgrund der laufenden Bauarbeiten und der nunmehr auf einer Strecke von 107 km durchzuführenden  Kabelverlegungs- und -anschlussarbeiten kommt es häufig vor, dass mehr als 15 Baustellen und bis zu 200 Arbeiter auf mehreren Abschnitten der drei Leitungen gleichzeitig koordiniert werden müssen.  

Finanzielle Unterstützung durch die Europäische Investitionsbank (EIB)

Die Gesamtkosten des Sicherheitsnetzes für die Region PACA betragen 170 Mio EUR. Die BEI unterstützt die Optimierung des französischen Stromübertragungsnetzes mit einem Globaldarlehen von 500 Mio EUR. Dieses Darlehen wird zur Finanzierung von sieben großen Vorhaben der RTE in mehreren französischen Regionen beitragen. Das Sicherheitsnetz in der Region PACA ist eines dieser Vorhaben.

Das Netz in der Region PACA macht 15,5 % bzw. 78 Mio EUR des Gesamtdarlehens aus. Die Kosten der Arbeiten am Sicherheitsnetz belaufen sich im Jahr 2013 auf 82 Mio EUR.

Nach ihrer Kapitalerhöhung unterstützt die EIB verstärkt Projekte, die Arbeitsplätze schaffen. Das langfristige Darlehen, das die EIB dank ihres AAA-Ratings zu attraktiven Konditionen vergeben kann, ist für die RTE von großer Bedeutung. Die EIB und die RTE setzen so ihre im Jahr 2009 begonnene Zusammenarbeit fort, in deren Rahmen vor allem 2011 die Finanzierung der neuen Verbundleitung zwischen Frankreich und Spanien fiel.