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Die Europäische Investitionsbank hat heute in Nikosia drei Finanzierungsoperationen zur Unterstützung der Unternehmenstätigkeit kleiner Unternehmen in der Republik Zypern auf den Weg gebracht. Dabei arbeitet sie mit den drei größten zyprischen Banken zusammen. Die Verträge für die drei Darlehen im Gesamtbetrag von 228 Mio EUR wurden mit der Bank of Cyprus, der Marfin Popular Bank und der Hellenic Bank unterzeichnet, die aus eigenen Mitteln jeweils einen dem EIB-Darlehen entsprechenden Betrag bereitstellen.

Die Verträge wurden heute im Rahmen einer offiziellen Veranstaltung von EIB-Vizepräsident Plutarchos Sakellaris, Vassos Shiarly (General Manager der Bank of Cyprus, Domestic Banking), Thimios Bouloutas (Managing Director der Marfin Popular Bank) und Makis Keravnos (CEO der Hellenic Bank Group) in Gegenwart von rund 150 Unternehmern und des zyprischen Finanzministers Charilaos Stavrakis unterzeichnet.

Die drei Partnerbanken der EIB sind Zyperns führende Finanzinstitute. Sie verfügen über ausgedehnte Geschäftsstellennetze und umfangreiche Kundenportfolios in- und ausländischer KMU. Die drei Darlehen sind die ersten Finanzierungsoperationen der EIB mit diesen Banken. Das Darlehen an die Bank of Cyprus beträgt 120 Mio EUR, die Marfin Popular Bank erhält 50 Mio EUR und die Hellenic Bank 58 Mio EUR. Die Mittel dienen der Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in den Bereichen Industrie, kommerzielle Dienstleistungen und Fremdenverkehr in Zypern. Die Darlehen, die mit der Bank of Cyprus und der Hellenic Bank unterzeichnet wurden, können auch für die Finanzierung von KMU in Griechenland verwendet werden. Ende Mai unterzeichnete die Marfin Popular Bank über die in Griechenland ansässige MARFIN EGNATIA Bank ein EIB-Darlehen von 80 Mio EUR für KMU in Griechenland.

Zyperns Finanzminister Stavrakis erklärte: „Durch die neuen EIB-Finanzierungsoperationen über 228 Mio EUR verbessert sich die Möglichkeiten für zyprische KMU, in dieser Zeit der weltweiten Wirtschaftskrise ihren Liquiditätsbedarf zu decken. Mit den Mitteln sollen Unternehmen in den Bereichen Industrie, Fremdenverkehr, Handel und ganz allgemein Dienstleistungen unterstützt werden. Ich bin sicher, dass diese Mittel unseren Unternehmen zugute kommen werden. Wir sind daran interessiert, die Finanzierungsmöglichkeiten für kleinere Unternehmen zu verbessern. Dazu werden wir den zur Verfügung stehenden Betrag erhöhen, mehr Flexibilität einräumen und neue Finanzprodukte anbieten. Wir haben die Absicht, aber auch die Pflicht, alle verfügbaren Entwicklungsinstrumente – wie z.B. die von der EIB für die europäischen Volkswirtschaften angebotenen Produkte – zu nutzen. Deshalb haben wir vor kurzem mit der EIB-Gruppe eine Finanzierungs- und Managementvereinbarung über 20 Mio EUR unterzeichnet, die dazu dient, hier in Zypern die sogenannte JEREMIE-Initiative umzusetzen, über die gemeinsame europäische Ressourcen für kleinste bis mittlere Unternehmen bereitgestellt werden. Heute gehen wir einen großen Schritt weiter.

Anlässlich der Unterzeichnung erklärte EIB-Vizepräsident Plutarchos Sakellaris: „Die heutige Unterzeichnung ist ein Meilenstein für unsere Aktivitäten in Zypern: Die Darlehen sind die bisher größte Finanzierungsoperation zugunsten zyprischer KMU. Ferner handelt es sich um ein neues Produkt, an dem sich zahlreiche Partner aus Zypern beteiligen, und die Unterzeichnung erfolgt zum fünfjährigen Jahrestag des Beitritts Zyperns zur Europäischen Union. Es ist an der Zeit, unsere Kräfte zu bündeln und wieder auf einen Wachstumskurs zu gehen, der nur von starken und florierenden Unternehmen ausgehen kann, die in der Lage sind, Innovationen sinnvoll einzusetzen und sich bietende Chancen zu nutzen. Der Erfolg der zyprischen Wirtschaft hängt ganz stark von ihren kleinen Unternehmen ab. Deshalb setzen wir alles daran, KMU in Zypern zu unterstützen. Unsere Maßnahmen werden durch die Synergien mit unseren Partnerbanken Bank of Cyprus, Marfin Popular Bank und Hellenic Bank verstärkt. Im Rahmen der JEREMIE-Initiative wurden weitere Synergien ermittelt, die Zyperns KMU zugute kommen dürften. Diesbezüglich hat gestern ein Arbeitstreffen stattgefunden, an dem die meisten in Zypern tätigen Banken sowie Vertreter von KMU teilgenommen haben. Bei unseren künftigen Aktivitäten werden wir uns allerdings nicht ausschließlich auf KMU beschränken.

Vassos Shiarly, Bank of Cyprus, erläuterte: „KMU sind zweifellos das Rückgrat der zyprischen Wirtschaft. In den 110 Jahren unserer Geschichte waren wir uns immer ihrer Bedeutung bewusst und haben sie kontinuierlich unterstützt – sowohl in guten wie auch in Krisenzeiten. Die Unternehmenslandschaft in Zypern besteht zu fast 100% aus KMU. In Zeiten der internationalen Finanzkrise stehen uns durch die neuen EIB-Darlehen Finanzierungsmittel zur Verfügung, mit denen wir unsere KMU in Form zinsgünstiger Darlehen unterstützen können.

Efthymios Bouloutas, CEO der Marfin Laiki Bank, erklärte: „Die Marfin Laiki Bank legt großen Wert auf die Finanzierung von KMU. Sie sind ein wichtiger Bestandteil unseres Kundenstamms in Zypern. Vor einigen Monaten, als klar wurde, dass die Krise eine ernsthafte Bedrohung darstellt, hat die Geschäftsleitung der Bank beschlossen, diesen Sektor verstärkt zu unterstützen, und wir freuen uns, dass die Europäische Investitionsbank uns dabei nun zur Seite steht. Bei dieser Gelegenheit möchte ich unterstreichen, dass das Kapital, das im Rahmen dieser Vereinbarung zur Verfügung gestellt wird, ausschließlich KMU in Zypern zugute kommen wird. Für den griechischen Markt haben wir eine separate Vereinbarung mit der EIB unterzeichnet.

Makis Keravnos, CEO der Hellenic Bank Group, begrüßte die Unterzeichnung der Vereinbarung mit der Europäischen Investitionsbank: „Mit den EIB-Darlehen von insgesamt fast 250 Mio EUR können wir kleine und mittlere Unternehmen verstärkt mit Darlehen zu wesentlich günstigeren Konditionen unterstützen, als am Markt üblicherweise angeboten werden. Dazu gehört auch, dass die Darlehen zu Beginn tilgungsfrei sein können.“ Er unterstrich, dass die Hellenic Bank als sozial verantwortliche Organisation bereits frühzeitig vor den negativen Auswirkungen gewarnt hat, die die globale Finanzkrise auf die Realwirtschaft und auf KMU haben würde. Aus diesem Grund habe die Hellenic Bank als erste zyprische Bank umgehend Darlehen bei der Europäischen Investitionsbank zur Unterstützung von KMU beantragt, um sowohl ihre Kunden als auch den gesamten Unternehmenssektor Zyperns wirksam unterstützen zu können. Ferner gab er bekannt, dass die Hellenic Bank beschlossen habe, die Mittel nicht nur zyprischen sondern auch griechischen Unternehmen zur Verfügung zu stellen.

Die Vertragsunterzeichnung wurde in Zusammenarbeit mit der zyprischen Industrie- und Handelskammer CCCI und dem Arbeitgeber- und Industrieverband Zyperns (CEIF) organisiert. Beide Organisationen haben sich aktiv an der Ausrichtung der Veranstaltung beteiligt und ihre Mitglieder informiert, um die zyprische Unternehmensgemeinschaft möglichst umfassend und effizient einzubeziehen. 

Die Einschaltung der EIB dürfte sich positiv auf die mitzufinanzierenden Vorhaben auswirken, da die Unternehmen durch die längeren Laufzeiten und niedrigeren Finanzierungskosten günstigere Darlehenskonditionen erhalten. Diese neue Art von Darlehen ist einfacher und flexibler und ermöglicht es den Partnerbanken der EIB, alle Arten von Investitionen oder Ausgaben zu finanzieren, die für die Entwicklung von europäischen Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten notwendig sind. Finanziert werden können Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte sowie die Erhöhung des Betriebskapitals.

Hinweis für die Redaktion:

Tätigkeit der EIB in Zypern

Die EIB nahm ihre Finanzierungstätigkeit in Zypern 1981 auf. Seit 1996, als das Land die Beitrittsverhandlungen mit der EU aufnahm, hat sich das Finanzierungsvolumen erhöht. In den letzten 12 Jahren stiegen die Finanzierungen der EIB in Zypern auf insgesamt mehr als 1,5 Mrd EUR, wovon fast die Hälfte nach dem EU-Beitritt des Landes 2004 gewährt wurde. In den fünf Jahren von 2004 bis 2008 stellte die EIB insgesamt 645 Mrd EUR für Vorhaben in Zypern bereit. Sie trug damit dazu bei, die Ziele der EU und ihre eigenen vorrangigen Ziele zu erreichen. In dieser Zeit wurden 49% der gesamten EIB-Finanzierungen in Zypern für Vorhaben gewährt, die auf die Verbesserung des Umweltschutzes und der Lebensqualität ausgerichtet waren. In fast allen größeren Städten wie Nikosia, Limassol, Larnaca und Paphos wurden Vorzeigeprojekte im Bereich städtische Umweltinfrastruktur mitfinanziert. Dazu gehörten vor allem Wasserversorgungs- und Abwassersammelnetze. Mit 27% der gesamten, in dieser Zeit gewährten EIB-Darlehen in Zypern wurden vorrangige kombinierte Infrastrukturvorhaben finanziert wie die Entwicklung der Verkehrs- und der städtischen Infrastruktur sowie der IT-Infrastruktur für den öffentlichen Sektor. 20% der gesamten in Zypern bereitgestellten Finanzierungsmittel der EIB waren auf den Energiesektor ausgerichtet und wurden für den Bau eines neuen Kombikraftwerks in Vassilikos und eines mit Verbrennungsmotoren ausgestatteten Kraftwerks in Dekeleia eingesetzt. 32 Mio EUR wurden für die Finanzierung von Vorhaben gewährt, die Zuschüsse aus dem Kohäsionsfonds und den Strukturfonds erhielten. Um die Wirkung ihrer Tätigkeit zu steigern, arbeitet die Bank bei der Planung und Durchführung von Vorhaben, die aus Struktur- und Kohäsionsfondsmitteln unterstützt werden, eng mit den zyprischen Behörden und mit der Europäischen Kommission zusammen.

JEREMIE

Die Initiative Gemeinsame europäische Ressourcen für kleinste bis mittlere Unternehmen (Joint European Resources for Micro to Medium Enterprises – kurz JEREMIE) wird parallel zu den Programmen JASMINE, JESSICA und JASPERS durchgeführt, die die EIB-Gruppe bereits mit Unterstützung aus EU-Haushaltsmitteln einge¬richtet hat.

JEREMIE ist eine gemeinsame Initiative zur Verbesserung des Zugangs von KMU in der EU zu Finanzierungsmitteln. Sie wird aus Strukturfondsmitteln für den Programmzeitraum 2007-2013 unterstützt. Über JEREMIE haben die Mitgliedstaaten und Regionen der EU die Möglichkeit, Gelder aus den Strukturfonds sowie nationale Mittel in einen Holdingfonds einzubringen, aus dem KMU flexibel und auf innovative Weise finanziert werden können. Da die Finanzierungsmittel bei der Rückzahlung wieder in den Fonds zurückfließen und erneut investiert werden, können mehr KMU mit EU-Mitteln unterstützt werden.

Diese Initiative, die vom zur EIB-Gruppe gehörenden Europäischen Investitionsfonds (EIF) verwaltet wird, soll das unternehmerische Handeln in der EU fördern und dazu beitragen, die Ziele der Lissabon-Agenda zu erreichen und die Mittel aus den Strukturfonds in der Wirtschaft nutzbringender einzusetzen.

Hintergrundinformationen über die EIB

Die EIB - was ist das?
Die Europäische Investitionsbank wurde 1958 durch den Vertrag von Rom gegründet. Sie ist die Institution der EU für langfristige Finanzierungen. Aufgabe der Bank ist es, zur Integration, zur ausgewogenen Entwicklung und zum wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt der EU-Mitgliedstaaten beizutragen. Sie nimmt auf den Kapitalmärkten umfangreiche Mittel auf, die sie zu günstigen Konditionen für Projekte bereitstellt, die zur Erreichung der politischen Ziele der EU beitragen. Die EIB passt ihre Aktivitäten kontinuierlich an die Entwicklungen der EU-Politik an.

Die EIB:

  • besitzt eigene Rechtspersönlichkeit und ist innerhalb der EU finanziell autonom;
  • übt ihre Tätigkeit in Einklang mit der allgemein anerkannten Bankenpraxis und in enger Zusammenarbeit mit dem Bankensektor aus; dies gilt sowohl für die Mittelaufnahme an den Kapitalmärkten als auch für die Finanzierung von Investitionsvorhaben.

Wer sind die Anteilseigner?
Das Kapital der EIB wird von den 27 EU-Mitgliedstaaten gehalten. Frankreich, Deutschland, Italien und das Vereinigte Königreich haben einen Anteil von jeweils 16,2% am gezeichneten Kapital, gefolgt von Spanien mit etwas mehr als 9%.

Welche Arten von Projekten werden von der EIB finanziert?
Bei ihrer Finanzierungstätigkeit verfolgt die EIB sechs vorrangige Ziele, die von ihren Anteilseignern festgelegt werden und durch die EU-Politik vorgegeben sind. Sie betreffen im Wesentlichen die folgenden Bereiche:
1.    Zusammenhalt und Konvergenz – Maßnahmen für die wirtschaftsschwächsten Regionen der EU;
2.    kleine und mittlere Unternehmen;
3.    Energie;
4.    Forschung, Entwicklung und Innovation;
5.    Infrastruktur;
6.    Umweltschutz.

Kennzahlen der EIB für das Jahr 2008

Finanzierungsoperationen insgesamt: 57,6 Mrd EUR (+21%, gegenüber 47,8 Mrd im Jahr 2007), davon:

  • EU-Länder: 51,5 Mrd EUR
  • Beitrittsländer: 3,4 Mrd EUR
  • Nicht-EU-Länder: 2,7 Mrd EUR.

Gesamtbetrag der ausstehenden Finanzierungen zum 31. Dezember 2008: 355 Mrd EUR (+9,2%, gegenüber 324,8 Mrd im Jahr 2007).

Gesamtbetrag der durch Anleiheemissionen auf den internationalen Märkten 2008 aufgenommenen Mittel: 59,5 Mrd EUR (+9%, gegenüber 54,7 Mrd EUR im Jahr 2007), die durch 247 Emissionen in 18 Währungen aufgenommen wurden.

Gesamtbetrag der ausstehenden Anleiheverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2008: 253 Mrd EUR (2007: 246 Mrd EUR).