Die Kindergärten in Eriwan sind marode und baufällig. Mit einem großen Zuschuss europäischer Geldgeber sollen nun 150 Einrichtungen auf Vordermann gebracht werden. Der Schwerpunkt liegt auf Energieeffizienz und Sicherheit.

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Armine Hayrapetyan, Leiterin eines Kindergartens in Eriwan: „Die Sanierungsarbeiten sind notwendig, um die Gesundheit der Kinder zu schützen.“ ©EIB

Bröckelnder Putz, abblätternde Farbe, rissige Wände, brüchige Fassaden, undichte Fenster und Dächer, defekte Heizsysteme ... die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Sie beschreibt die Probleme in Armeniens Kindergärten. Und die Kleinen leiden am meisten darunter.

Die maroden Einrichtungen in Armeniens Hauptstadt sind schon eine Zumutung für das Personal. Aber für die Jüngsten werden sie jeden Tag zur Gefahr.

 „Es geht um die Gesundheit und Sicherheit der Kinder“, sagt Armine Hayrapetyan, die Leiterin eines Kindergartens in Eriwan.

Die Kinder sind besonders gefährdet

Die Kinder und Erzieherinnen werden es bald besser haben. Im Rahmen eines Sanierungsprogramms werden bis 2020 knapp 150 Kindergärten in Eriwan modernisiert. Sie sollen energieeffizient und erdbebensicher werden und die Kinder besser vor der extremen Hitze im Sommer und klirrender Kälte im Winter schützen. Dazu werden gefährliche Risse repariert, Wände verstärkt und Dächer isoliert. Außerdem bekommen die Einrichtungen neue Heizungen, LED-Beleuchtung und Solaranlagen. Und schließlich werden die Räume neu verputzt und gestrichen.

„Wir brauchen vor allem neue Türen und Fenster, denn die Kinder werden schnell krank“, erklärt Anoush Davtyan, deren vierjähriger Sohn Karen Apresyan den Kindergarten Nr. 110 in Eriwan besucht.

Die Arbeiten werden mit fünf Millionen Euro aus der Partnerschaft für Energieeffizienz und Umwelt in Osteuropa bezuschusst. Die Europäische Investitionsbank hilft bei der Verwaltung dieses Fonds, der von der Europäischen Union und anderen Geldgebern finanziert wird und Energieprojekte in der Ukraine, der Republik Moldau sowie in Georgien, Armenien, Aserbaidschan und Belarus unterstützt. Durch den Fonds erfahren die Länder, wie sie Energie und dadurch Geld sparen, den Kohlendioxidausstoß verringern und die Umwelt schützen können.

Schadstoffausstoß senken und Kosten sparen

Der im Juni 2018 unterzeichnete Zuschuss für die Kindergärten ergänzt ein EIB-Darlehen von sieben Millionen Euro, das 2017 unterzeichnet wurde, um die Energieeffizienz öffentlicher Gebäude in der Hauptstadt zu verbessern.

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Die Kindergärten in Eriwan werden künftig besser gegen die extremen Sommer- und Wintertemperaturen gewappnet sein. ©EIB

Wenn die Kindergärten in Eriwan saniert sind, sinkt der Kohlendioxidausstoß um 5 502 Tonnen pro Jahr. Gleichzeitig spart die Stadt mehr als eine Million Euro bei den Energiekosten. Vor allem aber wird das Leben für 34 500 Kinder, Erzieherinnen und andere Mitarbeiter sicherer.

Das Programm bedeutet außerdem mehr Selbstbestimmung für Frauen in Armenien. Wenn die Kindergärten besser und sicherer sind, können die Mütter ihre Kinder unbesorgt in die Betreuung geben und wieder ins Berufsleben zurückkehren. Mit ihrer neuen Gender-Strategie sorgt die EIB dafür, dass bei allen Projekten auf die Gleichstellung der Geschlechter geachtet wird. In Eriwans Kindergärten arbeiten hauptsächlich Frauen.

Das Sanierungsprogramm ist ein Vorreiterprojekt in Armenien. Es soll andere Städte und Regionen dazu anregen, ähnliche Vorhaben auf den Weg zu bringen und dafür weitere Investoren ins Boot zu holen.

Die Mutter des vierjährigen Karen Apresyan ist sich sicher, dass das Projekt ohne die Hilfe der EU-Bank keine Chance gehabt hätte:

„Deshalb ist das Energieeffizienzprogramm der Europäischen Investitionsbank sehr wichtig für uns. Wenn die Kindergärten saniert sind, wird unser Leben sicherer.“