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Montagmorgen in Prag: In den Krankenhäusern beginnt bald die Frühschicht, in den Schulen der Unterricht und für die Polizei ein neuer Arbeitstag. Viele öffentliche Bedienstete machen sich auf ihren langen Weg zur Arbeit. Aus den Vororten, wo die Mieten noch erträglich sind, pendeln sie in überfüllten Straßenbahnen oder Bussen in die Stadt.

Näher am Arbeitsplatz zu wohnen, wird für diese Beschäftigten wegen der steigenden Preise immer schwieriger. Das Thema Wohnen ist für sie in einer der am schnellsten wachsenden Hauptstädte Europas ein akutes Problem.

Ein neues Projekt soll Abhilfe schaffen. So entstehen in Prag zentrumsnah über 1 000 bezahlbare, energieeffiziente Wohnungen für öffentliche Bedienstete. Finanziert wird das Projekt von Česká spořitelna, einer der führenden Banken des Landes. Mit dabei ist die Europäische Investitionsbank mit einem Kredit über 60 Millionen Euro.

Erstes privates Großprojekt für bezahlbares Wohnen in Prag

Archive of Dostupné bydlení České spořitelny

Hinter dem Projekt steht die DBČS, eine Tochtergesellschaft der Česká spořitelna. Die neuen Wohnungen werden langfristig an rund 50 000 Pflege-, Lehr- und andere Arbeitskräfte in wichtigen Bereichen des öffentlichen Dienstes vermietet.

Durch Skaleneffekte, effiziente Vermietung und hohe Auslastung sinken die Kosten, sodass die Mieten rund 20 Prozent unter dem Marktniveau liegen.

Der Ansatz ist ähnlich wie bei einem vergleichbaren Projekt in Österreich. Dort unterstützt die Europäische Investitionsbank seit mehreren Jahren die Erste Bank mit Krediten für gemeinnützigen und geförderten Wohnraum.

Pilotprojekt für Tschechien

Die Wohnungsnot hat sich in Tschechien mittlerweile zum größten gesellschaftlichen Problem entwickelt. Eine 60-Quadratmeter-Wohnung kostet dort das 14,6-Fache des durchschnittlichen Jahreseinkommens – so viel wie nirgendwo sonst in der EU.

Tomáš Salomon, CEO der Česká spořitelna: „Bezahlbarer Wohnraum ist in Prag und in ganz Tschechien ein großes Problem. Mit unserem Projekt wollen wir helfen, dieses landesweite Problem in den Griff zu bekommen.“

Die tschechische Regierung sieht in derartigen Projekten einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem nationalen Plan für bezahlbares Wohnen. „Für mehr bezahlbaren Wohnraum müssen wir die Möglichkeiten der Kapitalmärkte ausschöpfen und vor allem Pensionsfonds in Verbindung mit EIB-Finanzierungen nutzen“, sagt Marek Blaha, CEO der DBČS.

„Dieses Projekt ist bisher einmalig in der Tschechischen Republik – das erste Großprojekt für bezahlbares Wohnen von einem Privatunternehmen ohne öffentliche Subventionen oder öffentlichen Grund und Boden“, erklärt Kamil Dörfler, Experte für Stadtentwicklung bei der EIB.

Im Rahmen der InvestEU-Beratungsplattform hat zudem ein Team der EIB die tschechische Regierung bei der Entwicklung eines nationalen Rahmens für bezahlbaren Wohnraum beraten. Der Kredit war dabei ein Teil der Planung.

Archive of Dostupné bydlení České spořitelny
„Dieses Projekt ist bisher einmalig in der Tschechischen Republik – das erste Großprojekt für bezahlbares Wohnen von einem Privatunternehmen ohne öffentliche Subventionen oder öffentlichen Grund und Boden.“
Kamil Dörfler

Experte für Stadtentwicklung bei der Europäischen Investitionsbank

Energieeffizient und langlebig

Die neuen Wohnungen sind nicht nur günstig in der Miete, sondern auch energieeffizient. Einige der Gebäude haben außerdem grüne Dächer oder Systeme, um das Regenwasser zu sammeln.

Bei der Planung wurde auch das sich wandelnde Klima in Prag berücksichtigt, die heißeren Sommer und der unregelmäßigere Niederschlag. Langlebige Baustoffe und eine einfache Instandhaltung sollen dafür sorgen, dass das Wohnen auch nach Jahren noch behaglich und bezahlbar bleibt. Nicht zuletzt senkt die gute Dämmung den Stromverbrauch und damit die Stromrechnung – zur Freude der Mieterinnen und Mieter.

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