- Erweiterte European Tech Champions Initiative bietet Wachstumsfinanzierung für europäische Innovationen und eine neue Plattform für private Investitionen
- Vergrößerte Defence Equity Facility stärkt Europas Risikokapitalumfeld im Bereich Sicherheit und Verteidigung
- Verwaltungsräte der EIB-Gruppe genehmigen 11,4 Milliarden Euro für Wettbewerbsfähigkeit, Wohnraum, bezahlbare Energiesicherheit und Weltraumaktivitäten in Europa
Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) baut erfolgreiche Finanzierungsinstrumente aus, um die technologische Führungsrolle Europas und seine Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Das haben die Verwaltungsräte der Europäischen Investitionsbank (EIB) und des Europäischen Investitionsfonds (EFI) heute beschlossen.
Die EIB-Gruppe weitet etwa die erfolgreiche European Tech Champions Initiative (ETCI) deutlich aus. Dadurch werden zusätzlich zu den öffentlichen Ressourcen der Mitgliedsländer auch mehr institutionelle Investitionen mobilisiert. Die vom EIF verwaltete Initiative ist der größte europäische Dachfonds, der sich gezielt auf die globale Expansion europäischer Innovatoren konzentriert. Er hat bereits in 14 Megafonds mit mehr als 1 Milliarde Euro investiert und elf Unicorns unterstützt, also Start-ups mit einem Marktwert von mehr als 1 Milliarde Euro.
Im zweiten Quartal 2026 startet die Gruppe eine ETCI-Plattform, auf der Investoren wie Versicherer, Pensionsfonds, Geschäftsbanken, Vermögensverwalter, Stiftungen und nationale Fördereinrichtungen geplante Mittelzusagen eintragen können. Über ihre gesamte Laufzeit hinweg strebt die Initiative Zusagen von bis zu 15 Milliarden Euro an, mit denen sie 80 Milliarden Euro an Investitionen mobilisieren will. Die Ausweitung der European Tech Champions Initiative verkleinert die Finanzierungslücke europäischer Innovatoren erheblich und stärkt die Autonomie der EU in strategischen Sektoren wie künstliche Intelligenz, Biotechnologie, Cleantech und Verteidigung.
Nadia Calviño, Präsidentin der EIB-Gruppe: „Die Zeit der europäischen Kapitalmarktunion ist gekommen, und die EIB-Gruppe kommt der Handlungsaufforderung der EU-Spitzen mit paneuropäischen Instrumenten nach, die Europas Wettbewerbsfähigkeit stärken. Sparkapital in Investitionen zu verwandeln und bei den Technologien von morgen in Führung zu sein, ist entscheidend für Europas Souveränität.“
Die Verwaltungsräte der EIB-Gruppe haben außerdem Pläne unterstützt, die Defence Equity Facility (DEF) auszuweiten. Dabei agiert der EIF als Ankerinvestor und mobilisiert Kapital für Spezialfonds für Sicherheit und Verteidigung. Nach der vollständigen Verwendung des anfänglichen DEF-Budgets von 175 Millionen Euro, hat der paneuropäische Dachfonds zunächst eine Zielgröße von 1 Milliarde Euro. Unterstützt werden sollen Unternehmen aus der Wertschöpfungskette der Bereiche Sicherheit und Verteidigung, Raumfahrt und Cybersicherheit – von Innovationen, die noch ganz am Anfang stehen, über Wachstumsfirmen und Scale-ups bis zur relevanten Infrastruktur. Die DEF hat zur Entstehung einer europäischen Community für Sicherheits- und Verteidigungsinvestitionen beigetragen und soll bei der aktuellen Ausweitung bis zu 20 neue Fonds unterstützen.
Spar- und Investitionsunion
Mit diesen Maßnahmen trägt die EIB-Gruppe konkret zur Spar- und Investitionsunion bei und ergänzt Regulierungsinitiativen wie die von der Europäischen Kommission vorgeschlagene vereinfachte Rechtsform EU Inc. In den nächsten Monaten startet die EIB-Gruppe ein Paket von Instrumenten, die Risikokapitalfonds und Gründern helfen, ihre Beteiligungen zu verkaufen. Dazu gehören Akquisitionsfinanzierungen, neue wandelbare Instrumente und gezielte Unterstützung beim Börsengang in Europa. Außerdem prüft die Gruppe ein aktiveres Management ihres Beteiligungsportfolios, um den europäischen Sekundärmarkt zu vertiefen.
Zuverlässige und bezahlbare Energie
Die Verwaltungsräte der EIB-Gruppe bestätigten außerdem neue Finanzierungen von insgesamt 11,4 Milliarden Euro, um Europa wettbewerbsfähiger zu machen, eine sichere und bezahlbare Energieversorgung zu fördern und globale Partnerschaften zu vertiefen.
Der Verwaltungsrat der EIB genehmigte neue Finanzierungen für Wohnraum in Portugal und Spanien, erneuerbare Energie in Frankreich, Irland und Spanien, Energieeffizienz in den Niederlanden, nachhaltigen Verkehr in Finnland und Rumänien, Wasserinfrastruktur in Tschechien und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Estland, Lettland und Litauen.
Ebenfalls grünes Licht gab es für einen 500 Millionen Euro schweren Kreditrahmen für kleine und mittlere Unternehmen und Midcaps im europäischen Raumfahrtsektor. Die Initiative bietet neben Liquidität und Garantien für Banken in der EU auch technische Beratung in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Das hilft Banken, in diesem strategischen Sektor mehr Kredite zu vergeben. Diese neue Unterstützung im Rahmen des TechEU-Programms der EIB-Gruppe ergänzt bestehende Instrumente für den Sektor wie Beteiligungen, Risikokapital und Direktfinanzierungen.
Der Verwaltungsrat des EIF billigte Investitionen in Europas Energiesicherheit und Innovationen im Gesundheitswesen. Darunter fallen Investitionen in Fonds, die sich auf erneuerbare Energien und nachhaltige Verkehrsinfrastruktur spezialisiert haben, ein Frühphasen-Cleantech-Fonds und eine synthetische Verbriefung, die zusätzliche Kredite für Clean-Energy-Projekte ermöglicht. Über Investitionen in zwei Technologietransfer-Fonds, einen Risikokapital-Fonds und einen Private-Equity-Fonds weitete der Verwaltungsrat die Unterstützung für Medizintechnik und das Gesundheitswesen aus. Insgesamt genehmigte der EIF-Verwaltungsrat 14 TechEU-Operationen, die über Garantien, Verbriefungen, Infrastruktur, Risikokapital und Private-Equity-Instrumente mehr Finanzierungen für europäische Innovationen bewirken.
Außerhalb der EU unterstützt die EIB Projekte für modernere und größere Telekomnetze in Afrika, neue Krankenhäuser und medizinische Ausrüstung in Montenegro sowie Unternehmensinvestitionen in Erweiterungs- und Nachbarschaftsländern. Diese Initiativen tragen zur Global-Gateway-Strategie der EU bei. Sie fördern Win-win-Partnerschaften und eine starke europäische Stimme in der Welt.
Hintergrundinformationen
EIB-Gruppe
Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) ist der Finanzierungsarm der Europäischen Union und eine der weltgrößten multilateralen Entwicklungsbanken. Ihre Anteilseigner sind die 27 Mitgliedstaaten. 2025 unterzeichnete die EIB-Gruppe 100 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen und Beratung für mehr als 870 wirkungsstarke Projekte in acht Kernbereichen, die die strategischen Ziele der EU unterstützen: Klima und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovationen, Sicherheit und Verteidigung, territorialer Zusammenhalt, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, starke globale Partnerschaften sowie die Spar- und Investitionsunion. Neben der Vergabe langfristiger Darlehen für große Infrastrukturprojekte mobilisiert die EIB-Gruppe privates Kapital für risikoreiche innovative Projekte und Unternehmen. Auf den europäischen Märkten für Venture Debt, Risikokapital, Garantien und Verbriefungen kommt ihr eine wachsende Bedeutung zu.
Der Europäische Investitionsfonds (EIF) ist die auf Garantien und Eigenkapitalbeteiligungen spezialisierte Tochtergesellschaft der EIB-Gruppe und erleichtert kleinen und mittleren Unternehmen sowie Start‑ups europaweit den Zugang zu Finanzierungen. Als Ankerinvestor mobilisiert der EIF über sein breites Netz von Partnerbanken und Investmentfonds privates Kapital und stärkt das Risikokapital‑Ökosystem, um innovative Unternehmerinnen und Unternehmer in Europa zu fördern.
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