- Finanzierungen der EIB-Gruppe in Griechenland steigen 2025 um 59 Prozent auf Rekordbetrag von 3,5 Mrd. Euro
- Fokus auf Klimaschutz, Wassersysteme, Unternehmensentwicklung und kritische Rohstoffe
- Griechenland gehört in der EU zu den Hauptempfängern von Finanzierungen der EIB-Gruppe
Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) hat 2025 neue Finanzierungen von 3,5 Milliarden Euro (einschließlich europäischer Mittel) für Griechenland bereitgestellt. Damit förderte sie verstärkt den Klimaschutz, Wassernetze und Unternehmen. Das Plus von 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr floss außerdem in Unterkünfte für Studierende und in Rohstoffe.
Der Gesamtbetrag teilt sich auf in 3,2 Milliarden Euro von der Europäischen Investitionsbank (EIB) und 271 Millionen Euro vom Europäischen Investitionsfonds (EIF), der kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Europa unterstützt. 2024 hatte die EIB-Gruppe in Griechenland 2,2 Milliarden Euro vergeben.
Zu den wichtigsten Projekten 2025 zählen ein 500-Millionen-Euro-Kredit der EIB für nachhaltige Infrastruktur in Städten sowie EIB-Kredite und -Garantien von insgesamt 950 Millionen Euro zur Finanzierung griechischer Unternehmen. Außerdem förderte die EIB mit 250 Millionen Euro die Modernisierung der Wasserinfrastruktur im Großraum Athen (Attika), 95 Millionen Euro flossen in Studierendenwohnheime auf Kreta und 90 Millionen Euro in eine bessere Versorgung mit Bauxit und Gallium, zwei für moderne Volkswirtschaften kritische Rohstoffe.
EIB-Vizepräsident Yannis Tsakiris: „Das Jahr 2025 war ein Meilenstein in der Partnerschaft zwischen Griechenland und der EIB-Gruppe. Rekordfinanzierungen von 3,5 Milliarden Euro unterstreichen unser großes Vertrauen in das Land und seine zentrale Rolle für die Zukunft Europas. Wir sind stolz, dass Griechenland 2025 mit Unterstützung der EIB zum ersten und einzigen Land in Europa mit einer Gallium-Produktion wurde. Damit stärkt es sein Industrie-Ökosystem und trägt entscheidend zu robusten strategischen Wertschöpfungsketten in Europa bei. Die EIB engagiert sich umfassend, tief und langfristig in Griechenland, von Infrastruktur über Energie, Wasser, Wohnraum und Innovation bis Unternehmertum. Gemeinsam gestalten wir ein stärkeres, resilienteres und wettbewerbsfähigeres Griechenland in einem stärkeren Europa.“
Kyriakos Pierrakakis, Wirtschafts- und Finanzminister und Präsident der Euro-Gruppe: „Wenn wir heute von der Europäischen Investitionsbank sprechen, meinen wir nicht einfach eine europäische Finanzierungsinstitution, die in Griechenland tätig ist. Wir meinen einen Partner, der dem Land hilft, die Krisenbewältigung hinter sich zu lassen und Lösungen für die Zukunft zu gestalten. Gemeinsam haben wir einen langen Weg zurückgelegt. Jetzt beginnt eine Phase der Beschleunigung. Griechenland transformiert sein Produktionsmodell. Europa strebt nach Resilienz und strategischer Autonomie. Und genau dort, wo sich diese beiden Wege kreuzen, ist unsere Zusammenarbeit mit der EIB angesiedelt. 2026 werden wir noch mehr tun. Wir werden schneller handeln, strategischer investieren und noch weiter gehen.“
Die Finanzierungen der EIB-Gruppe in Griechenland entsprachen 2025 rund 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Sie dürften Gesamtinvestitionen von mehr als 9,2 Milliarden Euro mobilisieren, das sind 3,7 Prozent des BIP.
Mit einer EIB-Förderung von durchschnittlich rund 870 Euro pro Kopf gehört Griechenland bezogen auf das BIP zu den größten Empfängern in der EU.
Wasser, Rohstoffe, Energie und Verkehr
Im vergangenen Jahr vergab die EIB-Gruppe in Griechenland rund 1,7 Milliarden Euro für Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit. Der Wasserversorger EYDAP erhielt 250 Millionen Euro, um die Versorgungsinfrastruktur für mehr als 4 Millionen Menschen in Attika zu modernisieren.
Ein EIB-Kredit über 90 Millionen Euro ging an Metlen Energy & Metals. Damit will das Industrieunternehmen in Griechenland den Abbau von Bauxit, einem wichtigen Rohstoff für Aluminium, modernisieren und eine Anlage zur Produktion von Gallium finanzieren, das für Halbleiter und Computerchips gebraucht wird. Die EIB fördert über dieses Projekt die erste Gallium-Produktionsanlage in Europa und unterstützt dabei die EU-Verordnung zu kritischen Rohstoffen. Diese soll die Versorgung mit Gütern sichern, die für den durch grüne Energien und Digitalisierung getriebenen Fortschritt besonders wichtig sind.
Im Energiesektor vergab die EIB im vergangenen Jahr 288 Millionen Euro an den Independent Power Transmission Operator. Sein Projekt wird die Inseln der nordöstlichen Ägäis – Chios, Limnos, Lesbos, Samos und Skyros – mit dem Festlandnetz verbinden.
Im Verkehrssektor stellte die EIB Joltie bis zu 17,5 Millionen Euro als Venture Debt zur Verfügung. Der griechische Betreiber von Ladestationen will das Geld nutzen, um in Griechenland die öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge aufzubauen.
Schub für Unternehmen
Vergangenes Jahr stellte die EIB für die Alpha Bank, die National Bank of Greece und die Piraeus Bank insgesamt Kredite und Garantien von 950 Millionen Euro bereit, um landesweit neue Finanzierungen für KMU und Midcap-Unternehmen zu unterstützen. Damit dürften fast 2 Milliarden Euro an Betriebsmittelkrediten, Projektdarlehen und Leasingfinanzierungen für Unternehmen mobilisiert werden.
Der EIF investierte 2025 über neun Transaktionen in Griechenland mehr als 220 Millionen Euro. Unter der griechischen Dachfonds-Initiative EquiFund II unterstützte er weitere Risikokapital- und Private-Equity-Fonds. Mit griechischen Banken unterzeichnete er Garantien für 49 Millionen Euro, die rund 340 Millionen Euro an KMU-Finanzierungen mobilisieren dürften.
Städtische und soziale Infrastruktur
Durch einen Kredit über 500 Millionen Euro für urbane Infrastruktur verbesserte die EIB den Zugang griechischer Kommunen zu langfristigen Finanzierungen. Ziel ist es, die kommunale Grundversorgung zu stärken und die Stadterneuerung im Rahmen des „Antonis Tritsis“-Programms voranzubringen, das nach einem verstorbenen griechischen Politiker und Stadtplaner benannt ist.
Dem akuten Mangel an bezahlbarem studentischem Wohnraum in Griechenland setzt die EIB einen 95-Millionen-Euro-Kredit entgegen, für energieeffiziente Studierendenwohnheime an der Universität Kreta.
Beratungsdienste der EIB
Vergangenes Jahr erbrachte die EIB-Gruppe in Griechenland auch Beratung.
Zu ihren Flaggschiff-Initiativen gehörten die Unterstützung sechs griechischer Städte bei der Umsetzung ihrer grünen Ziele, der Abschluss von Klimarisikobewertungen zu den Häfen Volos, Alexandroupoli und Patras für die weitere Infrastrukturplanung sowie Hilfe für die Dekarbonisierung griechischer Inseln.
Hintergrundinformationen
EIB
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten. Ausgehend von acht Kernprioritäten finanzieren wir Investitionen, die zu den Zielen der EU beitragen. So fördern wir die Bereiche Klima und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovationen, Sicherheit und Verteidigung, Kohäsion, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, die Kapitalmarktunion und ein stärkeres Europa in einer stabileren und friedlichen Welt.
Die EIB-Gruppe, zu der neben der EIB auch der Europäische Investitionsfonds (EIF) gehört, unterzeichnete 2024 knapp 89 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen für mehr als 900 wirkungsstarke Projekte, die Europa wettbewerbsfähiger und sicherer machen.
Alle von der EIB-Gruppe finanzierten Projekte entsprechen dem Pariser Klimaabkommen – so wie in ihrem Klimabank-Fahrplan zugesagt. Fast 60 Prozent ihrer jährlichen Finanzierungen fließen in Projekte, die direkt zu Klimaschutz, Klimaanpassung und einer gesünderen Umwelt beitragen.
Die Gruppe setzt sich für eine stärkere Integration der Märkte ein und mobilisiert mit ihrem Engagement zusätzliche Investitionen. 2024 stieß sie Rekordinvestitionen von mehr als 100 Milliarden Euro in Europas Energiesicherheit an und mobilisierte 110 Milliarden Euro an Wachstumskapital für Start-ups, Scale-ups und europäische Pioniere. Rund die Hälfte der EIB-Finanzierungen innerhalb der EU fließt in Kohäsionsregionen, wo das Pro-Kopf-Einkommen unter dem EU-Durchschnitt liegt.
Greece gets record-high EIB Group financing of €3.5 billion in 2025 with focus on climate action, water networks, business growth and raw materials
©EIB
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