- Frankreich war erneut größter Mittelempfänger der EIB-Gruppe – 10,6 Mrd. Euro von der EIB und 2,4 Mrd. Euro vom EIF
- 61 Prozent der Gelder (68 Prozent der EIB-Mittel) flossen in Klimaprojekte und 30 Prozent in Innovationen; Rekordfinanzierungen für Energie (4,5 Mrd. Euro)
- Neue Finanzierungen von 670 Mio. Euro für Verteidigung
- Mehr Geld für Industrie, Landwirtschaft und neue Technologien – für ein strategisch autonomes und wettbewerbsfähiges Europa
- Finanzierungen für nachhaltige Mobilität, Bildung, Wohnen und Gesundheit verbessern landesweit die Lebensqualität
Vergangenes Jahr vergab die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) in Frankreich langfristige Finanzierungen von 13 Milliarden Euro. Sie gingen direkt und indirekt an private Unternehmen aller Größen und an Einrichtungen des öffentlichen Sektors. 10,6 Milliarden Euro kamen von der Europäischen Investitionsbank (EIB) und 2,4 Milliarden Euro vom Europäischen Investitionsfonds (EIF), der auf die Finanzierung von KMU und Innovationen spezialisiert ist. Damit war Frankreich 2025 wie schon im Vorjahr der größte Empfänger von Finanzierungen der EIB-Gruppe.
2025 war für die EIB-Gruppe ein Rekordjahr. Sie vergab weltweit insgesamt 100 Milliarden Euro (siehe Pressemitteilung).
EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle: „In einer Zeit geopolitischer Unsicherheit setzt die EIB-Gruppe auf Projekte, die Europas strategische Autonomie stärken und die Lebensqualität verbessern. Frankreich ist mit 13 Milliarden Euro der größte Mittelempfänger der EIB-Gruppe. Von unseren Geldern flossen 61 Prozent in Klimaprojekte, 30 Prozent in Innovationen und 670 Millionen Euro in Sicherheit und Verteidigung.“
Marjut Falkstedt, geschäftsführende Direktorin des EIF: „Der EIF ist in Frankreich ein Stützpfeiler der Innovationsförderung. Wir investieren in die Technologien von morgen – bei Klima, Gesundheit und Verteidigung. Durch unsere Fondsbeteiligungen zur Förderung junger Unternehmen war Frankreich 2025 erneut unser größter Mittelempfänger.“
Klima und Energie
Die EIB-Gruppe ist die Klimabank der Europäischen Union. Frankreich war erneut der größte Empfänger von Klimafinanzierungen: Der Rekordbetrag von 8 Milliarden Euro – 61 Prozent aller Finanzierungen der EIB-Gruppe in Frankreich und fast 68 Prozent aller EIB-Finanzierungen – floss 2025 in Projekte, die zum Klima- und Umweltschutz beitragen. Für die Schwerpunktbereiche Energiewende und Energiesicherheit vergaben wir 4,5 Milliarden Euro.
Mit einem Kredit über 500 Millionen Euro an Enedis fördern wir die Modernisierung des Stromnetzes. Crédit Agricole und BPCE erhielten 500 Millionen bzw. 250 Millionen Euro für die Kreditvergabe an Hersteller von Windkraftanlagen. Und ein Kredit über 100 Millionen Euro hilft Bpifrance, den Privatsektor bei Erneuerbare-Energien-Projekten zu unterstützen. Außerdem vergab die EIB einen Kredit über 400 Millionen Euro an Orano, der mit dem Geld die Kapazitäten seiner Urananreicherungsanlage um 30 Prozent steigern will.
Umfassende Mittel wurden auch für ein grenzüberschreitendes Projekt bereitgestellt, das für Europa strategisch wichtig ist: Die EIB fördert den Stromverbund zwischen Spanien und Frankreich im Golf von Biskaya mit 1,6 Milliarden Euro, die jeweils zur Hälfte an den französischen Netzbetreiber RTE und an die spanische Red Eléctrica gehen. Das Verbundprojekt verbessert die Versorgungssicherheit in Frankreich, Spanien und Portugal – mit Vorteilen für ganz Europa.
Für die Dekarbonisierung fördern wir auch verstärkt Investitionen in nachhaltige Mobilität und die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude, Grundschulen und Gymnasien. Ebenso Projekte im Agrarsektor: Der Kredit über 70 Millionen Euro an Sodiaal – die größte Molkereigenossenschaft in Frankreich und die drittgrößte in Europa – zeigt gut, wie sich die CO2-Emissionen senken und gleichzeitig die Ernährungssicherheit erhalten lassen.
Sicherheit und Verteidigung
2025 vervierfachte die EIB-Gruppe ihre Finanzierungen für Sicherheit und Verteidigung in Europa auf mehr als 4 Milliarden Euro. Das waren rund 5 Prozent ihres gesamten Finanzierungsvolumens. In Frankreich vergab sie einen Rekordbetrag von 670 Millionen Euro, darunter einen Kredit über 400 Millionen Euro an Thales für Forschung und Entwicklung in den Bereichen Luftfahrt- und Radartechnik. Das war die erste EIB-Finanzierung an den globalen Technologieführer im Bereich Verteidigung.
Ein Kredit über 150 Millionen Euro an Banque Populaire Caisse d’Épargne (BPCE) zur Stärkung der technologischen und industriellen Basis im Bereich Verteidigung ist die erste Vereinbarung dieser Art mit einer französischen Bank. Zudem vergab die EIB 37 Millionen Euro an Cailabs, ein Unternehmen für Laserkommunikation zwischen Satelliten und Bodenstationen, sowie 25 Millionen Euro an Gatewatcher, einen Spezialisten für Cybersicherheit.
Der EIF investierte 30 Millionen Euro in den Fonds Sienna IM Héphaïstos, der ausschließlich KMU im Verteidigungssektor unterstützt.
Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und FuE
2025 vergab die EIB-Gruppe insgesamt 4 Milliarden Euro für Innovation, Digitalisierung und Humankapital. Das waren 30 Prozent ihrer gesamten Mittelvergabe in Frankreich. Ihre Finanzierungen für Innovation und neue Technologien bündelt sie unter dem TechEU-Programm, das bis 2027 mit 70 Milliarden Euro weltweit 250 Milliarden Euro mobilisieren soll.
Zu den wichtigsten Finanzierungen in Frankreich gehören der Kredit an Nexans (250 Millionen Euro) für Kabelproduktion und Kupferrecycling (ein weiterer Kredit an Kabelhersteller Prysmian dürfte die Produktion in Frankreich ebenfalls beflügeln) und der Kredit an Technip Energies (40 Millionen Euro) für Forschung und Entwicklung im Bereich Dekarbonisierung. Zu den Investitionen in Forschung und Entwicklung für die Industrialisierung gehören die Kredite an Arcelor und Renault sowie an den französisch-italienischen Halbleiterhersteller STMicroelectronics (500 Millionen Euro für mehrere Standorte in beiden Ländern).
Diese Finanzierungen stärken die europäischen Wertschöpfungsketten und erhöhen die strategische Autonomie in Schlüsselbereichen. Umfangreiche Mittel flossen zudem in die Entwicklung von Humankapital, vor allem in Bildung und Gesundheit.
Auch mehrere innovative Start-ups wurden von der EIB entscheidend gefördert, vor allem im medizinischen Bereich (MAAT Pharma und EDAP) sowie in der Bio-Landwirtschaft (Eranova, das recycelbare Kunststoffe aus Meeresalgen herstellt).
Im Rahmen der European Tech Champions Initiative, an der sich sechs EU-Länder – darunter Frankreich – beteiligen, ist der EIF zudem mit 260 Millionen Euro nunmehr der Ankerinvestor des Deeptech-Fonds Jolt Capital V.
Gebietskörperschaften, soziale Infrastruktur
Rund 4 Milliarden Euro gingen an Gebietskörperschaften und andere öffentliche Einrichtungen. Damit fördert die EIB Investitionen in Humankapital (u. a. Bildung und Gesundheit) sowie Projekte, die die Lebensqualität verbessern.
Einige Beispiele:
Bildung (1,07 Milliarden Euro): Die EIB unterstützt die Sanierung und den Neubau von Bildungseinrichtungen aller Stufen – Grundschulen (Marseille), Sekundarschulen (Departements Somme, Puy-de-Dôme und Seine-et-Marne) und Gymnasien (Region Provence-Alpes-Côte d’Azur). Die Investitionen kommen fast jedem fünften Kind in den Projektgebieten zugute.
Gesundheit (550 Millionen Euro): Umfangreiche Mittel fließen in vier Krankenhausprojekte. Sie betreffen das Krankenhaus in Lens, die Modernisierung der Universitätskrankenhäuser in Bordeaux und Montpellier sowie den Bau des Krankenhaus-Campus Saint-Ouen Grand Paris Nord. Die EIB-Kredite verbessern die Gesundheitsversorgung für mehr als 4,7 Millionen Menschen.
Wohnen (656 Millionen Euro): Fünf Projekte für bezahlbaren Wohnraum und die energetische Sanierung von Gebäuden mit den drei öffentlichen Einrichtungen CDC-Gruppe, in’li und Bordeaux Métropole Énergies. Mit den Geldern, die die EIB 2025 bereitgestellt hat, werden mehr als 15 000 Sozial- und bezahlbare Wohnungen gebaut oder saniert. In der EU hat Frankreich in den vergangenen fünf Jahren mit 3,4 Milliarden Euro die meisten EIB-Finanzierungen für den Wohnungsbau erhalten.
Energieeffizienz (90 Millionen Euro): Der Kredit an Bordeaux Métropole Énergies unterstützt ein Programm für den Ausbau der Erneuerbaren im städtischen und ländlichen Raum sowie für die energetische Sanierung von Wohnungen.
Verkehr und nachhaltige Mobilität (1,2 Milliarden Euro): Finanzierungen für Schienenprojekte in den Regionen Bretagne und Pays de la Loire, neues Rollmaterial für die Pariser Metro, Busse für Clermont-Ferrand. Das verbesserte Verkehrsangebot kommt mehr als 97 Millionen Fahrgästen pro Jahr zugute. Außerdem beteiligte sich die EIB an der Emission mehrerer grüner Anleihen, darunter von Ile-de-France Mobilité und SNCF.
Die Finanzierungen an Gebietskörperschaften und öffentliche Einrichtungen stärken die regionale Entwicklung, den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt und den gleichberechtigten Zugang zu Basisdienstleistungen. 2025 entfielen 55 Prozent der Finanzierungen der EIB-Gruppe in Frankreich auf Projekte in EU-Kohäsionsregionen.
Finanzierungen für KMU und Midcap-Unternehmen
Gemeinsam stellten EIB und EIF in Frankreich fast 4 Milliarden Euro für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie für Midcaps bereit. Damit unterstützte die EIB-Gruppe fast 60 000 Unternehmen und sicherte 849 000 Arbeitsplätze.
Rolle der EIB
Mehr als 1,7 Milliarden Euro stellte die EIB für kleine, mittlere und Midcap-Unternehmen bereit. Die Bank vergab die Darlehen an Geschäftsbanken und andere Finanzinstitute, die sie an die Unternehmen weiterleiteten. Mit solchen Darlehen über Partnerinstitute fördert die EIB-Gruppe die Realwirtschaft. Sie ermöglichen den Unternehmen, langfristige Kredite zu günstigen Konditionen aufzunehmen und stärken zugleich die Kreditvergabekapazität der Partnerinstitute.
In Frankreich arbeiten die EIB und der EIF mit einem dichten Netz von Partnerinstituten zusammen, darunter BPCE, BFCM, Arkéa, La Banque Postale, CEPAC, BRED und Crédit Agricole. Sie spielen bei der landesweiten Vergabe von Finanzierungen an Unternehmen eine Schlüsselrolle. Gefördert werden Projekte in wichtigen Bereichen der französischen Wirtschaft: energieeffizienter Wohnraum, Klimawende, Landwirtschaft und Bioökonomie, Wasserinfrastruktur, Gesundheit, Überseegebiete sowie Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette im Verteidigungs- und Sicherheitssektor.
Rolle des EIF
Ergänzend zu den Finanzierungen der EIB stellte der EIF 2025 in Frankreich insgesamt 2,2 Milliarden Euro für Unternehmen und rund 200 Millionen Euro für Infrastrukturprojekte bereit. Dafür unterzeichnete er 120 Verträge. Mit einem Gesamtvolumen von 2,4 Milliarden Euro verstärkte der EIF seine Rolle als Wachstumsmotor. Sein Portfolio umfasst drei Produktbereiche:
- Risiko- und Wachstumskapital (1,2 Milliarden Euro)
- Garantien (0,7 Milliarden Euro)
- Verbriefungen (0,5 Milliarden Euro)
Ein besonderer Schwerpunkt ist auch die Initiative für die nationale Landwirtschaft Frankreichs (INAF). Durch sie können Finanzintermediäre wie Arkéa, BPCE, Crédit Agricole und Crédit Mutuel in den kommenden Jahren Kredite von insgesamt 2 Milliarden Euro an Landwirtinnen und Landwirte vergeben und ihnen damit den Zugang zu Bankfinanzierungen erleichtern.
Beratungsleistungen
2025 erbrachte die EIB technische und finanzielle Beratung für rund dreißig Akteure, darunter öffentliche Einrichtungen, innovative Unternehmen sowie Finanzintermediäre mit breiten Projektportfolios, die den Prioritäten der Europäischen Union entsprechen. Hervorzuheben ist die Zusammenarbeit mit der Caisse des Dépôts et Consignations im Rahmen des Programms EduRenov, das mehrere hundert Gebietskörperschaften bei der Vorbereitung und Strukturierung von Energieeffizienzprojekten für Schulgebäude begleitet. Außerdem unterstützt die EIB die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur beim Aufbau eines Clusters für Sicherheit und Verteidigung, das große Industrieunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen sowie öffentliche Akteure miteinander vernetzen soll.
Hintergrundinformationen
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten. Ausgehend von acht Kernprioritäten finanzieren wir Investitionen, die zu den strategischen Zielen der EU beitragen. So fördern wir die Bereiche Klima und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovationen, Sicherheit und Verteidigung, Kohäsion, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, die Kapitalmarktunion und ein stärkeres Europa in einer stabileren und friedlichen Welt.
Die EIB-Gruppe, zu der neben der EIB auch der Europäische Investitionsfonds (EIF) gehört, unterzeichnete 2025 knapp 100 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen, die Europa wettbewerbsfähiger und sicherer machen. Alle von der EIB-Gruppe finanzierten Projekte entsprechen dem Pariser Klimaabkommen – so wie in unserem Klimabank-Fahrplan zugesagt. Fast 60 Prozent der jährlichen Finanzierungen der EIB-Gruppe fließen in Projekte, die direkt zu Klimaschutz, Klimaanpassung und einer gesünderen Umwelt beitragen.
Auf unserer Website finden Sie hochwertige, aktuelle Fotos vom Sitz der EIB.