- EIB beteiligt sich neben EBWE, IFC und weiteren Entwicklungsfinanzierern am Amber Dragon Ukraine Infrastructure Fund I
- Kapitalzusagen von rund 200 Mio. Euro im ersten Closing machen Weg frei für Investitionen in den Wiederaufbau der Ukraine
- Fonds unterstützt Infrastrukturprojekte und Unternehmen in den Bereichen Energie, Verkehr und Digitales
- EIB-Beteiligung wird aus dem „EU für die Ukraine“-Fonds der EIB für den Wiederaufbau der Ukraine finanziert, in den 16 EU-Länder eingezahlt haben
Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos hat die Europäische Investitionsbank (EIB) 50 Millionen Euro für den Amber Dragon Ukraine Infrastructure Fund I (ADUIF) zugesagt. Der ADUIF ist der erste Infrastruktur-Eigenkapitalfonds, der in der Ukraine investiert, und soll privates Kapital für den langfristigen Wiederaufbau des Landes mobilisieren.
Neben der EIB, die sich mit 50 Millionen Euro beteiligen will, werden auch Zusagen von der Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE), der International Finance Corporation (IFC), vom Swedfund und vom Impact Fund Denmark erwartet. Insgesamt dürfte der ADUIF damit beim ersten Closing rund 200 Millionen Euro einsammeln – mehr als die Hälfte seines Zielvolumens von 350 Millionen Euro. So ausgestattet kann der Fonds die ersten Investitionen starten.
Der Fonds investiert in erneuerbare Energien, Verkehr und digitale Infrastruktur. Damit hält er grundlegende Versorgungsdienste aufrecht, stärkt die Wirtschaft und macht die Ukraine langfristig resilienter. Das Fondsmanagement liegt bei einem Joint Venture von Amber Infrastructure, einem europäischen Infrastrukturinvestor, und Dragon Capital, einem führenden ukrainischen Vermögensverwalter. Diese Struktur verbindet internationale Investment-Expertise mit fundierter lokaler Marktkenntnis.
Nadia Calviño, Präsidentin der EIB-Gruppe: „Das ist genau die starke Partnerschaft, die die Welt jetzt dringend braucht. Heute zeigt die EIB-Gruppe zusammen mit ihren Partnern, dass Europa unverbrüchlich an der Seite der Ukraine steht. Wir sind stolz, in den ersten Infrastruktur-Eigenkapitalfonds für den Wiederaufbau der Ukraine zu investieren – damit die Menschen vor Ort weiter mit Energie und anderen wichtigen Dienstleistungen versorgt werden können und der Verkehr zuverlässig rollt.“
Andrew McDowell, Direktor mit Generalvollmacht der EIB Global: „Seit Kriegsbeginn hat die EIB-Gruppe in der Ukraine über vier Milliarden Euro bereitgestellt und ist mit verschiedenen Instrumenten auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingegangen. Zu diesen Instrumenten gehören auch Kapitalbeteiligungen. Sie helfen, privates Kapital dort zu mobilisieren, wo es besonders schwierig zu bekommen ist. Das ist unsere dritte Fondsbeteiligung seit Kriegsbeginn. Sie zeigt das Vertrauen, das wir in den Wiederaufbau der Ukraine und in die enorme Wirkung von Partnerschaften setzen.“
Hintergrundinformationen
Die Europäische Investitionsbank (EIB), die Bank der EU, ist seit 2007 in der Ukraine tätig. Seit dem russischen Einmarsch 2022 hat sie ihre Unterstützung deutlich ausgeweitet, um die Widerstandsfähigkeit des Landes zu stärken und den Wiederaufbau wichtiger Infrastruktur voranzubringen. Bislang hat die EIB in der Ukraine mehr als vier Milliarden Euro bereitgestellt. Mit dem Treuhandfonds „EU für die Ukraine“ (EU4U) und der breiteren EU4U-Initiative sowie als wichtiger Umsetzungspartner der 50 Milliarden Euro schweren Ukraine-Fazilität der EU will die EIB ihre Unterstützung künftig noch ausbauen. Dabei arbeitet sie eng mit der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament, EU-Ländern und internationalen Partnern zusammen.
Der „EU für die Ukraine“-Fonds wurde 2023 von der EIB als zweckgebundenes Instrument für den Wiederaufbau der Ukraine eingerichtet. 16 EU-Länder haben in den Fonds eingezahlt: Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Polen, die Slowakei, Spanien und Zypern. Mit dem Geld des Fonds kann die EIB wichtige Wiederaufbau-Projekte in der Ukraine unterstützen, die im derzeitigen Umfeld sonst keine Finanzierung erhielten. Der Fonds hilft Projektträgern außerdem, kostengünstig Kapital aufzunehmen, und macht ihre Projekte dadurch leichter finanzierbar. Der EU4U-Fonds hat in der Ukraine bereits eine Reihe von Projekten unterstützt: Unter anderem wurden kleine Unternehmen finanziert, um Arbeitsplätze zu sichern und die Wirtschaft am Laufen zu halten, Notfalldienste gestärkt und der öffentliche Nahverkehr modernisiert. So kann das Land grundlegende Versorgungsdienste aufrechterhalten und langfristig resilienter werden.
Amber Infrastructure
Amber gehört zur Boyd Watterson Global Asset Management Group LLC („Boyd“), einem globalen, diversifizierten Vermögensverwalter für Infrastruktur, Immobilien und festverzinsliche Instrumente. Boyd verwaltet ein Vermögen von mehr als 36 Milliarden US-Dollar, beschäftigt über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unterhält Niederlassungen in acht US-amerikanischen Städten sowie in zwölf Ländern. Amber selbst ist ein auf Investments, Asset Management und Fondsmanagement spezialisierter internationaler Vermögensverwalter. Sein Kerngeschäft besteht in der Verwaltung internationaler Infrastrukturanlagen in den Bereichen öffentliche Infrastruktur, Verkehr, Energie, Digitales und demografische Infrastruktur. Amber hat seinen Sitz in London und unterhält Büros in Europa, Nordamerika, Australien und Neuseeland.
Dragon Capital
Dragon Capital gehört zu den aktivsten unabhängigen Investmentmanagement-Gesellschaften und Investmentbanken in der Ukraine. Dragon Capital wurde im Jahr 2000 gegründet und verfügt inzwischen über fast 30 Jahre Erfahrung. Das Unternehmen verwaltet Fonds und investiert in der Ukraine in führende Hersteller von Waren und in Dienstleister sowie in große Wohn- und Gewerbeimmobilienprojekte.