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  • EIF verwaltet ARF-Mittel von 400 Millionen Euro im Rahmen der griechischen Mitgliedstaaten-Komponente von InvestEU
  • Initiative stärkt Wettbewerbsfähigkeit griechischer KMU, nachhaltige Investitionen und den digitalen Wandel in Einklang mit den Zielen des griechischen Aufbau- und Resilienzplans (Griechenland 2.0)
  • Mögliche neue Finanzierungen von über 1,5 Milliarden Euro für KMU, kleine Midcap-Unternehmen und Privatpersonen in Griechenland

Die EIB-Gruppe hat ihre Partnerschaft mit Griechenland durch die Unterzeichnung einer neuen Vereinbarung für den EIF gestärkt. Der EIF wird zusätzlich zu den fünf Milliarden Euro an Mitteln unter der Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF), die der EIB bereits anvertraut sind, weitere 400 Millionen Euro verwalten. Das Geld ist für kleine bis mittlere Unternehmen in dem Land bestimmt.

Die neue Unterstützung, die einen der ersten Beiträge zur Mitgliedstaaten-Komponente von InvestEU in Europa darstellt, soll griechischen KMU helfen, zu Vorzugsbedingungen Zugang zu Finanzierungen zu erhalten. Gleichzeitig soll sie Investitionen in Klimaschutz- und Digitalisierungsprojekte fördern.

Im Rahmen des neuen Mandats wird der EIF drei Garantieinstrumente umsetzen: die Portfoliogarantie für Nachhaltigkeit, mit der Investitionen in Klimaschutz, Energieeffizienz und erneuerbare Energien gefördert werden, die Portfoliogarantie für die Wettbewerbsfähigkeit von KMU, um Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum lokaler Unternehmen zu fördern, und die Portfoliogarantie für Innovation und Digitalisierung. Letztere wird griechischen Unternehmen mit hohem Forschungs- und Entwicklungsanteil den Zugang zu Finanzierungen erleichtern und die Einführung digitaler Technologien sowie die digitale Transformation vorantreiben.

Das Mandat wurde bei der Unterzeichnungsveranstaltung im Athener Büro der Europäischen Kommission am 24. November 2022 bekannt gegeben. An der Veranstaltung nahmen teil: Margaritis Schinas, Vizepräsident der Europäischen Kommission, Theodoros Skylakakis, stellvertretender griechischer Finanzminister, Christian Kettel Thomsen, EIB-Vizepräsident mit Aufsicht über die Finanzierungen der Bank in Griechenland, Hubert Cottogni, Direktor und Leiter der Abteilung Mandatsverwaltung des Europäischen Investitionsfonds (EIF), und Nikos Mantzoufas, Gouverneur der Agentur für den Aufbau- und Resilienzfonds.

Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas: „Diese Initiative ist aus mehreren Gründen wichtig. Erstens bietet sie kleinen und mittleren Unternehmen aus Griechenland eine große Chance, von der kostengünstigen Finanzierung der innovativen Darlehensfazilität zu profitieren, die die griechischen Behörden mit dem historischen Aufbau- und Resilienzfonds eingerichtet haben. Besonders freut mich, dass diese Fazilität neuen und kleinen griechischen Firmen hilft, sich auf den grünen und den digitalen Wandel vorzubereiten. Zweitens ist die Initiative ein weiterer Beleg für die langjährige Partnerschaft zwischen der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank. Mit der Bündelung ihrer Ressourcen, ihrer Erfahrung und ihres Fachwissens erzielen sie bei der Unterstützung der griechischen Wirtschaft eine größere Wirkung als allein.“

Theodoros Skylakakis, stellvertretender griechischer Finanzminister: „Mit dieser Vereinbarung über 400 Millionen Euro zwischen dem EIF und Griechenland können KMU, Midcap-Unternehmen und Privatpersonen aus Griechenland über drei Garantieinstrumente 1,5 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Dies ist nach zwei aufeinanderfolgenden Krisen (Covid-19 und die Energiekrise) extrem wichtig für ihre Zukunft. Denn sie erhalten zu Vorzugskonditionen Zugang zu Finanzierungen und können so Investitionen in Klimaschutz, Energieeffizienz und erneuerbare Energien umsetzen – mit dem Ziel, sie wettbewerbsfähiger zu machen und ihre Digitalisierung voranzutreiben. Es freut uns sehr, dass sich unsere Partnerschaft mit der EIB-Gruppe zu einem echten Asset für die griechischen Unternehmen entwickelt.“

EIB-Vizepräsident Christian Kettel Thomsen: „Die EIB freut sich, Griechenlands ehrgeizige Pläne zu unterstützen, um die Chancen des ARF auszunutzen. Mit dieser neuen Vereinbarung können unsere Partner im Land die Wettbewerbsfähigkeit griechischer KMU, nachhaltige Investitionen und den digitalen Wandel in Einklang mit dem griechischen Aufbau- und Resilienzplan direkt finanzieren. Die geplanten Finanzinstrumente bieten die Möglichkeit, KMU, kleinen Midcap-Unternehmen und Privatpersonen in Griechenland über einen privilegierten Mittelzugang mehr als 1,5 Milliarden Euro bereitzustellen. Zudem werden dadurch Investitionen in Klimaschutz und Digitalisierung auf den Weg gebracht.“

Hubert Cottogni, Direktor und Leiter Mandatsverwaltung beim Europäischen Investitionsfonds: „Wir freuen uns, aufbauend auf unserer langjährigen Beziehung zu Griechenland lokalen KMU zu helfen, die finanziellen Engpässe zu überwinden, die die beiden zurückliegenden Finanzkrisen mit sich gebracht haben, und neue Wege für Investitionen in Griechenland in den kommenden Jahren zu eröffnen. Dank der Vereinbarung über 400 Millionen Euro zwischen dem EIF und Griechenland wird sich der Zugang zu Krediten für griechische Unternehmen deutlich verbessern. Heute veröffentlicht der EIF auf seiner Website die Informationen zur bereits veröffentlichten Aufforderung zur Interessenbekundung für InvestEU. Dem Markt stehen drei Garantieinstrumente zur Verfügung, mit denen die Multiplikatorwirkung nationaler Investitionen erhöht werden kann.“

Nikos Mantzoufas, Gouverneur der Agentur für den Aufbau- und Resilienzfonds: „Die heute mit der Europäischen Investitionsbank unterzeichnete und über den Europäischen Investitionsfonds umgesetzte Vereinbarung richtet sich besonders an KMU. Sie zeigt, dass der Aufbaufonds in Griechenland in eine umfassende Strategie eingebettet ist, die alle nachhaltigen Unternehmen betrifft. Wir freuen uns sehr, die hervorragende Zusammenarbeit mit der EIB und der EU generell in Sachen ARF fortzusetzen – eine Zusammenarbeit, die sowohl der Gesellschaft als auch den Unternehmen zugutekommt.“

Förderung von „Griechenland 2.0“

Griechenland erhält aus der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) voraussichtlich Zuschüsse und Darlehen von 31 Milliarden Euro. Diese einmalige Hilfe soll dazu beitragen, die unmittelbaren wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Coronapandemie abzufedern. Ende 2021 unterzeichnete die EIB das größte bilaterale ARF-Mandat mit Griechenland. Darin wurde neben der grundlegenden Struktur der Partnerschaft festgelegt, dass die EIB bis zu fünf Milliarden Euro der ARF-Investitionen in Griechenland als Teil des nationalen Aufbauplans „Griechenland 2.0“ verwalten wird.

Diese Partnerschaft zwischen Griechenland und der EIB-Gruppe wird nun verlängert. Der EIF soll zusätzliche 400 Millionen Euro aus der Aufbau- und Resilienzfazilität verwalten, um griechischen Unternehmen stärker unter die Arme zu greifen.

EIF mit starker Bilanz in Griechenland

Seit seiner Gründung hat der EIF Griechenland mit 3,79 Milliarden Euro unterstützt und damit Finanzierungen von 13,35 Milliarden Euro ermöglicht. Bis heute haben 35 000 KMU von den Programmen des EIF profitiert. In 50 000 Transaktionen wurden mehr als 276 000 Arbeitsplätze gesichert.

Insgesamt 91 Mandate und operative Vereinbarungen wurden mit griechischen Vertragspartnern unterzeichnet, darunter der griechische Staat, lokale Finanzintermediäre, Fondsmanager und Mikrofinanzanbieter. Die Finanzierungen des EIF in Griechenland erreichten im Zeitraum 2021–2022 ein Volumen von 2,11 Milliarden Euro. Damit belegt das Land in der Liste der vom EIF unterstützten EU-Länder Platz sieben.           

Rekordvolumen der EIB im Jahr 2021

Die EIB-Gruppe verzeichnete vergangenes Jahr ihr bislang größtes Engagement in Griechenland. Die Mittel flossen in Investitionen und Innovationen von Unternehmen, in die Stadterneuerung, die Energiewende und die Digitalisierung öffentlicher Dienste. 2021 stellten die EIB und der EIF insgesamt 4,85 Milliarden Euro für private und öffentliche Investitionen bereit – das größte Mittelvolumen seit Aufnahme ihrer Tätigkeit in Griechenland vor 59 Jahren.

Die Finanzierungen der EIB-Gruppe in Griechenland entsprachen 2,7 Prozent des nationalen BIP. Stärker ist die Gruppe in keinem anderen Land der Welt engagiert.

Griechenland zählt auch zu den Ländern, die am meisten vom Europäischen Garantiefonds (EGF) profitieren. Der Fonds wurde von der EIB-Gruppe und EU-Mitgliedstaaten aufgelegt, um Unternehmen in der Coronapandemie finanziell unter die Arme zu greifen. Mit Garantien von 2,7 Milliarden Euro erleichtern die EIB und der EIF Betrieben in ganz Griechenland den Zugang zu Finanzierungen.

Hintergrundinformationen

Der EIF

Der Europäische Investitionsfonds (EIF) gehört zur Europäischen Investitionsbank-Gruppe. Seine Aufgabe besteht im Wesentlichen darin, kleinsten sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Europa den Zugang zu Finanzierungsmitteln zu erleichtern. Sein Angebot umfasst Risiko- und Wachstumskapital, Garantien und Mikrofinanzprodukte, die genau auf dieses Marktsegment zugeschnitten sind. Damit trägt der EIF zu wichtigen Zielen der EU bei, wie Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum, Innovation und Digitalisierung, soziale Wirkung, Kompetenzen und Humankapital, Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit und vieles mehr.

HINWEIS: Heute wird eine Informationsunterlage zum Aufruf zur Interessenbekundung für InvestEU im Zusammenhang mit der griechischen Mitgliedstaaten-Komponente veröffentlicht. Ab heute finden Banken auf der Website des EIF alle Informationen, um die Portfoliogarantien zu beantragen, die im Rahmen dieser zusätzlichen Unterstützung unter InvestEU angeboten werden.