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  • Inbiose unterzeichnet 15-Millionen-Euro-Darlehen mit der Europäischen Investitionsbank, um Forschung und Entwicklung auszubauen und die Markteinführung seiner Produkte zu beschleunigen
  • EIB-Finanzierung stärkt europäische Technologie durch nicht verwässernde Finanzierung mit langer Laufzeit zur Unterstützung der Geschäftspläne von Inbiose
  • Die Finanzierung wird aus dem Europäischen Garantiefonds (EGF) besichert, der Teil des 540 Milliarden Euro schweren Covid-19-Rettungspakets der EU ist

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat mit dem belgischen Biotech-Unternehmen Inbiose einen Finanzierungsvertrag über 15 Millionen Euro unterzeichnet. Das KMU legt den Schwerpunkt auf neuartige Herstellungsverfahren für die Synthese von humanen Milch-Oligosacchariden (HMO), funktionale Zucker für eine breite Palette von Anwendungen, die in erster Linie Zutat von Babynahrung sind.

Muttermilch schützt Säuglinge vor Infektionen und Entzündungen, fördert die Entwicklung des Immunsystems und einer gesunden Bakterienflora im Darm und wirkt sich positiv auf die Entwicklung des Gehirns aus. In der Muttermilch dürften mehr als 100 strukturell unterschiedliche HMO enthalten sein. Als eines der wenigen Unternehmen, das HMO im kommerziellen Maßstab herstellen kann, plant Inbiose hohe Investitionen in FuE und in die Steigerung der Herstellungskapazität. Beides soll aus den Mitteln der EIB-Finanzierung unterstützt werden.

Die Finanzierung wurde durch das neue Venture-Debt-Instrument des Europäischen Garantiefonds (EGF) ermöglicht. Der EGF, eine gesamteuropäische Initiative, unterstützt langfristig profitable kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei, die pandemiebedingten, anhaltenden finanziellen Unsicherheiten zu überwinden.

Prof. Wim Soetaert, Mitgründer und CEO von Inbiose: „Wir freuen uns sehr über die finanzielle Unterstützung durch die EIB. Sie wird Inbiose helfen, schneller zu wachsen und unsere innovativen humanen Milch-Oligosaccharide auf den Markt zu bringen. Ich schätze besonders das Vertrauen, das die EIB in unser junges Unternehmen und unser Team setzt, das sich voll und ganz der Förderung der menschlichen Gesundheit verschrieben hat.“

EIB-Vizepräsident Kris Peeters: „Inbiose ist ein weiteres Beispiel für ein sehr innovatives belgisches Unternehmen, das weltweit tätig ist und das wir nur zu gern unterstützen. Europa fördert vorrangig europäische Forschung und Entwicklung. Die Bank freut sich, Inbiose auch dank der Besicherung durch den Europäischen Garantiefond, an dem sich Belgien maßgeblich beteiligt hat, unterstützen zu können.“

Hintergrundinformationen

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Die EIB vergibt langfristige Mittel für solide Projekte, die den Zielen der EU entsprechen. Die EIB ist die einzige Bank, die den EU-Ländern gehört und europäische Ziele verfolgt. Dabei arbeitet sie eng mit den anderen EU-Einrichtungen zusammen. Allein im Jahr 2020 vergab die Bank in Belgien Darlehen von fast 1,3 Milliarden Euro für Projekte in Bereichen wie Gesundheitsversorgung, Wasserwirtschaft, Bildung und kleine und mittlere Unternehmen.

Der Europäische Garantiefonds (EGF) wurde mit Beiträgen Belgiens und anderer EU-Länder von der EIB-Gruppe eingerichtet, um von der Covid-19-Krise betroffenen Unternehmen unter die Arme zu greifen. Mit fast 25 Milliarden Euro an EGF-Garantien können die EIB und der EIF vor allem kleine und mittlere Unternehmen schnell mit Krediten, Garantien, ABS sowie Eigenkapital- und sonstigen Finanzinstrumenten versorgen. Der EGF ist Teil des Hilfspakets der Europäischen Union von insgesamt 540 Milliarden Euro für die Bereiche der europäischen Wirtschaft, die am stärksten unter der Krise leiden.

Inbiose ist ein belgisches Biotech-KMU, das den Schwerpunkt auf neuartige Herstellungsverfahren für die Synthese von humanen Milch-Oligosacchariden (HMO) legt. Das sind funktionale Zucker für eine breite Palette von Anwendungen, die in erster Linie als Zutat von Babynahrung genutzt werden. Das Unternehmen wurde 2013 als Ausgründung der Universität Gent errichtet und hat mittlerweile 50 Beschäftigte. Es befindet sich auf einem der weltweit größten Biotech-Campus in Gent (Belgien). Das Unternehmen betreibt seine Forschung und Entwicklung sowie seine sonstige Geschäftstätigkeit im Technologiepark von Zwijnaarde.