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  • 7. Auflage des vom EIB-Institut ausgeschriebenen Wettbewerbs für Soziale Innovation – Preise gehen an europäische Sozialunternehmen mit neuen Konzepten, die das Leben der Menschen verbessern
  • Sonderkategorie ist in diesem Jahr die Kreislaufwirtschaft, zu der am 25. Oktober in Kopenhagen eine internationale Konferenz stattfindet

Sieger des diesjährigen Wettbewerbs für Soziale Innovation, den das EIB-Institut ausrichtet, sind die Unternehmen Glowee aus Frankreich und Speak Social aus Portugal. Mit dem Wettbewerb sollen innovative Initiativen ausgezeichnet und gefördert werden, die soziale und ökologische Verbesserungen bringen. Die Preisverleihung fand gestern im Innovationszentrum „Matrikel1“ in Kopenhagen statt.

Mit Blick auf die internationale Konferenz zur Kreislaufwirtschaft, die am 25. Oktober im „Schwarzen Diamanten“ der Kopenhagener Bibliothek stattfindet, wurden die Sonderpreise dieses Jahr für Initiativen in der Kreislaufwirtschaft vergeben. Die Preise in dieser Kategorie gingen an iNex Circular aus Frankreich und Chrysalix Technologies – BioFlex aus Großbritannien.

Glowee entwickelt nachhaltige biologische Lichtquellen, die auf Abfallprodukten basieren und erneuerbare Biomasse produzieren. Um Licht zu erzeugen, nutzt das Unternehmen die Biolumineszenz von Lebewesen wie Leuchtkäfern, Glühwürmchen, Quallen, Tintenfischen und Fischen. Als Zusatzpreis erhielt Glowee einen Beratungsgutschein von EY Transaction Advisory Services in Brüssel.

Speak Social ist ein Technik-Start-up im sozialen Sektor, das Migranten, Flüchtlinge und Einheimische miteinander verbindet. Hierzu hat das Unternehmen ein Programm für den sprachlichen und kulturellen Austausch entwickelt, über das jeder seine eigene Sprache vermitteln und eine neue erlernen kann.

iNex Circular ist eine „Kontaktbörse“ für Unternehmen, die Abfälle entweder anbieten oder als Rohstoffe suchen – sozusagen ein „Tinder für Abfälle“.

Chrysalix Technologies – BioFlex ist ein chemischer Prozess für das Recycling von Altholz, um es als kostengünstigen Rohstoff für Chemikalien, Brennstoffe und Werkstoffe zu verwenden.

Zum dritten Mal in Folge bietet das EIB-Institut in Partnerschaft mit der INSEAD Business School zwei Unternehmen die Möglichkeit, am Social-Entrepreneurship-Programm von INSEAD teilzunehmen. In diesem Jahr sind dies Trigger Systems aus Portugal und iNex aus Frankreich.

Trigger Systems hat eine integrierte Lösung entwickelt, die große Datenmengen analysiert, um die Wasser- und Energieeffizienz zu steigern.

Zum zweiten Mal finanziert das EIB-Institut 2018 für bis zu zwei Vertreter ausgewählter Projektteams einen Arbeitsaufenthalt im nordportugiesischen Business-Inkubator IRIS. Diese besondere Chance erhalten in diesem Jahr Sensovida aus Spanien und QTrobot aus Luxemburg. IRIS ist ein Gründerzentrum für soziale Innovation zur Förderung der Regionalentwicklung.

Sensovida ist eine innovative Telecare-Lösung, die älteren Menschen ermöglicht, ein unabhängiges Leben im eigenen Zuhause zu führen.

QTrobot Autism Therapy ist ein ausdrucksstarker humanoider Roboter mit einer intuitiven Benutzeroberfläche, der für die Therapie von Menschen mit Autismus gedacht ist.

Francisco de Paula Coelho, Dekan des EIB-Instituts, erklärte: „Die heute vorgestellten Projekte zeigen, welch großes Potenzial für soziale Innovation in Europa steckt. Die Vorschläge reichen von Technik, die die Inklusion autistischer Menschen fördert, bis hin zu digitalen Lernprogrammen für Flüchtlinge. Ich bin beeindruckt von der Vielfalt und Kreativität der 15 Initiativen, die mit innovativen Ideen soziale Bedürfnisse erfüllen, gesellschaftlicher Ausgrenzung entgegenwirken und die Umwelt schützen.“

Elena Casolari, Vorsitzende der Jury, fügte hinzu: „Die diesjährigen Finalisten führen uns vor Augen, wie dringend wir wirkungsvolle Lösungen und neue Geschäftsmodelle brauchen. Wir alle sind erneut überwältigt von den soliden Konzepten, aus denen herausragende Ideen und Vorschläge hervorgegangen sind. Sie alle bieten echte Lösungen für hartnäckige Probleme an, die eine breite Wirkung entfalten können.“

Der soziale Aspekt war auch für die dänische Unternehmerin Lise Pape, die 2017 den ersten Preis gewann, ein wichtiger Antrieb. Die Erkrankung ihres Vaters bewegte sie dazu, „WalkWithPath“ zu gründen und eine spezielle Gehhilfe für Parkinson-Patienten zu entwickeln. Lise Pape ist überzeugt: „Der großartige Preis war ein Gütesiegel für uns. Das hat uns große Vorteile im Networking und bei der Suche nach Investoren gebracht.“

Hintergrundinformationen:

Der Wettbewerb für Soziale Innovation wurde erstmals 2012 vom EIB-Institut durchgeführt. Er findet jedes Jahr in einem anderen Land statt und soll europäische Unternehmen fördern, die in erster Linie soziale, ethische oder ökologische Ziele verfolgen. Die Teilnehmer setzen sich mit ihren Projekten unter anderem dafür ein, die Arbeitslosigkeit und die Ausgrenzung benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu bekämpfen und den Zugang zu Bildung zu erleichtern. Die Finalisten der bisherigen Wettbewerbe bilden eine wachsende Gemeinschaft an sozialen Unternehmen aus bislang 21 Ländern, die mit ihren mehr als 100 Projekten bereits viel erreicht haben.

Aus 212 Vorschlägen aus 31 Ländern wurden zunächst 15 Finalisten aus sieben Ländern für den Wettbewerb ausgewählt.

In der Endrunde mussten die Finalisten ihre Projekte einer Jury aus sechs Experten für soziale Innovation präsentieren und sich deren Fragen stellen. Mitglieder der Jury unter dem Vorsitz von Elena Casolari (OPES Impact Fund) waren Hans Wahl (INSEAD), Olivier de Guerre (PhiTrust), Kaat Peeters (Sociale Innovatiefabriek), Kai Hockerts (Copenhagen Business School) und Olivier de Jamblinne (Fondation Roger de Spoelberch).

Der nächste Wettbewerb für Soziale Innovation wird im Februar 2019 ausgeschrieben. Die Preise der Sonderkategorie werden dann an Projekte vergeben, die sich mit nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion befassen.

Das EIB-Institut wurde innerhalb der EIB-Gruppe (Europäische Investitionsbank und Europäischer Investitionsfonds) eingerichtet, um Initiativen für das Gemeinwohl in Europa – vor allem in den Mitgliedstaaten der EU – zu unterstützen. Diese Initiativen sollen Ungleichheiten verringern, Wissen, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit fördern und für Zusammenhalt in ganz Europa sorgen. Weitere Informationen finden Sie unter institute.eib.org