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  • Das portugiesische Unternehmen Windplus erhält 60 Millionen Euro aus dem Programm „InnovFin – Demonstrationsprojekte im Energiesektor“ für den Bau eines schwimmenden Windparks vor der portugiesischen Küste
  • Windplus ist eine Tochtergesellschaft der EDP Renováveis, Repsol und Principle Power
  • Das Vorhaben, 20 Kilometer vor der Küste von Viana do Castelo, beschleunigt die Einführung der neuen WindFloat-Technologie, die in tiefen Gewässern, wo Fundamente nicht im Meeresboden verankert werden können, eine höhere Windausbeute ermöglicht
  • Das Darlehen stellt die Europäische Investitionsbank gemeinsam mit der Europäischen Kommission über das Finanzierungsinstrument „InnovFin – Demonstrationsprojekte im Energiesektor“ bereit. Das Instrument ist Teil des Programms „InnovFin – EU-Mittel für Innovationen“, das aus dem EU-Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 finanziert wird
  • Das Projekt erhält außerdem Mittel aus dem NER300-Programm der EU und aus dem portugiesischen Emissionshandelsfonds

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat heute ein Darlehen von 60 Millionen Euro an die Windplus S.A., eine Tochtergesellschaft der EDP Renováveis (79,4 Prozent), Repsol S.A. (19,4 Prozent) und Principle Power Inc. (1,2 Prozent) unterzeichnet. Das Unternehmen will den ersten schwimmenden Offshore-Windpark seiner Art bauen und betreiben. Dabei setzt es Halbtaucherplattformen ein, die vor der nördlichen Küste Portugals, 20 Kilometer von Viana do Castelo, in einer Tiefe von 85 bis 100 Metern positioniert werden.

EIB-Vizepräsidentin Emma Navarro und João Manso Neto, CEO der EDP Renováveis und Vertreter der Windplus, besiegelten den Vertrag heute in Lissabon. Das 60-Millionen-Euro-Darlehen für den schwimmenden Windpark wird aus dem Programm „InnovFin – Demonstrationsprojekte im Energiesektor“ zur Verfügung gestellt, das aus Mitteln des aktuellen EU-Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont 2020 finanziert wird. Das Projekt erhält außerdem 29,9 Millionen Euro aus dem NER300-Programm der EU und bis zu sechs Millionen Euro aus dem Emissionshandelsfonds des portugiesischen Staats.

EIB-Vizepräsidentin Emma Navarro: „Wir freuen uns, ein derartiges Meilensteinprojekt für den Erneuerbare-Energien-Sektor zu fördern. Die Bank der EU finanziert damit hochmoderne Energietechnologie, die in Portugal zum Einsatz kommen wird. So können Windparks an Standorten errichtet werden, die bisher nicht in Frage kamen, und Europa kann seine Vorreiterrolle bei der Entwicklung innovativer Lösungen für den Klimawandel weiter ausbauen. Mit dem Darlehen bekräftigt die EIB ihr Engagement für Innovation und Klimaschutz.“

Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation: „Die heutige Vereinbarung ist ein weiteres Beispiel dafür, wie EU-Mittel das Risiko innovativer Energielösungen wie WindFloat mindern. Wir brauchen bahnbrechende Technologien, damit Europa den Übergang zu sauberer Energie schneller vollziehen und den globalen Kampf gegen den Klimawandel anführen kann. Dies verbessert letztlich unsere Lebensbedingungen, schafft neue Arbeitsplätze für unsere Bürgerinnen und Bürger und lässt die Wirtschaft wachsen.“

António Mexia, CEO von EDP: „Engagement für erneuerbare Energien und hohe Investitionen in die Innovation – darauf hat die EDP in den vergangenen Jahren ihre strategischen Schwerpunkte gelegt. Unsere Gruppe baut ihre Erneuerbare-Energien-Kapazitäten weiter aus. Sie tut dies sowohl in den Märkten, in denen sie bereits präsent ist, als auch in neuen Ländern. WindFloat testet eine neue, vielversprechende Technologie und positioniert die EDP erneut als weltweit führendes Windkraftunternehmen, das mit dem Projekt nun auch im Offshore-Bereich Pionierarbeit leistet. Die neue Technologie, die sich für tiefe Gewässer wie die vor Portugal eignet, hat sich in der ersten Phase unter schwierigen Bedingungen bereits bewährt. In der nächsten Phase geht es nun darum, den Übergang zur kommerziellen Nutzung zu schaffen.“

Antonio Lorenzo, CFO von Repsol: „Das wegweisende Projekt unterstreicht Repsols Engagement für Innovation und die Energiewende. Als Multi-Energieversorger steht die Erzeugung CO2-armen Stroms für uns an erster Stelle.“

Joao Metelo, CEO von Principle Power: „Die Finanzierung ist für Principle Power und für schwimmende Windkraftanlagen allgemein ein großer Meilenstein, denn sie zeigt, dass die Technologie finanzierbar und weltweit für die kommerzielle Nutzung bereit ist.“

Das Projekt wird von dem Windplus-Konsortium durchgeführt, das sich im Eigentum der EDP Renováveis (79,4 Prozent), der Repsol (19,4 Prozent) und der Principle Power Inc. (1,2 Prozent) befindet. Der Windpark besteht aus drei Windkraftanlagen auf schwimmenden Fundamenten, die auf dem Meeresboden in 100 Metern Tiefe verankert werden. Er wird eine installierte Leistung von 25 Megawatt haben, was dem Stromverbrauch von 60 000 Haushalten im Laufe eines Jahres entspricht.

Auf dem Gebiet der innovativen schwimmenden Windparks ist er ein Vorzeigeprojekt, das zur Entwicklung, Standardisierung und Optimierung modularer schwimmender Plattformen mit mehreren Megawatt Leistung beitragen wird. Dies ist ein wichtiges Ziel des Strategieplans für Energietechnologie (SET-Plan) der Europäischen Kommission. Zwei der Plattformen werden im portugiesischen Setúbal, die dritte im spanischen Avilés und Fene gebaut.

Knapp 80 Prozent der Offshore-Windkraftressourcen dürften in europäischen Gewässern mit einer Tiefe von mindestens 60 Metern zu finden sein, wo fest installierte Windparks wirtschaftlich nicht attraktiv sind. Durch die Entwicklung der schwimmenden Offshore-Windkraftanlagen können Kostensenkungsmechanismen des Sektors genutzt werden. Zusammen mit der höheren Kapazität, die in tieferen Gewässern erreicht werden kann, können schwimmende Offshore-Windparks die mittleren Stromgestehungskosten drastisch senken.

Die EIB und Klimaschutz

Als weltweit größter multilateraler Geldgeber für Klimaschutzprojekte stellt die EIB mindestens 25 Prozent ihrer Finanzierungen für die Bekämpfung der Ursachen und Folgen des Klimawandels bereit. So fördert sie ein CO2-armes und klimaresilientes Wachstum.

The EIB financing Climate Action in 2017

2017 vergab die EIB 360 Millionen Euro für Klimaschutzprojekte in Portugal, die ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum durch umweltfreundlichere Produktionsprozesse unterstützen.

Die Finanzierungs- und Beratungsprodukte von InnovFin

Die Europäische Kommission und die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB und EIF) entwickelten 2014 eine neue Generation von Finanzierungsinstrumenten und Beratungsdiensten für das EU-Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 (2014–2020). Damit wollten sie innovativen Unternehmen den Zugang zu Krediten erleichtern. Über die maßgeschneiderten Produkte von „InnovFin – EU-Mittel für Innovationen“ sollen bis 2020 Mittel für Forschung und Innovation (FuI) bereitgestellt werden. Gefördert werden kleine, mittlere und große Unternehmen sowie Projektträger, die in Forschungsinfrastruktur investieren.

Für „InnovFin – EU-Mittel für Innovationen“ stehen Mittel des Programms Horizont 2020 und der EIB-Gruppe zur Verfügung. Damit werden FuI-Aktivitäten unterstützt, die von Natur aus riskanter und schwieriger zu beurteilen sind als herkömmliche Investitionsvorhaben. Für solche Projekte ist die Kapitalbeschaffung oft besonders schwierig. Alle InnovFin-Instrumente orientieren sich an der Nachfrage. Es erfolgt keine vorherige Verteilung nach Sektoren, Ländern oder Regionen. Die Endbegünstigten sind Unternehmen und andere Organisationen mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat oder einem mit Horizont 2020 assoziierten Land.

InnovFin – Demonstrationsprojekte im Energiesektor bietet Darlehen, Darlehensgarantien oder eigenkapitalähnliche Finanzierungen, die sich in der Regel auf 7,5 Millionen Euro bis 75 Millionen Euro belaufen. Sie werden für innovative Demonstrationsprojekte vergeben, die zur Umgestaltung der Energiesysteme beitragen, unter anderem in den Bereichen Erneuerbare-Energien-Technologien, intelligente Energiesysteme, Energiespeicherung, Kohlenstoffabscheidung und ‑speicherung sowie Kohlenstoffabscheidung und -nutzung. Damit soll die Lücke zwischen der Demonstrationsphase und der kommerziellen Nutzung geschlossen werden. Die Mittel werden direkt von der EIB vergeben.

EDPR

Die EDP Renováveis (Euronext: EDPR) ist ein global führendes Unternehmen im Energiesektor und der viertgrößte Windkraftproduzent der Welt. Mit einer soliden Entwicklungspipeline, erstklassigen Anlagen und einer marktführenden Betriebskapazität hat die EDPR sich in den letzten Jahren beachtlich entwickelt. Derzeit ist sie in 13 Märkten präsent – Belgien, Brasilien, Kanada, Frankreich, Griechenland, Italien, Mexiko, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Vereinigtes Königreich und USA. Energias de Portugal, S.A. (EDP), der größte Anteilseigner der EDPR, ist ein globales Energieunternehmen und in den Bereichen Wertschöpfung, Innovation und Nachhaltigkeit führend. Die EDPR wird seit zehn Jahren in Folge im Dow Jones Sustainability Index geführt.

Repsol

Repsol ist ein internationales Unternehmen, das in der gesamten Energiewertschöpfungskette aktiv ist. Das Unternehmen ist in 37 Ländern tätig und hat mehr als 25 000 Beschäftigte. Seine Produkte werden auf der ganzen Welt vertrieben. Es produziert pro Tag 700 000 Barrel Öleinheiten und hat eines des effizientesten Raffineriesysteme Europas, das mehr als eine Million Barrel Rohöl pro Tag verarbeiten kann. Repsol vertreibt Kraftstoffe und Schmiermittel über seine mehr als 4 700 Tankstellen in Spanien, Portugal, Peru, Italien und Mexiko. Das Unternehmen ist außerdem Spaniens größter Flüssiggasanbieter. Repsol ist für die Energiewende optimal aufgestellt: Sein Fokus liegt auf der Gaserzeugung, CO2-armen Geschäftssparten und Multienergielösungen für Verbraucher. Im Bereich der Technologie – einer der Säulen des Unternehmens – ist es dank seiner hochmodernen Projekte auf vielen Gebieten zu einer Referenzgröße für Innovation, Nachhaltigkeit und Effizienz in der Energieindustrie geworden.

Principle Power

Principle Power (www.principlepowerinc.com) ist ein Entwicklungs-, Technologie- und Dienstleistungsunternehmen für die Offshore-Windkraftindustrie. Das Unternehmen wurde 2007 gegründet. Die innovative und bewährte Technologie von Principle Power – WindFloat, ein schwimmendes Fundament für Windkraftanlagen – bietet Zugang zu vorübergehenden Standorten in tiefen Gewässern. Die einzigartige Technologie vereinfacht die Nutzung von Offshore-Windkraft und bringt somit die gesamte Offshore-Windkraftbranche voran. Außerdem eröffnet sie neue Märkte in tiefen Gewässern und kann die Kosten und Risiken von Offshore-Windkraftprojekten deutlich verringern. Principle Power, das Büros in den USA, Frankreich und Portugal unterhält, vertreibt die Technologielösung WindFloat und ist Dienstleister für Entwickler, unabhängige Stromerzeuger und Versorgungsunternehmen, die an dem rasch wachsenden globalen Offshore-Windkraftmarkt beteiligt sind.