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Die Vertretung der Europäischen Kommission in Spanien, die Europäische Investitionsbank und das spanische Förderinstitut ICO erklären Unternehmern, wie sie Finanzierungen für innovative Projekte beantragen können.

Die Vertretung der Europäischen Kommission in Spanien, die Europäische Investitionsbank (EIB) und das spanische Förderinstitut ICO haben heute in Pamplona darüber informiert, welche Chancen die Investitionsoffensive für Europa bietet. Die Veranstaltung fand am Sitz des Arbeitgeberverbands von Navarra (CEN) statt und wurde von Manuel Ayerdi Olaizola, Vizepräsident für Wirtschaftsentwicklung der Regierung von Navarra, und CEN-Präsident José Antonio Sarría Terrón eröffnet.

Die Investitionsoffensive für Europa existiert seit 2015. Sie soll Investitionen fördern, auf Investitionsvorhaben aufmerksam machen und die nötige technische Unterstützung dafür bereitstellen. Zudem soll sie dafür sorgen, dass die Mittel in der Realwirtschaft ankommen. Bis 2018 sollen so Investitionen in Höhe von mindestens 315 Milliarden Euro mobilisiert werden. EIB-Vizepräsident Román Escolano, ICO-Präsident Pablo Zalba und Jürgen Föcking, stellvertretender Referatsleiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Spanien, stellten die Investitionsoffensive auf der Veranstaltung im Einzelnen vor. „Wir arbeiten daran, die Rahmenbedingungen für Unternehmen in Europa zu verbessern. Ziel sind die Energieunion, die Kapitalmarktunion und die Digitalunion. Die Investitionsoffensive ist eine hervorragende Chance für Unternehmen, ihrem Geschäft neue Impulse zu verleihen“, erklärte Föcking.

Wie können Projekte vorgestellt werden?

An der Veranstaltung beteiligten sich der Arbeitgeberverband von Navarra, das Zentrum „Europe Direct Cederna Garalur“, der Industrieverband von Navarra, die Universität von Navarra und das Enterprise Europe Network. Unternehmer und Führungskräfte verschiedener Branchen und Institutionen nutzten die Gelegenheit, um zu erfahren, wie sie Projekte vorstellen und Finanzierungen beantragen können. Für die Unternehmen der Region ist eine Finanzierung im Rahmen der Investitionsoffensive für Europa über den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) möglich. „Dafür stehen den Unternehmen mehrere Wege offen. Bei Vorhaben im Umfang von mehr als 25 Millionen Euro können sie sich direkt an die EIB wenden. Wenn die Kosten geringer sind, sollten sie eines der Finanzinstitute kontaktieren, die eine Vereinbarung mit der EIB abgeschlossen haben“, erklärte Román Escolano. Der Vizepräsident der EU-Bank wies zudem auf den umfangreichen Einsatz des Juncker-Plans in Spanien hin: „Die EIB hat in diesem Land bereits rund 60 Projekte genehmigt, die Investitionen von über 28,7 Milliarden Euro in die spanische Wirtschaft mobilisieren dürften.

ICO-Präsident Pablo Zalba unterstrich das solide Engagement seines Instituts für die Investitionsoffensive für Europa. Das ICO werde Projekte kofinanzieren, die für Spanien von Interesse sind und für eine Unterstützung aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) ausgewählt wurden. Der EFSI ist die finanzielle Säule der Investitionsoffensive für Europa. „Wir werden weiterhin mit unserer Erfahrung dazu beitragen, dass noch mehr spanische Unternehmen ihre Projekte mithilfe dieser Initiative finanzieren können“, so Zalba.

Auf der Suche nach innovativen Unternehmen

Mangelnde Finanzierungsmittel sind eines der größten Probleme für KMU. Genau da will die Investitionsoffensive für Europa ansetzen. Die meisten finanzierten Projekte werden die Innovationstätigkeit und die nachhaltige Produktion in allen Sektoren der spanischen Wirtschaft fördern. Zielgruppe der Investitionsoffensive sind kleine, mittlere und große Unternehmen. Ihre Wettbewerbsfähigkeit soll gestärkt werden, damit sie neue Arbeitsplätze schaffen.

Unternehmenswachstum durch mehr Finanzierungsmittel

99,84 Prozent der navarresischen Unternehmen sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Von den 42 915 KMU in der Region sind 54,08 Prozent im Dienstleistungssektor tätig, 22,74 Prozent im Handel, 14,25 Prozent im Baugewerbe und die restlichen 8,92 Prozent in der Industrie. Der Großteil der Unternehmen in Navarra konzentriert sich auf den Handel und das Gastgewerbe. Auf die Bauwirtschaft entfallen 6 126 Unternehmen.

Das Ziel: EU-weit 315 Milliarden Euro mobilisieren

Seit dem Start der Investitionsoffensive für Europa im Jahr 2015 wurden in Spanien 59 Vorhaben mit einem Finanzierungsvolumen von rund fünf Milliarden Euro genehmigt. Diese Vorhaben dürften Gesamtinvestitionen in die spanische Wirtschaft von 28,7 Milliarden Euro anstoßen. EU-weit hat die EIB-Gruppe bereits mehr als 46 Milliarden Euro für 618 Projekte genehmigt. Insgesamt sollen damit in der Europäischen Union Investitionen von 236 Milliarden Euro mobilisiert werden. Bis 2018 werden mit der Investitionsoffensive für Europa Investitionen von insgesamt 315 Milliarden Euro in die europäische Wirtschaft angestrebt.

Im Mittelpunkt der Investitionsoffensive für Europa stehen Investitionen in strategische Infrastruktur, wie z. B. digitale Netze und Verkehr. Weitere Schwerpunkte sind Forschung und Innovation, Bildung, die Entwicklung erneuerbarer Energien, ein effizienter Ressourceneinsatz und die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen.

Diese Veranstaltung ist Teil einer Seminarreihe, die die Vertretung der Europäischen Kommission in Spanien und die Europäische Investitionsbank 2017 landesweit in verschiedenen Städten organisieren. Auf den Veranstaltungen erfahren Unternehmer, wie sie Projekte vorstellen, die entsprechende Finanzierung dafür beantragen und so in ihrer Region zu Wirtschaftswachstum und Beschäftigung beitragen können.