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Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat dem weltweit tätigen Medizintechnikunternehmen Getinge AB ein Darlehen über 160 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung in den Bereichen Chirurgie, Intensivmedizin, Infektionskontrolle, Ergonomie in der Pflege und Wundversorgung zur Verfügung gestellt. Die Forschungstätigkeit von Getinge geht auf bislang ungedeckten medizinischen Bedarf ein. Sie zielt auf die Entwicklung von neuen Geräten ab, die effizienter und sicherer sind und sowohl für das Pflegepersonal als auch die Patienten Verbesserungen mit sich bringen.

Das Unternehmen strebt insbesondere die Weiterentwicklung seiner Technologien in den Bereichen Herzchirurgie, Kardiologie, Intensiv- und Notfallmedizin an. Darüber hinaus konzentriert sich die Entwicklungstätigkeit auf intensivmedizinische und chirurgische Arbeitsplätze und beinhaltet Anästhesiegeräte, Geräte zur kontinuierlichen Gulkosemessung (CGM) und Operationstische.

Jonathan Taylor, der für Finanzierungen in Schweden zuständige EIB-Vizepräsident, sagte: „Wir freuen uns sehr, bei diesem wegweisenden Projekt mit Getinge zusammenzuarbeiten. So unterstützt die EIB Zukunftstechnologien, deren konkrete Anwendung die Gesundheit der europäischen Bürger verbessern wird. Projekte wie dieses steigern die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der im Gesundheitssektor tätigen europäischen Unternehmen. Damit untermauern sie die Position Europas als bedeutender Technologielieferant und fördern qualifizierte Beschäftigungsmöglichkeiten.“

Das von der EIB unterstützte Projekt umfasst den gesamten FuE-Zyklus von der Konzipierung bis zur klinischen Erprobung. Es wird bis 2017 in den Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen des Projektträgers in Deutschland, Schweden und Frankreich durchgeführt und sichert somit Beschäftigungsmöglichkeiten für qualifizierte Arbeitskräfte in diesen Ländern. Angesichts der Kooperation von Getinge mit Hochschulen und öffentlichen Forschungsprogrammen werden die durch die Forschungstätigkeit gewonnenen Erkenntnisse zudem in Europa verbreitet.

Mit diesem Darlehen fördert die EIB in Schweden erstmals ein Vorhaben im Rahmen von „InnovFin – EU-Mittel für Innovationen“, das von der Europäischen Union unter der Initiative Horizont 2020 finanziell unterstützt wird. Das Produkt „InnovFin – Großprojekte“ ist speziell darauf ausgerichtet, den Zugang zu Risikokapital für Forschungs- und Innovationsprojekte größerer Unternehmen in der Europäischen Union zu erleichtern.

Hintergrundinformationen:

Die EIB

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Die EIB vergibt langfristige Finanzierungen für tragfähige Vorhaben, die den Zielen der EU entsprechen. Die EIB hat in Schweden 2014 insgesamt 1,41 Milliarden Euro vergeben. Ihre Finanzierungen konzentrierten sich dabei auf Projekte, die nachhaltigen Verkehr, Energieeffizienz und die Stadtentwicklung fördern.

Die Getinge-Gruppe

Die Getinge-Gruppe ist ein weltweit tätiges Medizintechnikunternehmen, das sich auf die Bereiche Chirurgie, Intensivmedizin, Infektionskontrolle, Ergonomie in der Pflege und Wundversorgung konzentriert. Sie beschäftigt fast 16 000 Mitarbeiter in über 40 Ländern und erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von annähernd 27 Milliarden schwedischen Kronen (2,9 Milliarden Euro). Die Getinge-Gruppe ist in drei Geschäftsbereiche aufgeteilt: Medical Systems, Extended Care und Infection Control. Sie agiert unter den Marken Maquet, ArjoHuntleigh und Getinge.

InnovFin-Finanzprodukte

Die Europäische Kommission und die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB und EIF) haben eine neue Generation von Finanzinstrumenten und Beratungsdiensten entwickelt, die innovativen Unternehmen den Zugang zu Krediten erleichtern sollen. Die Mittel für diese Instrumente werden aus der Initiative „Horizont 2020“, dem neuen EU-Forschungsprogramm für den Zeitraum 2014-2020, bereitgestellt. Durch die maßgeschneiderten Produkte von „InnovFin – EU-Mittel für Innovationen“ dürften in den nächsten sieben Jahren mehr als 24 Milliarden Euro für Forschung und Innovation (FuI) bereitgestellt werden. Unterstützt werden kleine, mittlere und große Unternehmen sowie Projektträger, die in Forschungsinfrastruktur investieren. Damit können FuI-Investitionen von voraussichtlich bis zu 48 Milliarden Euro angestoßen werden.

InnovFin baut auf dem Erfolg der bisherigen Fazilität für Finanzierungen auf Risikoteilungsbasis (RSFF) auf. Die RSFF hatte im siebten Rahmenprogramm der EU für Forschung und technologische Entwicklung (RP7) die Finanzierung von 114 FuI-Projekten im Umfang von 11,3 Milliarden Euro ermöglicht. Außerdem wurden Darlehensgarantien von über 1,4 Milliarden Euro ausgestellt.

Für die InnovFin-Finanzprodukte stehen Mittel der Initiative Horizont 2020 und der EIB-Gruppe zur Verfügung. Damit werden FuI-Aktivitäten unterstützt, die von Natur aus riskanter und schwieriger zu beurteilen sind als herkömmliche Investitionsvorhaben. Für solche Projekte ist die Kapitalbeschaffung oft besonders schwierig. Alle InnovFin-Instrumente werden sich an der Nachfrage orientieren. Es erfolgt keine vorherige Verteilung nach Sektoren, Ländern oder Regionen. Die Endkreditnehmer können Unternehmen und andere Organisationen mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat oder einem mit der Horizont 2020-Initiative assoziierten Staat sein. Die Fremdkapitalprodukte werden in naher Zukunft durch Eigenkapitalinstrumente ergänzt, die der EIF verwalten wird.

Das Produkt „InnovFin – Großprojekte“ erleichtert den Zugang zu Risikokapital für größere Unternehmen, Hochschulen und öffentliche Forschungsinstitute, FuI-Infrastruktureinrichtungen (einschließlich innovationsfördernder Organisationen), öffentlich-private Partnerschaften und Zweckgesellschaften, die FuI-Projekte durchführen. In die Förderung eingeschlossen sind auch Projektträger, die neuartige kommerzielle Demonstrationsprojekte durchführen. Darlehen und Garantien von 25 Millionen Euro bis 300 Millionen Euro werden direkt von der EIB vergeben.