- EIB und Erste Bank finanzieren strategische Hybridprojekte aus Windkraft, Photovoltaik und Speichertechnologie mit einem gesamten EIB-Engagement von rund 200 Millionen Euro
- Anlagen von PÜSPÖK versorgen bereits mehr als 300.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie; zusätzliche Solar- und Speicherkapazitäten erweitern die Einspeise- und Flexibilitätskapazitäten
- Eines der größten Hybrid-Solarprojekte Europas im Burgenland stärkt Netzstabilität, Energiesicherheit und die Integration erneuerbarer Energien
Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt dem österreichischen Energieunternehmen PÜSPÖK 57 Millionen Euro zur Verfügung, um den Ausbau hybrider erneuerbarer Energieinfrastruktur in Österreich voranzutreiben. Mit der Finanzierung unterstützt die EIB die Entwicklung eines der größten integrierten Hybridenergie-Standorte Europas im burgenländischen Nickelsdorf.
Das Projekt verbindet Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeicherung über eine gemeinsame Infrastruktur an vier Standorten im Burgenland, darunter Nickelsdorf. Dadurch wird die Integration erneuerbarer Energien in das österreichische Stromsystem verbessert. Der Standort Nickelsdorf zählt zu den größten Super-Hybridparks seiner Art in Europa.
Die Finanzierung der EIB erfolgt hauptsächlich über ein Direktdarlehen an PÜSPÖK. Ein Anteil von 10 Prozent wird der Erste Bank als nationalem Finanzierungspartner zur Refinanzierung zur Verfügung gestellt. Mit dieser Struktur übernimmt die EIB den lokalen Projektrisikoanteil für den Großteil der Fremdfinanzierung und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Projekts.
„Der Ausbau erneuerbarer Energien und moderner Speichertechnologien ist entscheidend für Europas Wettbewerbsfähigkeit, Energiesicherheit und Klimaziele“, sagte EIB-Vizepräsident Karl Nehammer, der den Standort Nickelsdorf heute gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Erste Bank besuchte. „Die Kombination aus Windkraft, Photovoltaik und Speicherlösungen verbessert die Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem, stärkt Europas Energieunabhängigkeit und unterstützt den Übergang zu einer resilienten und klimaneutralen Wirtschaft.“
Das Burgenland-Projekt erhielt bereits zuvor Finanzierungen durch die EIB. Die gesamte Unterstützung der Bank beläuft sich nun auf rund 200 Millionen Euro. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Agri-Photovoltaik. Dabei wird landwirtschaftliche Nutzung mit Stromerzeugung kombiniert, indem Photovoltaikanlagen über Acker- und Grünland errichtet werden. So können Flächen doppelt genutzt, landwirtschaftliche Erträge gesichert und gleichzeitig erneuerbare Energie erzeugt werden. Agri-Photovoltaik und Windkraft versorgen bereits heute mehr als 300.000 Haushalte mit sauberem Strom. Mit der Inbetriebnahme von Österreichs aktuell größtem Batteriespeicher im Juni 2026 wird das System um zusätzliche Speicher- und Flexibilitätskapazitäten erweitert
„Dieses Projekt stärkt Österreichs Energieunabhängigkeit und zeigt, wie die Energiewende in diesem Land konkret umgesetzt werden kann. Als Finanzierungspartner lenken wir Kapital gezielt in Lösungen, die Versorgungssicherheit und Dekarbonisierung miteinander verbinden“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Erste Bank, Gerda Holzinger-Burgstaller.
PÜSPÖK zählt zu den führenden privaten Stromproduzenten aus erneuerbarer Energie in Österreich. Mit derzeit 114 Windkraftanlagen und mehreren großen PV-Parks produziert das Unternehmen jährlich mehr als eine Terawattstunde Strom und deckt damit rund zwei Prozent des österreichischen Strombedarfs. Das Projekt zeigt, wie Versorgungssicherheit, Netzstabilität und Wirtschaftlichkeit in modernen Energiesystemen zusammenwirken können.
„Mit dem Start unseres ersten Batteriespeicherprojekts schließen wir den Kreis unserer Super-Hybrid-Strategie und schaffen ein echtes Zukunftskraftwerk“, sagte Geschäftsführer von PÜSPÖK, Lukas Püspök. „Super-Hybrid-Systeme ermöglichen es, erneuerbare Energie nahezu unabhängig von Wetter und Tageszeit verlässlich verfügbar zu machen. Mit Unterstützung der Europäischen Investitionsbank und der Erste Bank schaffen wir zusätzliche Kapazitäten für eine stabile und unabhängige Stromversorgung in Österreich. Nickelsdorf ist dabei erst der Anfang, denn weitere Kombinationskraftwerke in Gattendorf, Mönchhof und St. Andrä befinden sich bereits in Umsetzung und werden in den kommenden Monaten schrittweise in Betrieb gehen.
„Mit Projekten wie diesem treten wir in die nächste Phase der Energiewende ein. Es geht nicht mehr nur darum, mehr erneuerbare Energie zu erzeugen, sondern sie auch intelligent in unser Stromsystem zu integrieren. Speicher spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie erhöhen die Versorgungssicherheit, entlasten die Netze und helfen dabei, günstigen heimischen Strom genau dann verfügbar zu machen, wenn er gebraucht wird. Als Bundesregierung setzen wir alles daran, dass die Rahmenbedingungen für solche Projekte passen. Mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz haben wir bereits einen wesentlichen Baustein gesetzt. Das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz und die Weiterentwicklung des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes schließen daran an und sollen dafür sorgen, dass solche Investitionen künftig schneller, einfacher und wirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden können. Mein Dank gilt PÜSPÖK, der Europäischen Investitionsbank, der Erste Bank und allen Beteiligten, die mit diesem Projekt eindrucksvoll zeigen, wie Energiewende, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit erfolgreich zusammenspielen“, so Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.
Das Projekt läuft unter dem Programm REPowerEU, das darauf abzielt, Europas Abhängigkeit von Öl und Gas zu beenden, den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen und den privaten Sektor bei der Energiewende gezielt zu unterstützen.
Hintergrundinformationen
EIB-Gruppe
Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB-Gruppe) ist der Finanzierungsarm der Europäischen Union und eine der weltgrößten multilateralen Entwicklungsbanken. Ihre Anteilseigner sind die 27 Mitgliedstaaten. 2025 unterzeichnete die EIB-Gruppe 100 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen und Beratung für mehr als 870 wirkungsstarke Projekte in acht Kernbereichen, die die strategischen Ziele der EU unterstützen: Klima und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovationen, Sicherheit und Verteidigung, territorialer Zusammenhalt, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, starke globale Partnerschaften sowie die Spar- und Investitionsunion. Neben der Vergabe langfristiger Darlehen für große Infrastrukturprojekte mobilisiert die EIB-Gruppe privates Kapital für risikoreiche innovative Projekte und Unternehmen. Auf den europäischen Märkten für Venture Debt, Risikokapital, Garantien und Verbriefungen kommt ihr eine wachsende Bedeutung zu.
Der Europäische Investitionsfonds (EIF) ist die auf Garantien und Eigenkapitalbeteiligungen spezialisierte Tochtergesellschaft der EIB-Gruppe und erleichtert kleinen und mittleren Unternehmen sowie Start‑ups europaweit den Zugang zu Finanzierungen. Als Ankerinvestor mobilisiert der EIF über sein breites Netz von Partnerbanken und Investmentfonds privates Kapital und stärkt das Risikokapital‑Ökosystem, um innovative Unternehmerinnen und Unternehmer in Europa zu fördern.
2023 lancierte der EIF gemeinsam mit sechs Mitgliedstaaten (Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Belgien und Niederlande) die European Tech Champions Initiative, einen Dachfonds zur Förderung innovativer Start-ups. Mit dieser Initiative wurden bislang bereits 13 europäische Risikokapital-Megafonds und das Scale-up von 38 Unternehmen unterstützt, darunter elf Unicorns (mit einem Marktwert von über 1 Milliarde Euro).
Fotos vom Sitz und vom Management der EIB-Gruppe, Logos und unser B-Roll-Video finden Sie auf unserer Website.
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