Zum ersten Mal seit über fünfzig Jahren baut Rumänien wieder große öffentliche Krankenhäuser. Das Land ist seit fast zwanzig Jahren in der EU, aber seine Krankenhaus-Infrastruktur blieb in dieser Zeit weitgehend unverändert. Und von den hervorragenden Medizinerinnen und Medizinern, die Rumänien ausbildet, zieht es viele ins Ausland.
Trotz Fortschritten in vielen Bereichen gehört Rumänien bei der Gesundheitsversorgung zu den europäischen Schlusslichtern. Das Land hat in der EU eine der höchsten Sterblichkeitsraten bei behandelbaren Krankheiten.
Viele Krankenhäuser entsprechen nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards. Oft bestehen sie aus mehreren kleinen Pavillons, was den Einsatz moderner Technik und integrierter Pflegemodelle erschwert.
Unterstützung über den Bau hinaus
Vor rund zehn Jahren schlugen die rumänischen Behörden mit Unterstützung der EU einen neuen Weg ein.
Mit EU-Zuschüssen von 226 Millionen Euro und drei EIB-Krediten über 923 Millionen Euro entstehen
in Cluj, Iași und Craiova drei regionale Akutkrankenhäuser nach europäischen Standards.
PASSA (Project Advisory Support Service Agreement) unterstützt EU-geförderte Projekte, damit sie schneller vorankommen und EU-Mittel wirksam eingesetzt werden.
Ein achtköpfiges PASSA-Team in Bukarest mit Fachleuten für Gesundheit und Finanzen arbeitete mit rumänischen Partnern an verschiedenen Themen:
- Erstellung der Unterlagen für den EU-Förderantrag
- Planung der Gesundheitsversorgung auf Basis des Bedarfs der Bevölkerung
- strategische und sequentielle Beschaffung
- Konzeption klinischer Modelle für multidisziplinäre Versorgung
- digitale Systeme und IT-Architektur
- Personal und Personalbedarfsplanung
- Schulungen für Verwaltungsteams
- Governance-Rahmen für das Klinikmanagement
Vom Plan zur Praxis
Nun geht’s zur Sache: Zwei Großverträge sind seit 2025 unter Dach und Fach, der dritte ist in Vorbereitung. An allen drei Standorten haben die Arbeiten begonnen.
„Dass es jetzt konkret wird, merkt man im Gespräch mit den Ärztinnen und Ärzten. Sie sehen sich bereits in neuen Abläufen und einer zeitgemäßen Arbeitsumgebung“, sagt Alexis Gressier, Leiter des PASSA-Teams.
Das Programm kombiniert Infrastruktur-Investitionen mit langfristiger Unterstützung, damit die neuen Krankenhäuser nach ihrer Eröffnung effizient funktionieren. Vlad Mixich, Senior Expert für Gesundheitsinfrastruktur, erklärt: „Wenn die neue Infrastruktur steht, folgt die eigentliche Verbesserung der Versorgung – Patientinnen und Patienten profitieren dann voll vom Potenzial der modernen Medizin.“