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EIB-Präsident Werner Hoyer nahm an der 15. Sitzung der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) in Barbados teil und sprach über Strategien und Finanzierungsinstrumente für eine krisenfestere und gerechtere Welt.

Auf der UNCTAD-Konferenz kommen alle vier Jahre Staats- und Regierungschefs, Ministerinnen und Vertreter der Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammen, um aktuelle Handels- und Entwicklungsfragen zu besprechen und globale politische Antworten zu finden.

Werner Hoyer nahm an einem Gespräch mit Mia Mottley, Premierministerin von Barbados, Carla Barnett, Generalsekretärin der Karibischen Gemeinschaft, Michelle Bachelet, Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, und Gabriela Bucher, Geschäftsführerin von Oxfam International, teil.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie Produktionssysteme und öffentliche Finanzen angepasst werden können, um Ungleichheiten in Bezug auf Geschlecht, Einkommen und Zugang zu Technologie in Entwicklungsländern und insbesondere in kleinen Inselentwicklungsstaaten zu beseitigen.

In ihrer Eröffnungsrede erklärte Isabelle Durant, stellvertretende Generalsekretärin der UNCTAD, dass sich die Covid-19-Pandemie unverhältnismäßig stark auf einkommensschwache Länder und Schwellenländer sowie deren Bevölkerung auswirkt. Sie wies darauf hin, dass dies die globalen Entwicklungsbestrebungen gefährdet und das Gefühl der Ungerechtigkeit verstärkt, da 32 Millionen Menschen weiter unterhalb der Armutsgrenze leben und Frauen und Mädchen besonders betroffen sind.

Michelle Bachelet forderte mehr internationale Solidarität und höhere Sozialausgaben. „Während Länder mit hohem Einkommen 28 Prozent ihres BIP für Konjunkturmaßnahmen ausgeben, sind es in den am wenigsten entwickelten Ländern nur 1,8 Prozent“, sagte sie.

Präsident Hoyer beschrieb den Beitrag der EIB zu einem alle Menschen einschließenden globalen Aufschwung in wichtigen Bereichen wie Klima, Innovation und Entwicklung und rief zu mehr Partnerschaften auf.

„Nur, wenn es uns gelingt, an den drei Fronten Klima, Innovation und Entwicklung erfolgreich zusammenzuarbeiten, haben wir eine Chance, den Übergang zu einem nachhaltigen Wirtschaftssystem zu schaffen, die Treibhausgasemissionen rasch zu mindern und die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Dafür müssen wir immer wieder nach neuen Wegen suchen, um unsere Wirkung in allen Bereichen der wirtschaftlichen Entwicklung zu erhöhen – vor allem beim Klima und bei der Bekämpfung von Covid-19. Davon profitieren alle, denn viele der weltweiten Herausforderungen sind globale Probleme, die wir gemeinsam angehen müssen.“

Präsident Hoyer betonte, wie dringlich es sei, den Klimawandel und die globale Ungleichheit zu bekämpfen, und beglückwünschte die Staaten in der Karibik und im Pazifik zu ihrer Führungsrolle bei der Förderung entschlossener Maßnahmen zur Klimaanpassung. Zuvor hatte Carla Barnett, die Generalsekretärin der Karibischen Gemeinschaft, dazu aufgerufen, „die COP 26 entschlossen dazu zu bringen, die Ziele des Pariser Abkommens mit Leben zu erfüllen“.

Die Premierministerin von Barbados Mia Mottley dankte der EIB dafür, dass sie Barbados mit einem 20-jährigen Rahmendarlehen zu Vorzugsbedingungen bei seinem Pandemie-Programm und bei neuen Investitionen im Gesundheitswesen unterstützt hat. Das sei genau die Art von Instrument, die zur Bewältigung der Krise benötigt werde.

Am Beispiel der Zusammenarbeit der EIB mit der Karibischen Gemeinschaft und der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten sagte Werner Hoyer: „Die Europäische Union ist sich der enormen Risiken bewusst, denen benachteiligte Bevölkerungsgruppen ausgesetzt sind. Wir sind und bleiben ein enger Partner für besonders betroffene Länder und Regionen in der ganzen Welt. Neben unserer Hilfe in Form von Zuschüssen und Darlehen stellen wir auch unser Know-how bei der Gestaltung von Finanzierungsprodukten und der Gewährleistung der langfristigen Tragfähigkeit neuer Investitionen bereit.“

Hoyer weiter: „Für die EIB geht es bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels um die Vorbereitung auf eine ungewisse Zukunft. Die von der EIB finanzierten Projekte sollen sicherstellen, dass die Menschen bei Extremwettern wie Überschwemmungen, Stürmen und Dürren geschützt sind und ihr Leben in Sicherheit leben können. Angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel müssen wir mehr tun, und wir müssen es schneller tun. Wir brauchen zusätzliche Initiativen und Projekte, um die Investitionslücke in besonders gefährdeten Ländern zu schließen. Öffentliche Mittel und traditionelle Instrumente wie Zuschüsse werden nicht ausreichen, um alle Probleme zu lösen.“

Abschließend erläuterte Präsident Hoyer, wie die EIB ihre Entwicklungswirkung steigern will. Mit den 78 Milliarden Euro, die in den letzten zehn Jahren in Ländern außerhalb der Europäischen Union bereitgestellt wurden, will die EIB in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission und den Team-Europe-Partnern ihre Präsenz vor Ort stärken, um dem wachsenden Bedarf an immer engeren globalen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen gerecht zu werden.

UNCTAD

Die Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) ist ein ständiges Organ der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Sie wurde 1964 gegründet, um die Entwicklungsländer dabei zu unterstützen, durch Handel, Investitionen, Finanzierungen und Technologie einen gerechteren und besseren Zugang zu den Vorteilen einer globalisierten Wirtschaft zu erhalten.

Weiterführende Links:

Karibische Entwicklungsbank und EIB vergeben gemeinsam 30 Millionen Euro für bezahlbare Impfstoffe und Gesundheitsinvestitionen in der Karibik

Barbados: EIB unterstützt Pandemie-Programm von Barbados mit 60 Millionen US-Dollar

Tätigkeit der EIB in Lateinamerika und der Karibik 2020