- Zwei neue EU4Business-Garantievereinbarungen mit PrivatBank und Ukreximbank ermöglichen Vergabe neuer Kredite an kleine Unternehmen in der Ukraine
- Vereinbarungen kommen mehr als 2 600 Unternehmen zugute, vor allem Firmen von Kriegsveteranen, Binnenvertriebenen, Frauen und jungen Gründerinnen und Gründern
- Initiative ist Teil der EU-Unterstützung für kleine Unternehmen unter der 50 Milliarden Euro schweren Ukraine-Fazilität
Die Europäische Investitionsbank (EIB) und der Europäische Investitionsfonds (EIF) – gemeinsam die EIB Gruppe – haben neue EU-besicherte Garantievereinbarungen mit der PrivatBank und der Ukreximbank unterzeichnet. Dadurch können die beiden Institute in der Ukraine neue Kredite an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vergeben. Ermöglicht wurden die Vereinbarungen durch die EU4Business-Garantiefazilität der Europäischen Union.
Durch die Vereinbarungen können die beiden Partnerbanken deutlich mehr Kredite an KMU vergeben, die günstigere Konditionen bieten und unter anderem weniger Sicherheiten erfordern. Die neuen Garantien machen den Weg frei für:
- Kredite von insgesamt bis zu 100 Millionen Euro von der PrivatBank
- Kredite von insgesamt bis zu 50 Millionen Euro von der Ukreximbank
Mit dem Geld werden mehr als 2 600 KMU unterstützt. Sie können dadurch trotz des Krieges den Betrieb fortführen, Arbeitsplätze sichern und maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilität und zum Wiederaufbau beitragen. Im Mittelpunkt stehen Unternehmen, die durch den Krieg geschädigt wurden oder umsiedeln mussten, Firmen in der Nähe von Kriegsgebieten sowie Betriebe von Kriegsveteranen und Binnenvertriebenen. Auch Start-ups und von jungen Menschen oder Frauen geführte Unternehmen werden gezielt gefördert.
Marjut Falkstedt, geschäftsführende Direktorin des EIF: „In einer Zeit, in der die ukrainische Wirtschaft unter außergewöhnlichem Druck steht, ist der Zugang zu Krediten enorm wichtig. Zusammen mit ukrainischen Banken wie der PrivatBank und der Ukreximbank setzt sich die EIB-Gruppe dafür ein, dass kleine Unternehmen die Hilfe erhalten, die sie brauchen, um im Krieg standzuhalten und weiter zu Beschäftigung und wirtschaftlicher Resilienz beizutragen.“
Marta Kos, EU-Kommissarin für Erweiterung: „Nur wenn die ukrainischen Unternehmen weiterlaufen, können sie Arbeitsplätze sichern und die wirtschaftliche Stabilität aufrechterhalten. Deshalb müssen wir sie unterstützen. Investitionen sind in Kriegszeiten mit Risiken verbunden – für die Unternehmen und auch für die Banken. Bei den neuen Garantievereinbarungen übernimmt die EU einen Teil dieses Risikos und erleichtert so Tausenden ukrainischen Unternehmen den Zugang zu Krediten.“
Larysa Tschernyschowa, CFO der PrivatBank: „Durch die Vereinbarung können wir mit europäischer Unterstützung mehr Kredite an KMU vergeben. In Kriegszeiten ist es für Unternehmen besonders schwierig, einen Kredit aufzunehmen. Deshalb sind solche Instrumente enorm wichtig, um die Wirtschaft am Laufen zu halten und den Wiederaufbau des Landes zu unterstützen. Wir danken unseren europäischen Partnern für ihre Hilfe. Durch sie können wir Unternehmen mit dringend benötigtem, günstigem Kapital versorgen. Und ganz wichtig: Die Vereinbarung hat eine lange Laufzeit. Das unterstreicht erneut das Vertrauen unserer Partner in die ukrainische Wirtschaft.“
Viktoriia Masna, Vorstandsmitglied der Ukreximbank: „Die mittlerweile zweite Garantievereinbarung mit der EIB-Gruppe zeigt, wie wirksam dieses Instrument ukrainische KMU unterstützt. Im anhaltenden Krieg brauchen die Unternehmen unbedingt Geld, um weiterarbeiten zu können. Durch die Garantie kann die Ukreximbank mehr günstige Kredite mit weniger Sicherheitsanforderungen vergeben und gezielt Firmen unterstützen, die Arbeitsplätze sichern und zur Resilienz und zum Wiederaufbau der ukrainischen Wirtschaft beitragen. Hinzu kommen EU4Business-Zuschüsse für benachteiligte Wirtschaftsakteure wie Frauen, junge Menschen und Firmen in Kriegsgebieten. Diese EU-Unterstützung ist unverzichtbar. Sie ist ein Zeichen der europäischen Solidarität, stärkt Unternehmen in Kriegszeiten und fördert einen gerechten Wiederaufbau.“
Hintergrundinformationen
Die EIB-Gruppe
Die Europäische Investitionsbank (EIB), die Bank der EU, ist seit 2007 in der Ukraine tätig. Seit dem russischen Einmarsch 2022 hat sie ihre Unterstützung deutlich ausgeweitet, um die Widerstandsfähigkeit des Landes zu stärken und den Wiederaufbau wichtiger Infrastruktur voranzubringen. Bislang hat die EIB in der Ukraine mehr als vier Milliarden Euro bereitgestellt. Mit der Initiative EU für die Ukraine und als wichtiger Umsetzungspartner des Investitionsrahmens für die Ukraine, eines Finanzierungsfensters der 50 Milliarden Euro schweren Ukraine-Fazilität der EU, will die EIB künftig noch mehr tun – entsprechend dem Mandat der Führungsspitzen Europas und in enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament, EU-Ländern und internationalen Partnern.
Der Europäische Investitionsfonds (EIF) gehört zur EIB-Gruppe. Er unterstützt den Zugang kleinster, kleiner und mittlerer Unternehmen zu Garantien, Eigenkapitalinstrumenten und Mikrofinanzierungen und fördert so in Europa Innovation, Wachstum und Beschäftigung.
Die PrivatBank ist die größte staatliche Bank der Ukraine. Sie betreut mehr als 18 Millionen Kunden, und mehr als 70 Prozent der Bevölkerung nehmen ihre Dienstleistungen in Anspruch. Die Bank ist im Privatkundengeschäft marktführend, erweitert kontinuierlich ihr Serviceangebot für kleine und mittlere Unternehmen und ist digital stark aufgestellt. Sie betreibt landesweit mehr als 1 163 Filialen, 6 858 Geldautomaten, fast 10 400 Selbstbedienungsterminals und mehr als 316 000 POS-Terminals. Mit rund 18 000 Beschäftigten trägt die PrivatBank aktiv zur Ankurbelung der ukrainischen Wirtschaft bei und unterstützt Menschen und Unternehmen trotz des Krieges.
Die Ukreximbank (Aktiengesellschaft „Staatliche Export-Import-Bank der Ukraine“) ist zu 100 Prozent in staatlicher Hand. Sie bietet in erster Linie Finanzierungen für Privatkunden, unterstützt Export-Import-Unternehmen und arbeitet mit internationalen Finanzinstituten zusammen, um in der Ukraine Investitionen zu fördern und zu einer resilienten, nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung beizutragen.