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  • Projekt soll Wasserverluste senken, Resilienz gegen Extremwetterereignisse erhöhen und bestehende Infrastruktur erneuern
  • Projekt ist Paris-konform und entspricht den Klimazielen der EIB
  • Neben dem EIB-Kredit werden Mittel aus dem nationalen Aufbau- und Resilienzplan bereitgestellt
  • EIB vergab zwischen 2016 und 2022 2,9 Mrd. Euro für den italienischen Wassersektor

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat einen grünen Kredit von 270 Millionen Euro an Acquedotto Pugliese S.p.A. vergeben, in erster Linie für die Verbesserung der Wasser- und Abwasserinfrastruktur. Ziel ist es, die Versorgung von mehr als vier Millionen Menschen in den italienischen Regionen Apulien und Kampanien effizienter und widerstandsfähiger zu machen.

Konkret unterstützen die EIB-Mittel die Umsetzung des Wasser- und Abwasserinvestitionsplans von Acquedotto Pugliese für den Zeitraum 2023–2027. Weitere Gelder erhält das Unternehmen aus dem nationalen Aufbau- und Resilienzplan (NARP) Italiens.

Mit diesen Mitteln wird Acquedotto Pugliese etwa hundert kleine und mittelgroße Projekte durchführen, um den Schutz und die effiziente Nutzung der Wasservorkommen zu verbessern, Wasserverluste im Netz zu verringern und die italienischen und EU-Umweltvorschriften einzuhalten. Die Investitionen tragen dazu bei, die Wasserversorgung und die Abwassersammlung zu verbessern, bestehende Kläranlagen zu modernisieren und neue Kanalisation zu bauen. Daneben will Acquedotto Pugliese durch die Installation von intelligenten Zählern auch die Digitalisierung vorantreiben und die Versorgungssysteme widerstandsfähiger gegen künftige Extremwetterereignisse wie Dürren machen.

Der Kredit an Acquedotto Pugliese ist einer der ersten grünen Kredite der EIB an den italienischen Wassersektor und der erste an einen Versorger in Süditalien. Grüne Darlehen unterstützen vorrangige Projekte, die ausschließlich auf Nachhaltigkeit sowie Klima- und Umweltschutz abstellen.

EIB-Vizepräsidentin Gelsomina Vigliotti: „Mit dieser Finanzierung stellt die EIB erneut unter Beweis, dass sie als Klimabank der EU zu den wichtigsten Geldgebern für den italienischen Wassersektor zählt. Allein 2023 hat sie bereits 1,3 Milliarden Euro für den Sektor bereitgestellt. Die Mittel der EIB und des NARP ermöglichen es Acquedotto Pugliese, Verluste zu verringern und die Wasserqualität und -versorgung in 260 Kommunen in Apulien und Kampanien zu verbessern.“

Domenico Laforgia, Präsident von Acquedotto Pugliese: „Der grüne EIB-Kredit unterstützt den strategischen Plan von Acquedotto Pugliese. Die bis 2026 geplanten Investitionen belaufen sich auf zwei Milliarden Euro. Allein 2022 haben wir über 312 Millionen Euro investiert. Unsere Ziele sind ehrgeizig: Wir wollen 44 Millionen Kubikmeter Wasserverluste verhindern und in Eigenregie 130 000 Tonnen Klärschlamm entsorgen. Acquedotto Pugliese will 91 Gigawattstunden Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnen. Die Vorteile liegen auf der Hand, nicht nur in Bezug auf eine bessere Versorgung, sondern auch in Hinblick auf die positiven wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen.“

Starke Unterstützung des italienischen Wassersektors durch die EIB

Die EIB ist die Klimabank der EU und einer der weltweit größten Geldgeber im Wassersektor. Seit 1958 hat sie mehr als 1 600 Projekte unterstützt und Finanzierungen von rund 80 Milliarden Euro bereitgestellt. Italien war in den Jahren 2016–2022 der größte Empfänger von EIB-Mitteln für den Wassersektor. In diesem Zeitraum hat die EIB in dem Land 40 Projekte mit insgesamt 2,9 Milliarden Euro finanziert und damit Investitionen von rund 8,9 Milliarden Euro ermöglicht. Dies ist der dritte EIB-Kredit an Acquedotto Pugliese. Ihm vorausgegangen waren 2023 Darlehensunterzeichnungen mit Iren (Ligurien), CIIP (Marken), Acque Spa (Toskana), ACEA (Latium), die HERA-Gruppe (Emilia-Romagna, Friaul-Julisch Venetien und Venetien) und Como Acqua (Lombardei).

Hintergrundinformationen

Die Europäische Investitionsbank (EIB) finanziert Vorhaben in vier vorrangigen Bereichen: Infrastruktur, Innovation, Klima und Umwelt sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU). In den Jahren 2019–2022 stellte die EIB-Gruppe 45 Milliarden Euro für Projekte in Italien bereit.

Acquedotto Pugliese S.p.A. (AQP) – mit 20 000 Kilometern Wasserleitungen, die mehr als vier Millionen Menschen versorgen, 12 000 Kilometern Abwasserkanälen und 184 Kläranlagen – ist einer der Hauptakteure des integrierten Wasserkreislaufs in Italien und einer der komplexesten Tiefbaubetriebe in Europa. Sein Leitungsnetz ist eines der längsten der Welt und befindet sich im Versorgungsgebiet Apulien (dem größten Italiens). Es versorgt Apulien (100 Prozent der Bevölkerung), die Basilikata (25 Prozent) und Kampanien (2 Prozent) mit Trinkwasser. Die Dienste reichen von Wasserentnahme und -gewinnung über die Aufbereitung und Verteilung von Wasser bis zur Abwasserbehandlung. Die Muttergesellschaft Acquedotto Pugliese S.p.A. kontrolliert außerdem Aseco S.p.A., die auf die Behandlung und Verwertung von organischen Abfällen spezialisiert ist.