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  • 50-Millionen-Euro-Fonds für am stärksten von der Pandemie betroffene KMU wird von Iccrea Banca und elf sizilianischen Genossenschaftsbanken der BCC Iccrea-Gruppe verwaltet
  • KMU mit Sitz oder Tätigkeit in Sizilien, die gegenüber 2019 Umsatzrückgang von mindestens 30 Prozent verzeichnen, können Fonds in Anspruch nehmen; 25 Millionen Euro fließen in die Tourismusbranche
  • Fonds ist Teil diverser EU-Finanzierungsinstrumente, mit denen das sizilianische Wirtschaftsministerium die Erholung der Produktion in der Region nach der Pandemie unterstützen will

Die Iccrea Banca und die Europäische Investitionsbank (EIB) haben eine Vereinbarung unterzeichnet, um 50 Millionen Euro für die von der Gesundheitskrise am stärksten betroffenen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Sizilien bereitzustellen.

Der von der EIB finanzierte Fonds soll am 1. März aufgelegt und von der Iccrea Banca und elf Genossenschaftsbanken der BCC Iccrea-Gruppe in Sizilien verwaltet werden. Die Mittel des Fonds werden von der EU und der Region Sizilien zur Verfügung gestellt und sind für KMU in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft bestimmt, die ihren eingetragenen Sitz oder operativen Hauptsitz in Sizilien haben und 2020 Umsatzeinbußen von mindestens 30 Prozent gegenüber 2019 verzeichneten. Die Hälfte der insgesamt 50 Millionen Euro ist ausschließlich für die Tourismusbranche vorgesehen, die von der Pandemie besonders stark betroffen ist.

Das Geld wird in Form von Darlehen (auch zinsvergünstigt) ausgereicht, damit Unternehmen ihren Liquiditäts- oder Investitionsbedarfs decken oder bestehenden Engagements nachkommen können. Die einzelnen Darlehen belaufen sich auf mindestens 500 000 Euro und höchstens 5 Millionen Euro. Liquiditätskredite können innerhalb von maximal 15 Jahren zurückgezahlt werden, bei Projektdarlehen ist eine Laufzeit von bis zu 20 Jahren möglich. In beiden Fällen gilt eine zweijährige tilgungsfreie Zeit.

Darlehen von bis zu 2,3 Millionen EUR sind zinslos gemäß Artikel 3.1 des befristeten Rahmens für staatliche Beihilfen zur Stützung der Wirtschaft angesichts des Ausbruchs von Covid-19, während für Darlehen, die diesen Betrag übersteigen, ein minimaler fester Marktzinssatz erhoben wird.

Der Nothilfefonds für Unternehmen soll einen konkreten Beitrag zur regionalen Wirtschaft leisten, indem die Mittel, die das Wirtschaftsministerium für das im regionalen operationellen Programm 2014-2020 des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung festgelegte thematische Ziel 3 bereitstellt, aufgestockt werden, um den Bedürfnissen der Industrie gerecht zu werden und ihre Erholung nach der Pandemie zu fördern.

EIB-Vizepräsidentin Gelsomina Vigliotti: „Die pandemiebedingte Wirtschaftskrise hat die eng mit dem Tourismus, der handwerklichen Produktion und dem Handel verbundenen Sektoren besonders hart getroffen. Die Region Sizilien und die EIB haben gemeinsam mit der BCC Iccrea-Gruppe ein Instrument entwickelt, mit dem wir in diesen Sektoren weiterhin sizilianische KMU unterstützen und so den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt – eine der wichtigsten Prioritäten der EU-Bank – fördern können. In den letzten fünf Jahren hat die EIB nahezu 91 Milliarden Euro für Kohäsionsprojekte in ganz Europa vergeben.”

Gaetano Armao, Vizepräsident und Wirtschaftsminister der Region Sizilien: „Diese Finanzierung kommt in einer Zeit, in der die pandemiebedingt wirtschaftlich angeschlagenen Unternehmen noch immer mit der Krise kämpfen und gleichzeitig mit Investitionen und Modernisierungen auf eine Erholung hinarbeiten müssen, um wettbewerbsfähiger zu werden. Die Regierung Musumeci konzentriert sich auf die Zusammenarbeit mit der EIB und dem Verband der Genossenschaftsbanken Iccrea, um die verfügbaren Finanzmittel optimal zu nutzen und das Wirtschaftswachstum zu fördern.“

Carlo Napoleoni, Leiter der Abteilung Unternehmensfinanzierungen bei der Iccrea Banca: „Dank dieser Initiative können die BCC Iccrea-Gruppe und ihre Genossenschaftsbanken in Sizilien einen wichtigen Beitrag zur Erholung der regionalen Wirtschaft leisten, was die starke Ausrichtung der Gruppe auf die Bedürfnisse der Gemeinden in dieser Region unterstreicht. Wir bekräftigen damit auch, dass wir gemeinsam mit öffentlichen und supranationalen Einrichtungen die europäische Kohäsionspolitik unterstützen und zu dem gemeinsamen Ziel einer stärkeren Wettbewerbsfähigkeit und Entwicklung von Unternehmen und Regionen beitragen.“

Hintergrundinformationen

Die Europäische Investitionsbank (EIB) finanziert Projekte in vier vorrangigen Bereichen – Infrastruktur, Innovation, Klimaschutz und Umwelt sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Im Zeitraum 2019–2021 vergab die EIB-Gruppe mehr als 36 Milliarden Euro für Projekte in Italien.

Die BCC Iccrea-Gruppe ist die größte italienische genossenschaftliche Bankengruppe, die Nummer eins unter den nationalen Bankengruppen mit ausschließlich italienischem Kapital und die viertgrößte Bankengruppe Italiens gemessen an den Vermögenswerten (rund 175 Milliarden Euro). Zur Gruppe gehören derzeit 128 Genossenschaftsbanken, die in über 1 700 italienischen Kommunen mit mehr als 2 500 Zweigstellen vertreten sind, sowie weitere Bank-, Finanz- und verbundene Unternehmen, die von der Muttergesellschaft BCC Banca Iccrea kontrolliert werden. Zum 30. Juni 2021 verzeichneten die Genossenschaftsbanken der Gruppe in ganz Italien ein Bruttovermögen von 93 Millionen Euro sowie (direkte und indirekte) Zuflüsse von insgesamt fast 140 Millionen Euro für über 3 Millionen Kunden und 833 000 Mitglieder. Zum selben Stichtag lag die harte Kernkapitalquote der Gruppe bei 16,5 Prozent und die Gesamtkapitalquote bei 17,2 Prozent.