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  • Neues Darlehen über 70 Millionen Euro fördert Investitionen in die Verringerung von Wasserverlusten
  • Jordanien, die EIB, die Europäische Union und die KfW arbeiten gemeinsam daran, die Herausforderungen im Wassersektor zu bewältigen
  • Mit ihrem jüngsten Engagement unterstützt die EIB Jordanien bei der Anpassung an den Klimawandel

In Amman wurde heute ein von der Europäischen Investitionsbank (EIB) unterstütztes Projekt bekannt gegeben, das Gemeinden im Jordantal und Großstädten besseren Zugang zu den begrenzten Wasserressourcen des Landes geben soll.

Das Haschemitische Königreich von Jordanien und die Europäische Investitionsbank haben ein Darlehen über 70 Millionen Euro für ein umfangreiches Investitionsprogramm vereinbart, das Wasserverluste verringern, die Trinkwasserversorgung u. a. in Amman und Irbid verbessern und den Wassermangel bekämpfen soll, der die Landwirtschaft im Jordantal behindert.

Der jüngste Finanzierungsbeitrag der EIB für Wasserprojekte in Jordanien wurde in Amman von Nasser Shraideh, Minister für Planung und internationale Zusammenarbeit, Mohammad Najjar, Minister für Wasser und Bewässerung, Maria Hadjitheodosiou, Botschafterin der Europäischen Union in Jordanien, Manar Al-Mahasneh, Generalsekretärin der Jordantalbehörde (Jordan Valley Authority), und Souad Farsi, Vertreterin der EIB in Jordanien, bekannt gegeben.

Minister Shraideh würdigte bei der Online-Informationsveranstaltung die wertvolle technische und finanzielle Unterstützung, die die EIB als Entwicklungspartner des Königreichs leistet, und wies darauf hin, dass die Bank in den vergangenen Jahren zinsgünstige Finanzierungen für Projekte in Schlüsselsektoren wie Industrie, Energie, Bildung, Wasser und Abwasser, Verkehr, Entwicklung des privaten Sektors und Infrastruktur bereitgestellt hat.

Gelsomina Vigliotti, Vizepräsidentin der EIB mit Aufsicht über Finanzierungen in Jordanien: „Die Europäische Investitionsbank will gemeinsam mit ihren jordanischen und internationalen Partnern den Zugang zu Wasser verbessern und eine effizientere Nutzung der knappen Wasserressourcen in Jordanien fördern. Der Finanzierungsbeitrag von 70 Millionen Euro wird umfangreiche neue Investitionen von 109 Millionen Euro in eine bessere Wassernutzung im Jordantal fördern. Das EIB-Darlehen zeigt, dass Team Europe die Strategie der jordanischen Regierung für den Wassersektor nachdrücklich unterstützt. Es wurden außerdem weitere Finanzierungen im Rahmen des Klimaanpassungsplans der EIB auf den Weg gebracht.“

Maria Hadjitheodosiou, Botschafterin der Europäischen Union in Jordanien: „Dieses Projekt hat für die jordanische Regierung höchste Priorität und zeigt, mit welchem Engagement Team Europe wirksame Investitionen und Reformen im Wassersektor in Jordanien umfangreich unterstützt.  Die EIB-Finanzierung ist mit einer Garantie der Europäischen Union versehen. Sie wird dazu beitragen, Wasserverluste deutlich zu verringern und die Wasserversorgung in Jordanien widerstandsfähiger und effizienter zu machen. Das ist entscheidend für die Anpassung des Landes an die Auswirkungen des Klimawandels und steht in Einklang mit der Förderung eines umweltverträglichen, resilienten Aufschwungs und der externen Dimension des europäischen Grünen Deals.“

Die Finanzierung wird dabei helfen, die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Wassermangels in Jordanien zu verringern. Dabei ist Jordanien eines der Länder mit den weltweit geringsten Süßwasserreserven pro Einwohner, hat mit einer steigenden Nachfrage und einer nicht nachhaltigen Nutzung der Grundwasserressourcen zu kämpfen.

Investitionen in mehr Resilienz gegenüber Klimafolgen und erhöhtem Wasserbedarf

Jordanien ist eines der wasserärmsten Länder der Welt. Die pro Einwohner verfügbaren Süßwasservorräte gehören zu den geringsten weltweit. Seine erneuerbaren Wasserreserven decken derzeit nur etwa die Hälfte des Wasserbedarfs der Bevölkerung, und das Grundwasser wird doppelt so schnell verbraucht, wie es ersetzt werden kann.

Ein hohes Bevölkerungswachstum und der Zustrom von Menschen, die vor regionalen Konflikten flüchten, haben die ohnehin angespannte Wasserversorgung zusätzlich belastet. Die sich verändernden Niederschlagsmuster drohen das Problem noch zu verschärfen.

Ein nachhaltiger und fairer Zugang zu sicherem Trinkwasser für alle Teile der Bevölkerung ist für die langfristige Stabilität und den Wohlstand des Landes entscheidend.

Die EIB-finanzierten Investitionen werden dazu beitragen, Jordaniens Wasserversorgung an ein sich veränderndes und zunehmend unsicheres Klima anzupassen.

Der Klimawandel und die sich verändernden Niederschlagsmuster in der Region haben erhebliche Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Wasser im Land. Dies beeinträchtigt die landwirtschaftliche Produktivität und gefährdet die Lebensgrundlage vieler Menschen, die von den natürlichen Ressourcen abhängen.

Das Projekt wird die Wasserverteilungs- und Bewässerungsinfrastruktur im Jordantal verbessern und so eine effizientere Bewirtschaftung der begrenzten Wasserressourcen ermöglichen.

Es wird Wasserverluste in der Landwirtschaft verringern und die Versorgung mit frischem Trinkwasser erhöhen, was sowohl den Menschen im Jordantal zugutekommt, als auch die Wasserknappheit in Ballungsgebieten wie Amman und Irbid vermindert.

Ausbau der Rekordunterstützung der EIB für Investitionen in jordanischen Wassersektor

Das neue Darlehen der EIB folgt auf das 2020 unterzeichnete Rahmendarlehen in Höhe von 260 Millionen Euro für den Wassersektor in Jordanien – der bislang größten Unterstützung der EIB für Investitionen in den Wassersektor im Nahen Osten und südlichen Mittelmeerraum. Dieses landesweite Projekt wird derzeit umgesetzt.

Die EIB ist die größte supranationale Bank und der bedeutendste Geldgeber für Investitionen im Wassersektor weltweit.

Die neue EIB-Finanzierung ist Teil des erheblichen Engagements der Bank im jordanischen Wassersektor, das in den letzten Jahren im Rahmen der Initiative zur Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz sukzessive ausgeweitet wurde. 2019 unterzeichnete die EIB ein Darlehen über 65 Millionen Euro und einen Investitionszuschuss über 16,25 Millionen Euro für das Projekt Deir Alla Water and Sanitation.

In den vergangenen 37 Jahren hat die EIB über 708 Millionen Euro für Wasserprojekte in Jordanien bereitgestellt.

Unterstützung der EU für den Wassersektor in Jordanien

Die EU unterstützt die Reform des Wassersektors und die Infrastruktur in Jordanien in vollem Umfang, wobei ein besonderer Fokus auf der effizienten Bewirtschaftung der Wasserressourcen, der Verringerung von Wasserverlusten und der Einsparung von Süßwasser liegt, die für Jordanien entscheidend sind.

Die laufende bilaterale Unterstützung der Europäische Union in Form von Finanzhilfen für den jordanischen Wasser-, Sanitär- und Hygienesektor (darunter auch aus dem Finanzrahmen zur Überwindung der Folgen der Syrienkrise) beläuft sich auf über 150 Millionen Euro und hat Investitionen von mehr als 500 Millionen Euro angestoßen. Hinzu kommen weitere von der Union unterstützte regionale Projekte und Aktivitäten.

Auch in Zukunft wird die Union den Wassersektor in Jordanien erheblich unterstützen, etwa im Rahmen ihrer neuen Finanzhilfen für eine grüne Wirtschaft in Jordanien im Zeitraum 2021–2025.

Team Europe unterstützt langfristige Investitionen in den jordanischen Wassersektor

Das Projekt leistet auch einen Beitrag zu den Zielen der Team-Europe-Initiative im jordanischen Wassersektor und wird gemeinsam mit der deutschen Entwicklungsbank KfW und der EU-Nachbarschaftsinvestitionsplattform (NIP) finanziert.

Die neue Finanzierung fällt unter das Mandat der EIB für Finanzierungen außerhalb der EU und wird durch eine Garantie der Europäischen Union besichert.

Jordanien und die EIB

Die Tätigkeit der EIB in der Region

Die Resilienzinitiative der EIB