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Der Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) Ambroise Fayolle hat heute mit Finanzminister Richard Randriamandrato ein Darlehen über 35 Millionen Euro für das Projekt Jirama Water III unterzeichnet. Bei der Unterzeichnung war der Präsident der Republik Madagaskar Andry Rajoelina zugegen. Ergänzt wird die Finanzierung durch einen Zuschuss der Europäischen Union aus der Investitionsplattform für Afrika.

Im Rahmen des Projekts wird vorrangig in die Trinkwasserversorgung der Hauptstadt Antananarivo investiert. Projektträger ist das staatliche Wasser- und Stromversorgungsunternehmen Jiro sy Rano Malagasy, kurz Jirama. Verbessert werden sollen die Produktions-, Transport- und Verteilungskapazitäten des Trinkwassersystems in der Hauptstadt und ihren Randgemeinden.

Die Investitionen belaufen sich auf insgesamt 74 Millionen Euro. 47 Prozent davon finanziert die EIB. Ohne die Unterstützung der Europäischen Kommission wäre das Projekt nicht möglich gewesen: Sie stellt 30 Millionen Euro bereit: einen Investitionszuschuss von 27 Millionen Euro und technische Hilfe in Höhe von drei Millionen Euro. Die restlichen Mittel kommen von der Republik Madagaskar selbst (6,5 Millionen Euro) und von der nicht gewinnorientierten Organisation Water & Sanitation for the Urban Poor. Diese Organisation arbeitet bereits seit über zehn Jahren mit Jirama an der Verbesserung der Trinkwasserversorgung. Sie war entscheidend an der Projektvorbereitung beteiligt und gewährt einen Zuschuss von 2,5 Millionen Euro.

Das Projekt steht in Einklang mit den Zielen der EU für das Land. Es wird ausdrücklich im nationalen Richtprogramm der EU 2014–2020 für Madagaskar (11. Europäischer Entwicklungsfonds) erwähnt und zeichnet sich durch seine positiven Auswirkungen für die Gesundheit, Umwelt, Geschlechtergleichstellung und Bekämpfung von Ungleichheit aus. Das Projekt trägt damit zu fünf UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung bei: sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, keine Armut, Gesundheit und Wohlergehen, Geschlechtergleichheit und nachhaltige Städte und Gemeinden. Da es den Zugang zu Trinkwasser verbessert, entspricht es außerdem den Förderkriterien der EIB für den Wassersektor und kommt für eine Finanzierung aus den Erlösen der Nachhaltigkeitsanleihen infrage.

Das Projekt wirkt sich insofern positiv auf die Gleichstellung der Geschlechter aus, als die zum Wasserholen benötigte Zeit verringert wird – gewöhnlich obliegt diese beschwerliche Aufgabe Frauen und Mädchen. Dadurch wird indirekt der Schulbesuch von Mädchen gefördert, und Frauen steht mehr Zeit zur Verfügung, in der sie Erwerbstätigkeiten nachgehen können.

Die EIB hat seit 2014 ihre Finanzierungen im Straßen- und Energiesektor des Landes ausgeweitet. So finanziert sie gemeinsam mit der französischen Entwicklungsagentur AFD und der EU den Ausbau des Umlandnetzes um Antananarivo (das Projekt „Rocade“) und den vollständigen Wiederaufbau von Infrastruktur nach den besonders verheerenden Wirbelstürmen des Jahres 2015. Gemeinsam mit der EU finanziert sie die Modernisierung des madagassischen Straßennetzes (Nationalstraßen RN6 und RN13) und die vierte Turbine des Projekts Jirama Andekaleka Hydro Expansion. Die Darlehen für diese Projekte belaufen sich auf insgesamt 208,6 Millionen Euro, zu denen EU-Zuschüsse von 120 Millionen Euro hinzukommen.

Die EIB wird wahrscheinlich 2020 das Netzverbundprojekt Antananarivo–Toamasina PRIRTEM-1 prüfen und könnte sich gemeinsam mit der Afrikanischen Entwicklungsbank und der EU an der Finanzierung beteiligen.

EIB-Vizepräsident Fayolle: „Die Bank der EU freut sich, Madagaskar bei der Finanzierung vieler maßgeblicher Entwicklungsprojekte zur Seite zu stehen. Aber sie will noch mehr tun und gemeinsam mit ihren Partnern Infrastrukturprojekte in Bereichen wie Straßen, Wasserkraft oder Energie vorantreiben. Im Kampf gegen den Klimawandel und bei der Anpassung an seine Folgen sind diese Projekte besonders wichtig.“