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  • Kooperationsabkommen zwischen der Bank der Europäischen Union und der albanischen nationalen Entwicklungsagentur
  • Im Rahmen der Resilienzinitiative stellt die EIB der ADF technische Hilfe im Umfang von 200 000 Euro aus dem genehmigten TH-Paket über drei Millionen Euro bereit
  • Ziel ist es, das Wachstumspotenzial Nordalbaniens und der Adriaküste auszuschöpfen. Dabei soll der Schwerpunkt auf Umweltaspekten und einer nachhaltigen Tourismusentwicklung liegen

Die Europäische Investitionsbank (EIB) und der Albanische Entwicklungsfonds (ADF) haben eine Kooperationsvereinbarung in Höhe von 200 000 Euro über technischen Hilfe bei der Erstellung eines regionalen Investitionsprogramms für Nordalbanien unterzeichnet. Es ist dies die erste Etappe eines weitergefassten, bereits genehmigten Programms für technische Hilfe im Wert von drei Millionen Euro, das gemeinsam mit der ADF zur Unterstützung der Region umgesetzt werden soll. Die ADF ist eine staatliche Einrichtung und verfügt über eine 25-jährige Erfahrung mit Investitionen in lokale Infrastruktur in ganz Albanien. Sie ist ein wichtiger Partner der EIB und hat ein umfangreiches Know-how bei der Umsetzung albanischer politischer Vorgaben in Investitionsprogramme.

Die von der EIB über die Initiative zur Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz (Resilienzinitiative) finanzierte technische Hilfe betrifft ein Gebiet, dass die Adriaküste zwischen Shëngjin und Velipoja, die Ufer des Shkodrasees, den Fluss Buna und Koplik, das Tor zu den Albanischen Alpen, umfasst und Teile der Verwaltungsgebiete der Ortschaften Shkodra, Lezha und Malësia e Madhe beinhaltet.

Im Rahmen der Zusammenarbeit wird die EIB die ADF dabei unterstützen, eine integrierte Tourismus- und Stadtmodernisierungstrategie für die Küste und das Tor zu den Alpen festzulegen und sich einen Überblick über die Naturschätze in der Gegend zu verschaffen sowie Umweltaspekte zu berücksichtigen. So kann ein mittel- bis langfristiger Investitionsplan erstellt werden, der den bestehenden Gesamtplan für die Alpen-Gegend durch eine Verbesserung der Verkehrsanbindung, der Umweltqualität und der kommunalen Einrichtungen ergänzt.

Die Partnerschaft zeigt beispielhaft, wie die EIB die albanischen Behörden bei einer nachhaltigen Entwicklung unterstützt, indem auf der Basis bestehender Pläne und Sektorstrategien wichtige Investitionen vorrangig durchgeführt werden.

Alessandro Bragonzi, Vertreter der EIB für Albanien, Kosovo* und Nordmazedonien: „Durch ihre Hilfe bei der Zusammenstellung eines Programms für öffentliche Infrastrukturinvestitionen, das sich auf das regionale Tourismuspotenzial und eine gründliche Prüfung der bestehenden Infrastrukturlücken stützt, trägt die Bank dazu bei, das ungenutzte Wachstumspotenzial Nordalbaniens auszuschöpfen.“

Dritan Agolli, ADF-Geschäftsführer: „Die ADF will als regionale Entwicklungsagentur mithilfe dieser Initiative eine strategische Vision für die nachhaltige Entwicklung der Region am Tor zu den Alpen vorlegen, die auf bestehenden Plänen, Sektorstrategien und vorangegangenen und kürzlich erfolgten strategischen Investitionen aufbaut. Für den Albanischen Entwicklungsfonds ist die EIB ein wichtiger Partner, der ihm seit vielen Jahren stets bei der Erfüllung seiner Aufgabe zur Seite steht und ihn unterstützt, die Ziele der albanischen Regierung umzusetzen. Mithilfe der Initiative wollen wir ein umfangreiches Investitionsprogramm aufstellen, dass räumliche Erfordernisse und Potenziale berücksichtigt. Die Maßnahmen dafür sollen die Attraktivität der Region erhöhen, das Wirtschaftswachstum steigern, in Menschen und Dienstleistungen investieren und die öffentlichen Dienstleistungen verbessern.“

* Diese Bezeichnung berührt nicht die Standpunkte zum Status und steht im Einklang mit der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates und dem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovos.

Hinweis für die Redaktion

Tätigkeit der EIB in Albanien und im Westbalkan

Seit 2000 hat die Europäische Investitionsbank über 474 Millionen Euro an Albanien vergeben, um die Bereiche Verkehr, Umweltinfrastruktur, Gesundheit, Bildung, Forschung und Entwicklung sowie KMU zu fördern.

ADF (https://www.albaniandf.org/en/)

Der Albanische Entwicklungsfonds (ADF) ist eine 1993 durch ein Sondergesetz als sozialer Investitionsfonds für die Armutsbekämpfung in Albanien gegründete Einrichtung. Von einer Agentur mit der Aufgabe, in ländlichen Gebieten Albaniens nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes die Armut durch kleinere Maßnahmen zu bekämpfen, hat sich die ADF zum wichtigsten Instrument für Entwicklung gewandelt. Die ADF ist regional orientiert und führt integrierte und komplexe Projekte durch, die eine nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung sicherstellen. Des Weiteren hat sie erfolgreiche und vorbildliche Maßnahmen entwickelt, die sich langfristig positiv auf das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger auswirken. In den vergangenen Jahren hat die ADF im Rahmen der Reform der Durchführung der Regionalentwicklung immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Initiative zur Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz (https://www.eib.org/de/projects/initiatives/resilience-initiative/index.htm)

Seit die Resilienzinitiative 2016 an den Start gegangen ist, war sie Teil der Antwort der Europäischen Union auf die Herausforderungen in der südlichen Nachbarschaft und im Westbalkan, wie etwa Vertreibung und Migration, Wirtschaftsflauten, politische Krisen, Dürren und Überschwemmungen. Dank der Investitionen in wichtige Infrastruktur und in die Entwicklung des privaten Sektors im Rahmen der Resilienzinitiative werden Arbeitsplätze geschaffen und die Wirtschaft wächst. Möglicherweise werden Migrationsströme auch positiv beeinflusst. Die Resilienzinitiative bietet verschiedene Darlehens- und innovative Finanzinstrumente an und ermöglicht es, Mittel der Gebergemeinschaft mit Finanzierungsbeiträgen der EIB zu bündeln. Die Initiative wird in enger Zusammenarbeit mit EU-Ländern, der Europäischen Kommission und weiteren Partnern durchgeführt. Als erste EU-Länder haben Kroatien, Italien, Litauen, Luxemburg, Polen, die Slowakei, Slowenien und das Vereinigte Königreich zur Resilienzinitiative beigetragen.

Im Rahmen der Initiative wurden bisher mehr als 50 Projekte mit Gesamtinvestitionen von 4,92 Milliarden Euro genehmigt. Die Initiative dürfte insgesamt zusätzliche Finanzierungsmittel von sechs Milliarden Euro bereitstellen.