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  • Gemeinsame Initiative von EIB und Europäischer Kommission mobilisiert in zehn Jahren knapp sechs Milliarden Euro für 85 Projekte
  • Weniger Emissionen dank technischer Hilfe für Energieeffizienz-, Erneuerbare-Energien- und nachhaltige Verkehrsprojekte
  • Weitere 97 Millionen Euro für Energieeffizienz in Wohngebäuden verfügbar

Das Europäische Finanzierungsinstrument für nachhaltige Energieprojekte von Städten und Regionen (ELENA) wird zehn Jahre alt – und hat in diesem Zeitraum 150 Millionen Euro für Projekte in 85 Städten und Regionen bereitgestellt. Dank der technischen Hilfe der gemeinsamen Initiative von Europäischer Investitionsbank (EIB) und Europäischer Kommission konnten Vorhaben im Umfang von fast sechs Milliarden Euro entwickelt werden.

ELENA unterstützt öffentliche und private Akteure, etwa kommunale oder nationale Behörden, Energieagenturen und Finanzinstitute, die nachhaltige, tragfähige Energie- und Verkehrsprojekte planen und durchführen wollen. So werden beispielsweise dringend benötigtes zusätzliches Personal und externes Fachwissen für Energieaudits oder Finanzierungsberatung bereitgestellt.

Die Initiative ermöglicht Energie- und Kosteneinsparungen und fördert gleichzeitig die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energiequellen, wodurch letztlich die Treibhausgasemissionen gesenkt werden können. Dank ELENA freuen sich jedes Jahr Hunderte Haushalte in Nordfrankreich und Irland über niedrigere Energieausgaben. Der Energieverbrauch von Schulen in Rumänien und öffentlichen Gebäuden in Slowenien konnte deutlich gesenkt werden, und in Spanien wurden konventionelle Busse durch Hybridfahrzeuge ersetzt, während Dänemark die erste Light-Rail-Strecke bekam.

Bei der Europäischen Woche für nachhaltige Energie in Brüssel wurde heute der zehnte Jahrestag von ELENA gefeiert. Die Europäische Kommission stellte der Initiative dieses Jahr weitere 97 Millionen Euro für Investitionen in die Energieeffizienz von Wohngebäuden zur Verfügung. Besonders Haushalte und Eigentümergemeinschaften profitieren von den Leistungen rund um die Projektentwicklung, die für eine höhere Wohnqualität und niedrigere Energieausgaben sorgen. ELENA unterstützt auch Finanzinstitute einschließlich Geschäftsbanken, die Finanzierungsinstrumente und Darlehensprodukte für Energieeffizienzprojekte im Wohnungssektor anbieten wollen. Öffentliche Einrichtungen erhalten ebenfalls Hilfe bei der Umsetzung umfangreicher energetischer Sanierungsprogramme.

Andrew McDowell, EIB-Vizepräsident mit Aufsicht über den Energiebereich bei der Veranstaltung zum zehnten Jahrestag von ELENA während der Europäischen Woche für nachhaltige Energie in Brüssel: „Die sauberste Energie ist die, die infolge energieeinsparender Investitionen und Technologien erst gar nicht verbraucht wird. Deshalb ist Energieeffizienz das Schlagwort der Klimapolitik. Oft handelt es sich allerdings um kleine Projekte, die auf technische Hilfe bei der Vorbereitung und Durchführung angewiesen sind. Deshalb will die EIB die ELENA-Partnerschaft mit der Europäischen Kommission, die heute seit zehn Jahren besteht, weiter ausbauen.“

Miguel Arias Cañete, EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie: „Die EU bekennt sich zum Grundsatz ,Energieeffizienz an erster Stelle‘. Mit dem Paket ‚Saubere Energie für alle Europäer‘ fand dieses Bekenntnis Eingang in die Rechtsvorschriften der EU. Doch die Rechtsvorschriften können nicht alles richten. Um die massiven Investitionen zu mobilisieren, die von öffentlichen und privaten Akteuren benötigt werden, brauchen wir ELENA. Das Instrument bietet konkrete Unterstützung, damit die Umstellung auf saubere Energie gelingt.“

Karl-Heinz Lambertz, Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen: „Europas Städte und Regionen haben ehrgeizige Pläne. Sie intensivieren ihre Anstrengungen und arbeiten auf die Energiewende hin. Ob nachhaltiger Verkehr, energieeffiziente Häuser oder erneuerbare Energien: Seit zehn Jahren unterstützt ELENA Städte und Regionen konsequent bei der Dekarbonisierung der Wirtschaft. Der Europäische Ausschuss der Regionen und die EIB haben ihren gemeinsamen Aktionsplan bekräftigt. Sie werden Kommunen und Regionen auch künftig beim Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung vor Ort zur Seite stehen.“

Alice Morcrette, Direktorin von Picardie Pass Rénovation: „Zahlreiche Delegationen aus Frankreich und ganz Europa besuchen uns, weil sie mehr über die ELENA-Initiative erfahren wollen. Das große Interesse und der wachsende Erfolg von ‚Picardie Pass Rénovation‘ sprechen dafür, dass ähnliche Programme auch in anderen Regionen Frankreichs und Europas möglich sind.“ Mithilfe von ELENA entwickelte Picardie Pass Rénovation ein „One-Stop-Shop“-Konzept, das Energieeffizienz für Hunderte Wohnungen in der Picardie bezahlbar macht. Sein Erfolg weckte das Interesse anderer Regionen, die sich ebenfalls mit dem Thema Energieeffizienz beschäftigen. Ein Beispiel ist die Tipperary Energy Agency in der irischen Grafschaft Tipperary – sie erstellte ihren Energieeffizienzplan nach dem Vorbild der Picardie.

Alenka Loose, Energiemanagerin der Stadt Ljubljana: „In Ljubljana wurde viel Energie verschwendet, und die Behebung der Ursachen war keine Kleinigkeit. Wir waren mit einem Projekt dieser Größenordnung schlichtweg überfordert.“ Mithilfe von ELENA stellte die Stadt ein Budget von 50 Millionen Euro für Energieeffizienzmaßnahmen zusammen, um 70 öffentliche Gebäude wie Schulen, Büchereien und Gesundheitszentren zu sanieren. Das Projekt wurde im Dezember 2016 abgeschlossen – es umfasste Dämmungen, energieeffiziente Fenster, den Austausch von Heizkesseln, die Erneuerung von Kühl- und Heizsystemen und die Installierung kleiner Fotovoltaikanlagen. Loose bestätigt den Erfolg: „Für die Menschen, die in den Gebäuden arbeiten, machen sich die Modernisierungen bemerkbar. Die Maßnahmen sind gut für die Umwelt und sorgen für angenehmere Arbeitsbedingungen.“