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Eine Delegation der Bank unter Leitung von Präsident Werner Hoyer und Vizepräsident Dario Scannapieco nahm am Westbalkan-Gipfel in Triest teil

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat ihre Rolle als einer der führenden internationalen Geldgeber im Westbalkan bekräftigt. Seit 2006 hat die Bank Darlehen im Umfang von 6,4 Milliarden Euro unterzeichnet. Allein in den letzten zwei Jahren wurden rund 1,2 Milliarden Euro für Projekte in der Region ausgezahlt. Gestern nahm eine Delegation der EIB unter Leitung von Präsident Werner Hoyer und Vizepräsident Dario Scannapieco am Westbalkan-Gipfel im italienischen Triest teil. In mehreren Sitzungen und beim offiziellen Abendessen mit den Staats- und Regierungschefs bekräftigten die Vertreter der Bank ihre Bereitschaft, die Region auf ihrem Weg zur europäischen Integration weiter zu unterstützen.

Besondere Bedeutung kommt hierbei der „Initiative zur Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz“ zu, die die EIB 2016 in Reaktion auf die Zuwanderungswelle in die EU ins Leben rief. Mit der Resilienzinitiative verstärkt die EIB ihr Engagement in den Nachbarländern der EU, insbesondere in der südlichen Nachbarschaft und im Westbalkan. Es werden Maßnahmen unterstützt, die zum Ausbau der sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur beitragen und Impulse für ein vom Privatsektor ausgehendes Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum geben. Insgesamt erhöht die EIB ihr finanzielles Engagement in den Regionen über einen Zeitraum von fünf Jahren um 6 Milliarden Euro – über die bereits vorgesehenen 7,5 Milliarden Euro hinaus. Dadurch sollen bis zu 15 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen in der südlichen Nachbarschaft und im Westbalkan ermöglicht werden. Insgesamt will die EIB so Investitionen in Höhe von 35 Milliarden Euro für die Regionen mobilisieren. Rund ein Drittel davon ist für den Westbalkan bestimmt.

Anlässlich des Gipfels unterzeichneten Vertreter der EIB-Gruppe Finanzierungen im Volumen von 70 Millionen Euro für die gesamte Region, darunter ein Darlehen über 50 Millionen Euro, das im Rahmen der Resilienzinitiative an Serbien vergeben wird. Außerdem wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Eckpunkte einer engeren Zusammenarbeit zwischen der EIB und der Regierung des Kosovo* festlegt. Sie betrifft die Bereiche Verkehr, Energie, kommunale und ökologische Infrastruktur, Klimaschutz, Bildung, Gesundheit und Innovation sowie KMU.

„Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen will die EIB die Widerstandskraft des Westbalkans stärken, indem sie Investitionen fördert und mehr Mittel dafür bereitstellt. Mit welchem Nachdruck wir die europäische Resilienzinitiative umsetzen, zeigt sich an der Zahl der bereits von der EU-Bank genehmigten Finanzierungen: 1,2 Milliarden Euro für sieben Länder. Davon sind 162 Millionen Euro für Projekte im Westbalkan vorgesehen – in Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie jetzt auch in Serbien. Darüber hinaus hat die EIB als größter Geldgeber für Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur in den letzten zehn Jahren 2,1 Milliarden Euro für Verkehrsprojekte bereitgestellt. Sie wird sich auch künftig in diesem Bereich engagieren, unter anderem mit der Finanzierung von Projekten, die auf der Konnektivitätsagenda stehen. Die Verkehrsinfrastruktur ist eine notwendige Voraussetzung für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit, weil sie die Beförderung von Personen und Gütern ermöglicht. Eine bessere Mobilität stärkt den sozialen Zusammenhalt, fördert das Wirtschaftswachstum und schafft Arbeitsplätze“, sagte EIB-Präsident Werner Hoyer.

Vizepräsident Dario Scannapieco, der bei der EIB für den Westbalkan und die Resilienzinitiative zuständig ist, ergänzte: „Seit 2011 haben wir Verträge im Wert von 3,4 Milliarden Euro für die Region unterzeichnet. Es sind interessante Projekte in der Pipeline, die verschiedene Sektoren betreffen: Verkehr, Energie, Umwelt und Gesundheit. Aber wir finanzieren nicht nur Großprojekte. Investitionen von KMU zu fördern, gehört ebenfalls zu unseren Hauptaufgaben: In den letzten fünf Jahren haben wir 1,35 Milliarden Euro für 4 888 KMU und Midcap-Unternehmen bereitgestellt.“

Die EIB unterzeichnete auf dem Gipfeltreffen ein Darlehen über 50 Millionen Euro für Kliniken in Niš, Belgrad und Kragujevac, um zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Serbien beizutragen.

Ergänzend dazu unterzeichnete der Europäische Investitionsfonds (EIF), der zur EIB-Gruppe gehört, eine erste Finanzierungszusage für eine Beteiligung am Ascendant Buy-Out Fund – einem Private-Equity-Fonds mit einem Zielvolumen von 100 Millionen Euro, der sich auf das untere Mid-Market-Segment im Westbalkan konzentrieren will.

Im Auftrag der Europäischen Kommission unterzeichnete der EIF außerdem eine Absichtserklärung für die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für die Fazilität für Unternehmensentwicklung und Innovation im westlichen Balkan (WB EDIF), darunter 20 Millionen Euro für serbische KMU und 10 Millionen Euro zur Förderung der Jugendbeschäftigung in der Region.

Pier Luigi Gilibert, der geschäftsführende Direktor des EIF, erklärte: „Wir freuen uns, mit der Beteiligung an einem neuen, unabhängigen Fonds in diesem unterversorgten Segment zur Entwicklung des Private-Equity-Marktes in der Westbalkanregion beizutragen. Weil wir im Rahmen von COSME in den Fonds eingestiegen sind, konnten weitere einheimische und ausländische Investoren gewonnen werden. Das hat den Fonds erst möglich gemacht. Die Erhöhung der Garantiefazilität um 30 Millionen Euro hilft zusätzlich bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und wird die Finanzierungschancen von KMU verbessern.“