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©EIB/Ville de Nice - Philippe Viglietti

Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Metropolregion Nizza-Côte d'Azur haben am 21. November 2014 einen Darlehensvertrag über 250 Millionen EUR für den Bau einer neuen Straßenbahnlinie unterzeichnet. Damit wird ein schnelleres, zuverlässigeres und komfortableres Verkehrsmittel auf der West-Ost-Achse von Nizza zur Verfügung stehen. Der Finanzierungsbedarf von insgesamt 500 Millionen Euro wird zu gleichen Teilen von der EIB und der Caisse des Dépots gedeckt.

Die Unterzeichnung fand in Anwesenheit von Christian Estrosi, dem stellvertretenden Bürgermeister von Nizza und Präsidenten der Metropolregion Nizza-Côte d'Azur, und Philippe de Fontaine Vive, dem Vizepräsidenten der EIB, im Rathaus von Nizza statt.

Angesichts der Kreditknappheit und der drastischen Sparzwänge, denen die Gebietskörperschaften in Frankreich derzeit unterliegen, ist das Darlehen besonders willkommen. Das Großprojekt spielt für die Einwohner eine wichtige Rolle und wird entscheidend zur wirtschaftlichen Stärke der Metropolregion beitragen. Mit dem Bau der neuen West-Ost-Straßenbahnlinie erhält die Stadt eine zuverlässigere, schnellere und komfortablere Transportalternative. Auf einer Gesamtlänge von 11,3 Kilometern mit 20 Haltestellen wird die Linie wichtige wirtschaftliche Anlaufpunkte (Hafen, Flughafen, Kongresszentrum und Messezentrum), die besonders bei Touristen beliebte Altstadt, aber auch die aufstrebenden Stadtviertel wie Éco-Vallée (Grand Arénas, Les Moulins und Nice Méridia) miteinander verbinden. Durch das neue Nahverkehrsangebot soll die Zahl der beförderten Personen nach Inbetriebnahme der Strecke von 70 000 auf 140 000 und auf längere Sicht auf 200 000 Fahrgäste täglich steigen.

Das Darlehen ermöglicht auch den Erwerb von 19 Straßenbahnzügen einer neuen Generation, die jeweils 300 Plätze auf einer Länge von 44 Metern bieten, sowie den Bau eines neuen Wartungsdepots. Darüber hinaus werden fünf Park-and-Ride-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 1 550 Parkplätzen errichtet. Diese sollen mehr Verkehrsteilnehmer dazu bewegen, den Pkw stehen zu lassen und in die Straßenbahn umzusteigen.

Die Inbetriebnahme der neuen Linie ist für 2018 geplant.

Die EIB unterstützt derzeit verstärkt Projekte, die zur wirtschaftlichen Entwicklung in den französischen Regionen beitragen. Das langfristige Darlehen von 250 Millionen Euro, das die Bank dank ihres AAA-Ratings zu attraktiven Konditionen vergeben kann, ist für die Metropolregion Nizza-Côte d'Azur von großer Bedeutung. Es zeigt, mit welchem Engagement sich die EIB dafür einsetzt, die wirtschaftliche Entwicklung in Frankreich zu fördern. In der Region Provence-Alpes-Côtes d'Azur vergab die EIB allein im Jahr 2014 Finanzierungen von rund 700 Millionen Euro für vorrangige Bereiche wie Verkehr, Gesundheit, Energieeffizienz, Innovation sowie die Bildung und Ausbildung junger Menschen. Sie engagierte sich damit stärker denn in Frankreich, um Wachstum und Beschäftigung zu fördern. 2013 stellte sie 7,8 Milliarden Euro bereit, 80 Prozent mehr als im Jahr 2012.

„Zu den vorrangigen Finanzierungsbereichen der EIB zählen auch umweltfreundlichere und leistungsfähigere Verkehrslösungen. Deshalb freue ich mich sehr, dass sich die EIB an diesem Projekt beteiligt, um die Lebensqualität für die Bürger zu verbessern. Die Europäische Investitionsbank und die Caisse des Dépôts können gemeinsam viel erreichen und die Bemühungen der Gebietskörperschaften um die wirtschaftliche und soziale Entwicklung wirkungsvoll unterstützen. So tragen wir wirkungsvoll zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung bei“, erklärte EIB-Vizepräsident Philippe de Fontaine Vive bei der Vertragsunterzeichnung.

„Heute bringen wir die Finanzierung der West-Ost-Straßenbahnlinie zum Abschluss. Zwei große Finanzierungsinstitute, die EIB und die Caisse des Dépots, unterstützen gemeinsam die Metropolregion Nizza-Côte d'Azur, weil sie wissen, welchen Herausforderungen dieser Kommunalverband im Hinblick auf Wirtschaftsentwicklung, Beschäftigung und Umweltschutz gegenübersteht. Die beiden Institute stellen zu jeweils gleichen Teilen insgesamt 500 Millionen Euro bereit und bringen auf diese Weise ihr Vertrauen in das Projekt und in die Metropolregion – den ersten Zusammenschluss dieser Art in Frankreich zum Ausdruck. Dafür gibt es zwei gute Gründe: Zum einen wurde dieses große Infrastrukturprojekt von den Finanzanalysten und technischen Teams der beiden Institute eingehend geprüft und für förderungswürdig befunden. Zum anderen ist unser neuer Kommunalverband sehr solide und verfügt über eine gut funktionierende, zuverlässige Verwaltung. Beides schafft Vertrauen bei den Darlehensgebern“, unterstrich Christian Estrosi, stellvertretender Bürgermeister von Nizza und Präsident der Metropolregion Nizza-Côte d’Azur.