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  • Entwicklungsbanken, Energieagenturen und multilaterale Organisationen wollen Elektrifizierung beschleunigen und damit weltweit einen gerechten Wiederaufbau fördern
  • Neue globale Koalition gegen Energiearmut
  • Volles Potenzial dezentraler regenerativer Energiesysteme erschließen

Die Rockefeller Foundation und die Europäische Investitionsbank (EIB) haben heute die Gründung einer globalen Koalition bekannt gegeben, um in den nächsten zehn Jahren eine Milliarde Menschen mit nachhaltiger Energie zu versorgen. Dem Aufruf zum Handeln sind weitere Organisationen gefolgt: die Afrikanische Entwicklungsbank, die britische Entwicklungsfinanzierungsinstitution CDC, die Internationale Energieagentur, die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), die U.S. States International Development Finance Corporation und die United States Agency for International Development (USAID).

Noch immer hat weltweit jeder Zehnte – also insgesamt 800 Millionen Menschen – keinen Zugang zu Strom, darunter die Hälfte der Bevölkerung in Afrika südlich der Sahara. Weitere 2,8 Milliarden Menschen werden nicht zuverlässig genug versorgt. Sie können sich keine Existenz aufbauen und haben keine modernen medizinischen Einrichtungen und funktionierenden Schulen. Die Pandemie hat die Ungleichheit beim weltweiten Zugang zu Energie weiter verschärft.

„In dieser Zeit beispielloser Krisen wie der Coronapandemie haben wir die Verantwortung und die einzigartige Chance, mit ganzer Kraft für eine gerechtere, sicherere Welt einzutreten“, erklärte Dr. Rajiv J. Shah, Präsident der Rockefeller Foundation. „Unser Ziel ist ehrgeizig, aber erreichbar: Bis zum Ende des Jahrzehnts wollen wir mithilfe erneuerbarer Technologien eine Milliarde Menschen zuverlässig und nachhaltig mit Strom versorgen. Dadurch können Millionen Menschen an einer modernen Wirtschaft teilhaben, was uns allen bessere wirtschaftliche Chancen eröffnet.“

EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle: „Die negativen Folgen des Klimawandels, die Umweltzerstörung und auch die Covid-19-Pandemie behindern die nachhaltige Entwicklung. Das trifft vor allem die ärmsten Länder. Daher müssen wir mit schnelleren entwicklungswirksamen Investitionen den Zugang zu sauberer Energie verbessern. Nur so können wir die Klimakrise bekämpfen, Armut abbauen und die öffentliche Gesundheit stärken. Deshalb schließt sich die Europäische Investitionsbank der Initiative der Rockefeller Foundation an, die mit ihrem ‚Green and Equitable Recovery Call to Action‘ die Energiewende in Afrika, Asien und Lateinamerika fördert und dazu öffentliche und private Gelder für dezentrale regenerative Energiesysteme mobilisiert. Diese großartige Initiative entspricht genau den strategischen Prioritäten und Leitlinien der Finanzierungspolitik der EIB im Energiesektor und unserem Klimabank-Fahrplan.“

Die EIB ist ein weltweit führender Anbieter von technischer und finanzieller Hilfe für Investitionen in eine sichere und erschwingliche Versorgung mit Strom aus erneuerbare Energien. Zwischen 2015 und 2019 unterstützte die EIB weltweit Projekte für erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Stromnetze mit mehr als 62 Milliarden Euro.

Vergangenes Jahr verabschiedete die EIB eine neue, noch ehrgeizigere Finanzierungspolitik im Energiesektor. Darin verpflichtet sich die Bank der EU, bis Ende 2021 die Finanzierung herkömmlicher fossiler Energieprojekte, einschließlich Erdgas, auslaufen zu lassen.

Zu den jüngsten Finanzierungen der EIB gehören ein Projekt für netzunabhängige Solaranlagen in Uganda für 80 Prozent der ugandischen Bevölkerung, die bisher keinen Strom haben, ein Projekt für grünen Strom in ländlichen Gebieten Senegals und ein Darlehen für das größte private Investitionsvorhaben in Afrika – den Windpark am Turkanasee, der Millionen Menschen in Kenia mit sauberem und bezahlbarem Ökostrom versorgen wird.

Die Gründungsmitglieder der Koalition verpflichten sich,

●        eine globale Partnerschaft gegen Energiearmut einzugehen

●        konkrete Roadmaps für dezentrale regenerative Energiesysteme zu entwickeln und zu koordinieren, die Technologien wie Mini-Stromnetze, netzgekoppelte Stromerzeugung und ‑speicherung vor Ort, Erneuerbare-Energien-Lösungen für Industrie- und Gewerbecluster sowie eigenständige Aggregate für gewerbliche Zwecke einbinden

●        geeignete Regulierungs-, Strategie- und Finanzsysteme zu ermitteln und zu unterstützen

●        gemeinsam die Entwicklung von Projekten und den Einsatz neuer Finanzierungsinstrumente für dezentrale Energiesysteme in unterversorgten Märkten voranzutreiben

Die Rockefeller Foundation, Sustainable Energy for All (SEforALL) und das Rocky Mountain Institute (RMI) haben für die Koalition eine Website eingerichtet, auf der sie neue Erkenntnisse und Daten zur dezentralen Energieversorgung veröffentlichen (www.electrifyingeconomies.org).

Aufruf zum Handeln der Rockefeller Foundation „Green & Equitable Recovery: Call to Action 

Rockefeller Foundation

Die Rockefeller Foundation setzt neue Maßstäbe in Wissenschaft, Datensammlung und Innovation, um die globalen Herausforderungen in puncto Gesundheit, Ernährung, Energie und wirtschaftlicher Mobilität zu lösen. Die wissenschaftlich orientierte, philanthropische Stiftung knüpft kooperative Beziehungen zu Partnern und Zuwendungsempfängern und will bahnbrechende Lösungen, Ideen und Gespräche fördern, die weltweit zum Wohl der Menschheit beitragen.

Interessenten können den Newsletter bestellen (rockefellerfoundation.org) und der Stiftung auf Twitter folgen (@RockefellerFdn).